Digitalisierung holt die Banker im Schlaf ein

(Bild: Shutterstock)

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Keine andere Branche leistet in der Schweiz mehr Überstunden als die Finanzdienstleister – da bleibt auch der Schlaf auf der Strecke. Nun versprechen Apps, mehr aus der knappen Ruhezeit herauszuholen.

Das Banking und der Schlaf stehen auf Kriegsfuss. Ein ganzer Mythos wurde um durcharbeitende Investmentbanker gesponnen, die genau wie die Börsen der Welt niemals schlummern. Trotz der Entzauberung der Branche müssen Anfänger in jenem Metier heute noch «All Nighter» schieben – und für ihre Vorgesetzten die Nacht zum Tag machen.

Indes, die Workaholics tummeln sich nicht nur an der Wall Street. Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) in seiner jährlichen Arbeitszeit-Erhebung feststellte, leisteten die Angestellten des Schweizer Kredit- und Versicherungsgewerbes im Jahr 2015 die höchste Quote an Überstunden.

Sieg für die Arbeitgeber

Nach dem Gastgewerbe stellte der Sektor mit 41 Stunden und 57 Minuten auch die längste tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit.

Eine radikaler Trendwechsel ist nicht zu erwarten, im Gegenteil. So vereinbarte jüngst der Arbeitgeberverband der Banken mit den Sozialpartnern eine grössere Autonomie bei den Arbeitszeiten sowie eine Verzichtsmöglichkeit auf die Arbeitszeiterfassung für Angestellte mit einem Jahreseinkommen ab 120'000 Franken.

Je nach Handhabe sind das schlechte Nachrichten für den Schlaf.

Analyse unter der Decke

Da ist der Gedanke nicht weit, mehr aus der kurzen Ruhezeit herauszuholen, die noch bleibt. Sinnigerweise bietet sich dazu die Digitalisierung an, die eigentlich dafür berüchtigt ist, den Bankern schlaflose Nächte zu bereiten.

Denn nach den Private-Banking- und Bezahl-Apps sind längst auch Schlaf-Applikationen auf dem Markt, wie das Portal «Financialist» berichtete.

So etwa Beddit, das aus einer App und einem Sensor-Streifen besteht, der unter die Bettdecke gesteckt wird (Bild unten). Dieser «Sleep Tracker» analysiert die Atmung, Herzrate, die Schlafphasen und sogar die Einrichtung des Schlafzimmers. Das Versprechen: das bestmögliche Umfeld für einen erholsamen Schlaf zu schaffen.

Beddit 500

Schlummern wird bestraft

Mehr als aktives Schlaf-Training vesteht sich Kello, eine Kombination von Wecker und Smartphone-App (Bild unten). Kello bestraft etwa jene, welche morgens immer wieder die Schlummer-Taste drücken, mit nerviger Musik. Dafür lullt das Gerät mit sanftem Leuchten und weichen Klängen in den Schlaf.

Kello 500

Ob die digitalen Hilfsmittel wirklich zur besseren Erholung führen, bleibt dahingestellt. Wenn sie den Schlaf im Banking etwas mehr in den Fokus rücken, ist sicher schon viel erreicht – und das kann sich letztlich auch fürs Portemonnaie lohnen. So wollen US-Ökonomen herausgefunden haben, dass Leute mit genügend Schlaf mehr verdienen.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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