Fintech: UBS & Co wollen jetzt die «Concord» steigen lassen

Überschallflugzeug Concorde, Bild Shutterstock

Überschallflugzeug Concorde, Bild Shutterstock

Eine neue digitale Plattform soll die rückwärtigen Dienste der Branche massiv vergünstigen. Ein Konsortium in New York, dem auch die UBS und Credit Suisse angehören, hat dazu ein Patent angemeldet.

Die Concorde, das Überschall-Passagierflugzeug, war für die Betreiber ein einziger Kostenalptraum. Deshalb – und nach einem verheerenden Absturz im Jahr 2000 – wurde der Prestige-Flieger gegroundet.

Kurz vor dem Start steht hingegen Concord, die Blockchain-Plattform. Sie soll für ihre Betreiber, die Mitglieder des New Yorker Fintech-Konsortiums R3, massive Kostenentlastungen bringen. Wie das «Wall Street Journal» (Artikel bezahlpflichtig) berichtete, wurde das Patent zur Plattform eben in den USA angemeldet.

Basierend auf der als bahnbrechend geltenden Blockchain-Technologie, die auch die Basis für die bekannte digitale Währung Bitcoin bildet, verzichtet Concord jedoch auf eine eigene «Coin».

Milliarden einsparen

Stattdessen verspricht die Plattform, das Middle- und Backoffice der Banken zu revolutionieren.

Laut R3, dem auch die UBS und Credit Suisse (CS) angehören, können künftig nicht nur Transaktionen über Concord abgewickelt und verbucht werden, sondern auch Portefeuilles geführt und Cashbestände verwaltet werden. Zudem können sich die Nutzer der Technologie untereinander vernetzen.

2017 sollen die Tests dazu beginnen.

Mit der Plattform lassen sich, so das Versprechen von R3, bei den Nutzern Milliarden einsparen. «Bisher war es für die Banken unmöglich, in signifikanter Weise Kosten zu senken», gab R3-Chef David Rutter gegenüber dem «Journal» zu bedenken.

Tatsächlich suchen die Banken zunehmend nach einer radikalen Lösung für ihr Backoffice. Nicht zuletzt die UBS, deren CEO Sergio Ermotti jüngst die Idee einer «Superbank» lancierte, welche für die ganze Branche rückwärtige Dienste übernimmt.

Wetteifern um den Standard

Gleichzeitig ist unter den Banken selber das Rennen um den Blockchain-Standard ausgebrochen. Wie auch finews.ch berichtete, arbeitet die UBS zusammen mit drei anderen Grossbanken an einer digitalen Einheitswährung.

Mit der Entwicklung eines eigenen Standards dürfen die Banken auch hoffen, ihr Geschäft gegen Angreifer von Aussen abzusichern. Der Blockchain-Technologie wird im Fintech-Bereich das grösste disruptive Potenzial zugesprochen.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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