Sind Fintech-Nerds die neuen Abzocker?

(Bild: Shutterstock)

(Bild: Shutterstock)

Investmentbanker-Boni, das war einmal. Bei den Banken wächst offenbar eine neue Generation von Golden Boys heran. Sie sind für Fintech- und Innovationsabteilungen tätig. Das bringt jetzt manche Bank in Nöte.

Die EU-Kommission hat mit den «Brexit»-Nachwehen und einer sich anbahnenden Bankenkrise in der Eurozone eigentlich genug zu tun. Dennoch fand man bei der spanischen Grossbank Santander, dass die Sache dringend genug sei, um Brüssel mit einem Schreiben zu stören.

Santander, ein spanisches Institut, das sich gerne als Avantgarde in der Digitalisierung des Bankwesens darstellt, steht nämlich vor einem ganz neuen Problem: Das Institut fürchtet, dass es bald nicht mehr genug zahlen kann, um die besten Fintech-Talente anzuziehen.

Das berichtete jüngst das amerikanische «Wallstreet Journal» (Artikel bezahlpflichtig).

War for Talent unter neuen Vorzeichen

Und das nicht, weil die Grossbank knausert. Das Hindernis sind vielmehr die neuen «Bonus-Deckel» für Banken im EU-Raum. Diese schreiben vor, dass Risikoträger maximal 500'000 Euro Fixsalär beziehen dürfen und der Bonus nicht höher als der Basislohn ausfallen darf.

1 Million Euro für einen App-Programmierer oder Tech-Analysten: Das sind stolze Summen, welche aber die «Fintech-Nerds» offenbar nicht mehr zufrieden stellen. Trifft das zu, wären sie die neuen «Golden Boys» im Banking und würden den bisher hochbezahlten Investmentbankern bald den Rang ablaufen.

Der «War for Talent» geht damit weiter – einfach unter anderen Vorzeichen. So können Bankenchefs die Boni-Kultur damit entschuldigen, dass sie nur auf diese Weise die besten Kräfte ins Haus holen können. Kurz: Alles bleibt in der Diskussion um die Banker-Löhne beim Alten.

Standortvorteil für die Schweiz?

Tatsächlich hat Santander der EU-Kommission bereits ein Schlupfloch vorgeschlagen: Die Technologie-Experten seien ja nicht zwingend als Risikoträger einzustufen. Da könne man diesen auch zahlen, was eben nötig sei, schrieben die Spanier.

Unbekannt ist, was die Kommissäre von diesem Kniff halten. Oder, ob bald rivalisierende Finanzplätze das Handicap der «gedeckelten» EU-Banken zu ihrem Vorteil ausschlachten. Die Schweiz etwa ist noch weit von gesetzlich festgelegten Lohndeckeln im Banking entfernt.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
  • Die geschrumpften Banken auf einen Klick
  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Die schlimmsten Prognosen 2016

Was Anlage-Profis für 2016 prophezeien.

Selection

Selection

Wie sich Angstkultur ausbreitet

Mehrere Tausend Stellen im Schweizer Bankgewerbe sollen verschwinden. Besonders betroffen davon ist das mittlere Kader.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut dem Bericht ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

weitere News