Bloomberg-Rivale: «Kostendruck auf Banken hat sich verzehnfacht»

David Gurle, Gründer und CEO von Symphony

David Gurle, Gründer und CEO von Symphony

Die Liebe der Banker zu ihrem «Bloomberg»-Terminal nimmt derweil krude Formen an. So überraschte eine Braut ihren Gemahl – einen Blackrock-Fondsmanager – einst mit einer Hochzeitstorte in Form eines Bloomberg-Terminals, wie das «New York Magazin» berichtete. 

Banker benützen das Informationssystem nicht nur wegen der Fülle an Informationen über die Finanzmärkte, sondern und vor allem wegen des Chat- und Massaging-Systems, über welches sie mit jedem «Bloomberg»-Nutzer kommunizieren können.

Dafür werfen die Finanzinstitute für eine eigentlich simple Funktion sehr viel Geld auf. Im Schnitt kostet ein Bloomberg-Terminal 20'000 Dollar pro Jahr. Dies ist in Zeiten erodierender Erträge ein fragwürdiger Aufwand.

Deutlich günstigere Alternative

Dies zumindest findet David Gurle, Gründer und CEO von Symphony – einer im kalifornischen Palo Alto domizilierten Fintech-Firma. «Der Kostendruck bei den Banken hat sich seit 2008 verzehnfacht», sagt Gurle im Gespräch mit finews.ch.

Der Spardruck in der Finanzbranche machte sich Gurle nun zunutze. Er entwickelte ein Kommunikations-System für einen Bruchteil der Kosten eines «Bloomberg»-Terminals, nämlich für bloss 15 Dollar im Monat.

Symphony hat eigenen Angaben zufolge bereits viele Nutzer dazugewonnen. Um auch News einzubinden, arbeitet das Startup mit dem US-Verlagshaus Dow Jones sowie mit dem Finanzinformations-Dienstleister McGraw Hill für Daten und Analysen zusammen. 

UBS und Credit Suisse als Kapitalgeber

Auch Investoren sind von Gurles Business-Case überzeugt – insbesondere die Banken selber.

So hat die Firma bereits 166 Millionen Dollar an Risikokapital von zahlreichen grossen Playern bekommen, darunter Merrill Lynch, Blackrock, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, J.P. Morgan oder UBS, wie auch finews.ch berichtete.

Die Investoren sind gleichzeitig potenzielle Abnehmer des Kommunikationssystems von Synphony. Dieses sei sicher und auf die regulatorischen Anforderungen der Banken abgestimmt, versichert Gurle.

Gewinnschwelle binnen zwei Jahren erreicht

Der seit rund einem Jahr angebotene Dienst hat eigenen Angaben zufolge bereits über 100'000 zahlende Nutzer gewonnen und realisiert einen Umsatz von rund 10 Millionen Dollar.

Der Break-Even erwartet Gurle 2018. Erreichen will er die Gewinnschwelle durch Ausweitung des Geschäftsvolumens und nicht mittels Preiserhöhungen. 

Netflix machts vor

Im Unterschied zu Konkurrent «Bloomberg», der ganz spezifische Bedürfnisse von Finanzfirmen bedient, biete Symphony eine viel breitere Dienstleistungspalette an, wirbt Gurle weiter.

Herausgefordert seien «All-In-Anbieter» wie «Bloomberg» vom Trend, wonach Kunden Dienstleistungen losgelöst von einem umfassenden Service-Paket nachfragen, prognostiziert der Symphony-Gründer. Er verweist auf TV-Streaming-Anbieter wie Netflix oder Zattoo, die diesem Bedürfnis Rechnung tragen.

«Worauf Konsumenten Wert legen, ist Auswahl. Gelingt es Bloomberg, dies zu einem fairen Preis zu leisten, und fehlen Alternativen, wird der Erfolg anhalten.» Andernfalls droht ein Überlebenskampf, ist sich Gurle sicher.

Expansion in andere Branchen

Mittelfristig will der Gründer sein Messaging-Dienst auch Healthcare-Firmen oder Regierungen anbieten. Denn beide stellten ähnliche Anforderungen an ein System wie die Banken.

«Hat man es geschafft, die Finanzindustrie als zufriedenen Kunden zu gewinnen, öffnet dies Tore in andere Industrien», ist Gurle überzeugt. 

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