Privatbanken: Die ewige Crux mit den Kosten

(Bild: Shutterstock)

Erstmals seit langem sind die Schweizer Privatbanken im vergangenen Jahr etwas effizienter geworden, wie eine neue Auswertung zeigt. Doch allzu sehr darf man sich über diesen Befund nicht freuen.

Im Banksektor nehmen die Kosten aufgrund der zunehmenden Regulierung enorm zu. Die Negativzinsen, mehr Wettbewerb sowie das volatile Börsenumfeld drücken gleichzeitig auf die Erträge.

Insbesondere die Schweizer Privatbanken leiden unter diesen Rahmenbedingungen, da ihre Erträge in der Vermögensverwaltung stark von der Entwicklung an den Finanzmärkten abhängig sind. Als Folge davon hat sich das Kosten-/Ertrags-Verhältnis (Cost-/Income-Ratio, CIR) vieler Institute über die vergangenen Jahre deutlich verschlechert.

Nach drei Jahren wieder rückläufig

Im vergangenen Jahr indessen hat sich diese Entwicklung nicht fortgesetzt. Die durchschnittliche CIR lag mit 82,9 Prozent um 0,4 Prozentpunkte tiefer als noch im Vorjahr, wie eine Studie des Zürcher Beratungsunternehmens IFBC zeigt. Dabei handelt es sich offenbar um den ersten Rückgang seit mehreren Jahren. Zu Erinnerung: Je tiefer die CIR einer Bank ist, desto rentabler ist das Unternehmen.

Der Blick auf die einzelnen Finanzinstitute – insgesamt analysierte das IFBC 41 Schweizer Privatbanken – zeigt, dass kleine Banken mit verwalteten Vermögen von weniger als 25 Milliarden Franken, besonders effizient arbeiten.

Top 10-Privatbanken 2015

So weist die in Basel ansässige Traditionsbank Dreyfus Söhne eine CIR von 58,7 Prozent auf (siehe Tabelle).

IFBC CIR 500

Im Schnitt liegen die kleinen Privatbanken aber mit einem Wert von 83,8 Prozent höher als grosse Institute mit mindestens 50 Milliarden Franken an verwalteten Kundengeldern. Hier liegt die Quote bei 79,3 Prozent. Dies sei auf Skaleneffekte zurückzuführen, argumentieren die Autoren.

Unfriedigendes Niveau

Am wenigstens effizient sind mittelgrosse Banken mit betreuten Vermögen zwischen 25 und 50 Milliarden Franken. Bei ihnen beträgt die durchschnittliche CIR 87,4 Prozent.

Auch wenn sich die operative Effizienz über alle untersuchten Privatbanken betrachtet (leicht) verbesserte, bewegt sie sich nach wie vor auf einem unbefriedigen Niveau, wie es weiter heisst. Im Vergleich zum Jahr 2009 liegt sich um 9 Prozentpunkte höher (siehe Grafik).

IFBC 500

Hinzu kommt: Im Vergleich zu den Schweizer Retailbanken sind die Privatbanken deutlich ineffizienter. Deren CIR beträgt im Schnitt 63,7 Prozent, wie finews.ch unlängst berichtete.

Gleichlange Spiesse für alle

Die weitere Verbesserung der Kosteneffizienz ist nach Einschätzung der Autoren von diversen Faktoren abhängig, dazu gehören die Entwicklung an der Börse, der freie Markztugang in ausländischen Märkten sowie ein «level playing field», das die Regulierung auch für Privatbanken annehmbar macht.

Last but not least werden die Privatbanken nicht umhin kommen, ihre Kernkompetenzen weiter zu stärken sowie interne Prozesse und Strukturen zu digitalisieren. Nur so werden sie nachhaltige Kostenvorteile realisieren können. 

 

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Warum ein CFA mehr bringt als ein MBA

Warum ein CFA mehr bringt als ein MBA

Ehrgeizige Banker haben die Qual der Wahl bei der Weiterbildung.

Selection

Selection

Wo Banker am meisten verdienen

Noch immer kommen die Investmentbanker beim Lohnvergleich im Banking gut weg.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

weitere News