Credit Suisse: Wittern US-Investoren bereits die Trendwende?

Bild: Shutterstock

Unter den europäischen Grossbanken steht die Credit Suisse (CS) nicht eben als Musterschülerin da. Denn trotz massivem Stellenabbau und harten Kosteneinsparungen ist es der Bank nur mit grosser Mühe gelungen, im zweiten Quartal 2016 schwarze Zahlen zu schreiben.

Der Zustand der Bank spiegelt sich denn auch im Aktienkurs: Seit Anfang Jahr beträgt der Kursrückgang gut 40 Prozent. Immerhin: Seit dem Rekordtief bei 9.76 Franken Anfang Juli ist der Welt Aktie wieder auf 12.30 Franken gestiegen. 

Vertrauensbeweis für Tidjane Thiam

Das nach wie vor günstige Preisniveau hat nun offenbar einen weiteren, bekannten Investor auf den Plan gerufen: The Capital Group. Der amerikanische Vermögensverwalter erhöhte seinen Anteil an der Credit Suisse von zuvor 3 auf 5,05 Prozent, wie den Angaben der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange auch einem Beitrag der Nachrichtenagentur «Reuters» zu entnehmen ist .

Dieses Engagement allein auf die frühere Kursschwäche der CS-Aktien zu reduzieren, würde zu kurz greifen. Denn The Capital Group ist kein Investor, der kurzfristige Kurschwankungen ausnützen will, das Unternehmen setzt vielmehr auf langfristige Anlagen.

Lichtblicke für die Zukunft

Unter diesen Vorzeichen liesse sich diese Erhöhung des CS-Aktienpakets auch als Vertrauensbeweis in den Restrukturierungskurs von CS-Konzernchef Tidjane Thiam interpretieren. 

Das erste Halbjahr 2016 zeigte tatsächlich erste, hoffnungsvolle Ansätze in dieser Hinsicht. Der CS flossen wieder deutlich mehr Neugelder zu. Insbesondere die Sparte International Wealth Management unter der Ägide von Iqbal Khan trumpfte auf, wie auch finews.ch berichtete. 

Weiterer US-Investor an Bord

Damit gewinnt die Schweizer Grossbank einen weiteren Fürsprecher für ihre Strategie. Denn in den Monaten zuvor hatte bereits der US-Investor Harris Associates, eine Tochtergesellschaft des Natixis-Konzerns, seine Beteiligung auf mehr als 10 Prozent erhöht. Die Amerikaner rückten damit hinter dem katarischen Staatsfonds zum zweitgrössten Aktionär der CS auf, wie auch finews.ch berichtete.

Insgesamt betreut die 1931 gegründete Capital Group Kundengelder von rund 1'400 Milliarden Dollar. Die Firma mit Hauptsitz in Los Angeles ist in der Schweiz mit je einer Niederlassung in Zürich und Genf vertreten und beschäftigt insgesamt rund 150 Personen. Hierzulande ist das Unternehmen auch bei den Firmen Sonova, Syngenta, Meyer Burger und Kühne + Nagel investiert.

Wichtiger Standort

Vor Jahresfrist erklärte Luis Freitas de Oliveira, Chairman von Capital International: «Die Schweiz ist seit über einem halben Jahrhundert einer unserer Kernmärkte. Die Capital Group war einer der ersten amerikanischen Vermögensverwalter, der sich in der Schweiz niedergelassen hat. Wir sind uns der Rolle der Schweiz für die internationalen Finanzmärkte durchaus bewusst. Deshalb ist der Standort auch so wichtig für uns.»

In Genf entwickelte die Capital Group 1968 übrigens die ersten internationalen Aktienindizes für Länder ausserhalb der USA, die heutigen MSCI-Indizes. Bis heute kommen viele langfristige internationale Geschäftsstrategien aus der Schweiz, wie das Unternehmen weiter betont. So werden zahlreiche Kernbereiche des Europa-Geschäfts von der Schweiz aus gesteuert: Asset Management, Research, Fondsverwaltung, Personalmanagement, Rechtsabteilung, Finanzabteilung, IT, Vertrieb und Marketing haben hier ihren Sitz.


 

 

 

 

 

 

 

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