Credit Suisse zieht Konsequenzen im Investmentbanking

Brian Chin, Chef Global Market Credit Suisse

Im Investmentbanking der Credit Suisse kommt es zu personellen Veränderungen. Es sind Konsequenzen der kürzlichen Turbulenzen in dem Bereich. 

Die Credit Suisse trennt sich von Tim O'Hara (Bild unten), dem bisherigen Leiter des Bereichs Global Market in der Investmentbank, wie einem Communiqué vom Mittwoch zu entnehmen ist. Sein Nachfolger heisst Brian Chin, derzeit Co-Leiter des Bereichs Credit.

Chin wird zudem Mitglied der Geschäftsleitung der Credit Suisse Group. Weiter hat die Bank bekannt gegeben, dass Eric Varvel zusätzlich zu seiner Funktion als Global Head of Asset Management zum Präsidenten und CEO der Credit Suisse Holdings (USA) ernannt wurde.

Diese Änderungen treten per sofort in Kraft.

Nicht ganz überraschend

Diese Veränderungen kommen abrupt, doch ganz überraschend sind sie nicht. In Tim O'Haras Bereich war es in den vergangenen Monaten zu erheblichen Abschreibungen gekommen, was dem Vertrauen in die Strategie von CEO Tidjane Thiam erheblich geschadet hatte. In der Folge hatten sich sogar mehrere, hochrangige CS-Investmentbanker an der Wall Street gegen Thiam aufgelehnt.

Tim OHara 505

Vor diesem Hintergrund war O'Hara offensichtlich nicht mehr tragbar, respektive dürfte es auch für ihn keine Option mehr gewesen sein, weiter für die CS zu arbeiten. Die Konsequenzen zeigen sich nun, selbst wenn der Abgang jetzt in salbungsvollen Worten kommentiert wird. 

Zu grossem Dank verpflichtet

«Tim O’Hara hat die erfolgreiche Restrukturierung der Division Global Markets in einem herausfordernden Markt- und regulatorischen Umfeld entscheidend vorangetrieben. Wir sind ihm zu grossem Dank verpflichtet für seinen wertvollen Beitrag, den er während seiner langjährigen Karriere bei der Credit Suisse geleistet hat», liess sich Urs Rohner, Präsident des Verwaltungsrates der Credit Suisse, am Mittwoch zitieren.

Tatsächlich war O'Hara ein Schwergewicht innerhalb der CS, stiess er doch bereits 1986 zur Bank und hatte in der Folge zahlreiche Leitungsfunktionen im Bereich des Anleihen- und Aktiengeschäfts inne.

Einer der besten Risikomanager

Nachfolger von O'Hara ist Brian Chin, der gemäss Firmenangaben eine ausgewiesene Führungskraft ist und über viel Erfahrung und ein profundes Wissen im Bereich Global Markets verfügt. 

Chin stiess 2003 zur Bank und ist gemäss weiteren Angaben einer der besten Risikomanager. Zudem sei er eine hervorragende Führungskraft und ein ausgezeichneter Vertreter der CS-Unternehmenskultur.

Zusätzliche Verantwortung für Eric Varvel

Der frühere Investmentbanker und nunmehrige Leiter des CS-Bereichs Asset Management, Eric Varvel (Bild unten), tritt ausserdem die Funktion als Präsident und CEO der Credit Suisse Holdings (USA) an.

Eric Varvel 500

Er ist gemäss weiteren Angaben einer der versiertesten Manager der Bank, und er verfügt über erhebliche Erfahrung und Expertise für diese Rolle.

Vielfältige Aufgaben

Während seiner 25-jährigen Laufbahn bei der Credit Suisse hatte Varvel zahlreiche Führungsfunktionen inne, unter anderen als CEO Asia Pacific, CEO der Investment Bank und CEO Europe, Middle East and Africa.

Von Februar 2008 bis Oktober 2014 war er zudem während sechs Jahren Mitglied der Geschäftsleitung. Varvel wird, zusätzlich zu seiner neuen Funktion, weiterhin das globale Asset Management leiten.

 

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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