Dieser Amerikaner steht auf Schweizer Bankaktien

David Herro

David Herro (rechts im Bild)

Das US-Finanzinstitut Harris Associates macht regelmässig mit seiner Beteiligung an der Credit Suisse von sich reden. Doch die Amerikaner sind auch an zahlreichen anderen Schweizer Firmen beteiligt.

Während die meisten Investoren die Finger von Bankwerten lassen, stockt Harris Associates (Harris) munter auf. Erst Ende August erhöhte das Finanzinstitut aus Chicago sein Engagement an der Credit Suisse (CS) auf mehr als 10 Prozent, wie auch finews.ch berichtete.

Nun hat der Langfrist-Investor auch seine Beteiligung an der Schweizer Privatbank EFG International erhöht, und zwar ziemlich deutlich. Gemäss einer am Mittwoch publizierten Meldung der Schweizer Börse SIX stieg die Beteiligung von 3,14 auf 5,27 Prozent.

Vom Geschäftsmodell überzeugt

Damit ist Harris neben der griechisch-schweizerischen Eignerfamilie Latsis mit 44 Prozent und der brasilianischen Minderheitsaktionärin BTG Pactual mit 30 Prozent neu der drittgrösste Aktionär.

Das US-Unternehmen überschritt die meldepflichtige 3-Prozent-Hürde bei EFG International bereits im September 2015. Damals notierte die Aktie bei 11 Franken. Seither glitt der Kurs auf ein Allzeittief von 3.18 Franken ab. Doch inzwischen hat sich der Titel wieder etwas erholt und notiert derzeit bei 4.81 Franken.

Doch was motiviert die Firma Harris, in EFG International zu investieren?

Offenbar scheint das Haus vom Geschäftsmodell bei EFG überzeugt zu sein, was angesichts der Schwierigkeiten, welche sich die EFG mit der übernommenen BSI aufgebürdet hat – Stichwort 1MDB –, allerdings etwas überrascht.

Schlummerndes Potenzial

Doch zurück zur Motivation. Der 1976 gegründete und weltweit tätige Vermögensverwalter Harris Asscociates versteht sich als Value-Investor, der verborgene Substanz in unterbewerteten Firmen zu finden versucht. Und offenbar ortet er solche Firmen vor allem in der Schweiz. 

Die Anlageentscheide verantwortet Chief Investment Officer (CIO) David Herro. Er ist das Ausgängeschild der Firma, indem er sich auch regelmässig in den Medien zu den diversen Engagement äussert. Dabei sieht er in verschiedenen Schweizer Banken ein schlummerndes Potenzial, wie er in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» (bezahlpflichtig) unlängst erklärte.

Ihm zufolge wird sich die Schweizer Finanzbranche aufspalten. Will heissen: Starke Banken bauen ihre Position aus, die schwachen hingegen gehen unter oder werden aufgekauft. Gerade in diesem Konsolidierungsprozess sieht Herro die Privatbank EFG International als Käuferin.

Auch bei Julius Bär engagiert

Ausser an der CS und EFG ist Harris auch an der Zürcher Bankengruppe Julius Bär beteiligt. Im September 2013 meldete die SIX, dass die Amerikaner die 5-Prozent-Schwelle übershritten hätten und nunmehr 5,33 Prozent hielten.

Julius Bär ist in den vergangenen Jahren vor allem über Akquisitionen gewachsen, namentlich in Indien erreichten die «Bären» mit der Übernahme des international Geschäfts von Merrill Lynch eine wichtige Position. Für Herro ein wichtiger Punkt, dass Julius Bär ebenfalls zu den Gewinnern des epochalen Wandels in der Finanzbranche zählen wird. 

Unter französischer Kontrolle

Per Ende Juni verwaltetet Harris Associates, eine Tochtergesellschaft des französischen Natixis-Konzerns, Kundenvermögen von insgesamt 103 Milliarden Dollar. Total beschäftigt die Firma 200 Personen, davon 39 Investment-Spezialisten. 

Harris Associates ist hierzulande nicht nur in Finanzwerte investiert, sondern auch in diverse andere Unternehmen – darunter Kühne + Nagel, LafargeHolcim, Bucher Industries, Adecco, Kaba, Givaudan, Bobst oder Burckhardt Compression.

Auch bei diesen Firmen kommt dem Vernehmen nach der Value-Ansatz zum Zug.

 

 

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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