UBS: Es wird schlimmer, bevor es besser wird

Kirt Gardner

Kirt Gardner, CFO UBS

Auf die UBS kommt eine ganze Reihe von Rechtsfällen zu – davor warnt nun auch ein Top-Manager der Schweizer Grossbank. Insbesondere melden sich die Spätfolgen der Finanzkrise mit Macht zurück.

Kirt Gardner ist Banker und kein Mediziner. Trotzdem hatte der Finanzchef der UBS letzten Montag eine Botschaft an die Eigner der Schweizer Grossbank, wie sie jeder von Arztbesuchen her kennt. Nämlich: Es wird noch schlimmer, bevor es besser wird.

Konkret stellte Gardner nämlich in Aussicht, dass die UBS in den nächsten drei Jahren «grosse Rechtsfälle» abschliessen werde, wie die Agentur «Reuters» berichtete. «Wenn wir das hinter uns haben», hoffte Gardner, «versetzt uns das in eine wirklich starke Position, unseren Aktionären hohe und beständige Dividenden zu zahlen.»

Subprime ist zurück

Zuerst kommt indes der Tunnel, dann erst das Licht. Die Aussage Gardners kann denn auch so verstanden werden, dass die nächste grosse Bussenwelle schon bald über der UBS – und anderen Grossbanken – zusammenschlägt.

Tatsächlich werden die Geldhäuser laut Beobachtern noch in diesem Jahr von den Folgen der Finanzkrise eingeholt. Besonders zu Buche schlagen sollen nämlich die Strafzahlungen auf ehemaligen Subprime-Papieren, auf denen die Investoren im Jahr 2008 horrende Verluste erlitten.

Der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs wurde in den USA bereits eine Busse von 5,1 Milliarden Dollar in Zusammenhang mit verbrieften amerikanischen Wohnhypotheken (Mortgage Backed Securities) aufgebrummt.

Je 2 Milliarden für UBS und CS

Das dürfte erst der Anfang einer ganzen Bussenlawine sein. Das wissen auch die Grossbanken: Die fünf grössten Wall-Street-Banken, darunter Goldman Sachs und J.P. Morgan inklusive der fünf europäischen Geldhäuser Deutsche Bank, Credit Suisse (CS), UBS, HSBC und Barclays haben dazu zusammen schon 43,7 Milliarden Dollar auf die Seite gelegt. Das sind rund 7,5 Milliarden Dollar mehr als noch im Vorjahr, wie auch finews.ch berichtete.

Wie Analysten der Bank Barclays errechneten, kommen dabei auf die UBS und die CS allein je rund 2 Milliarden Dollar an Strafzahlungen in Zusammenhang mit hypothekenbesicherten Papieren (RMBS) zu.

Und das ist noch nicht alles. Bis ins Jahr 2018 erwarten die Barclays-Experten bei der UBS neue Rechtskosten von insgesamt 5 Milliarden Franken für Bussen und Einigungen (siehe Tabelle unten). Bei der CS rechnen die Analysten mit 3,2 Milliarden Franken an Zusatzkosten.

KirtGardner Tab 500

Das Polster zählt

Wird das jedoch mit den vorhandenen Rückstellungen verrechnet, schmilzt der Abstand gemäss der Barclays-Rechnung bereits. Dann drohen der UBS neue Rechtskosten von 2,1 Milliarden Franken, der Erzrivalin CS rund 1,6 Milliarden Franken. Damit wird rasch klar: In den nächsten Jahren wird alles vom «Polster» abhängen.

Und diesbezüglich steht die UBS im Gegensatz zur der sich im Turnaround befindlichen CS vorerst deutlich besser da.

Ob die Position der Grossbank in drei Jahren «wirklich, wirklich stark» sein wird, wie es Finanzchef Gardner letzten Montag versprach, muss sich allerdings noch zeigen.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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