«Bussen-Strudel» bedroht UBS und CS

(Bild: Shutterstock)

Das Jahr ist noch nicht vorbei, da hat der Bussenstand im Investmentbanking schon fast das Vorjahresniveau erreicht. Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Die zehn grössten Investmentbanken der Welt haben im laufenden Jahr bereits 9,79 Milliarden Dollar an Bussen bezahlt, wie die «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig) am Sonntag berichtete. Damit ist der letztjährige Stand von 10,36 Milliarden Dollar in Griffnähe gerückt.

Im Vergleich zu vergangenen Jahren ist dies wenig. Vor drei Jahren bezahlten die Banken drei Mal so viel, und im Rekordjahr 2014 sühnten sie Vergehen gar mit rund 58 Milliarden Dollar. 

Hohe Rückstellungen gebildet

Dennoch sorgen sich Investoren, dass die Bussenlawine wieder an Schwung gewinnt. Dies fürchten auch die fünf grössten Wall-Street-Banken, darunter Goldman Sachs und J.P. Morgan inklusive der fünf europäischen Geldhäuser Deutsche Bank, Credit Suisse (CS), UBS, HSBC und Barclays.

Zusammen haben sie für künftige Bussen 43,7 Milliarden Dollar auf die Seite gelegt, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Dies sind rund 7,5 Milliarden Dollar mehr als noch im Vorjahr.

Drohende Milliarden-Strafen für UBS und CS 

Unklar ist, wie hoch die Strafzahlungen für die UBS und die CS im Zusammenhang mit verbrieften amerikanischen Wohnhypotheken (Mortgage-Backed Securities) ausfallen werden. Goldman Sachs wurde eine Busse von 5,1 Milliarden Dollar aufgebrummt.

Schätzungen zufolge drohen den beiden Schweizer Grossbanken Bussen in der Höhe von je 2 Milliarden Dollar, wie auch finews.ch berichtete.

«Schreckensgespenst» Mifid II

Neben der Bereinigung von Sünden vergangener Tage drohen den Investmentbanken weiteres Ungemach. Philippe Morel, Leiter Kapitalmärkte bei Boston Consulting Group (BCG), verweist dabei auf das Regulierungs-Paket Mifid II der EU. 

Die Regulierung wird voraussichtlich 2018 in Kraft treten und enthält «viel Potenzial für potenzielle Bussen», warnt Morel. Der Regulator werden künftig viel mehr Daten ausgehändigt. Diese erlauben ihm, die Geschäfte der Banken besser zu durchleuchten und Fehlverhalten aufzudecken.

Das Mifid-II-Paket enthält eine umfassende Reform der geltenden Finanzmarktregulierung und ist auch für Schweizer Anbieter von Bedeutung, die in der EU oder mit Partnern in der EU Geschäfte tätigen. Neben Transparenz- und Anlegerschutzvorschriften enthält es auch Regeln über den Hochfrequenzhandel, Rohwarenderivate und den Zugang zu Handelsplätzen.

Überwachung intensiviert

Um künftige Strafzahlungen zu vermeiden, führen die Schweizer Grossbanken ihre Mitarbeiter an der kurzen Leine. Neuerdings setzen die Finanzinstitute Schnüffel-Software ein oder spionieren mit ehemaligen Terroristen-Jäger und Abhörspezialisten vom Militär ihren Mitarbeitern nach, wie auch finews.ch unlängst berichtete.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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