Ruth Metzler-Arnold macht weiter Karriere in der Finanzbranche

Die Ex-Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold wird Verwaltungsrätin bei einer Genfer Bankengruppe. Damit baut die frühere Politikerin ihre diversen Mandate in der Finanzbranche aus – nicht ganz ohne Risiko.

Ruth Metzler-Arnold ist in den Verwaltungsrat der Genfer Bankengruppe Reyl & Cie gewählt worden, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Damit baut die ehemalige CVP-Bundesrätin ihr Portefeuille an Verwaltungsratsmandaten – insbesondere in der Finanzbranche – weiter aus.

Sie ist bereits Verwaltungsratspräsidentin von Switzerland Global Enterprise und der Aquila & Co. sowie Verwaltungsratsmitglied beim Schweizer Technologiekonzern Bühler, beim Versicherer Axa-Winterthur und bei der Finanz-Boutique Fehr Advice, Universitätsrätin der Universität St. Gallen (HSG) und Stiftungsrätin von Avenir Suisse.

Gewisse Verwunderung

«Ruth Metzler-Arnold verkörpert den Geist des Unternehmertums, der unsere Gruppe kennzeichnet», sagte Reyl-CEO François Reyl. Und Metzler-Arnold liess verlauten: «Der Unternehmergeist, die Werte eines Familienunternehmens und das breite internationale Spektrum an Bankdienstleistungen sind ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft von Reyl.»

In der Branche sorgte die Ernennung Metzler-Arnolds auch für eine gewisse Verwunderung, zumal die Bank Reyl noch in ein Gerichtsverfahren in Frankreich verwickelt ist. Es geht dabei um den früheren französischen Budgetminister Jérôme Cahuzac, der ein Schwarzgeld-Konto unterhielt, das eine Zeit lang bei der Bank Reyl war.

Urteilsverkündung am 8. Dezember

Die Urteilsverkündung gegen den einstigen Politiker des Parti Socialiste (PS) wird am 8. Dezember 2016 erfolgen. Gemäss Anklageschrift droht dabei auch der Bank Reyl möglicherweise ein Lizenzentzug sowie ein Berufsverbot für François Reyl, der eine Zeit lang sogar in Frankreich von den Behörden festgehalten worden war, wie auch finews.ch berichtete.

Vor diesem Hintergrund tritt Metzler-Arnold ein durchaus heikles Amt an, selbst wenn die Bank mittlerweile über diesen Skandal hinausgewachsen und wirtschaftlich gut unterwegs ist.

Karrierebeginn bei der UBS

Metzler-Arnold ist Absolventin der Universität Freiburg (Rechtswissenschaft) und diplomierte Wirtschaftsprüferin. Sie begann ihre Berufslaufbahn bei der UBS und war ab 1990 als Wirtschaftsprüferin bei PricewaterhouseCoopers tätig. Ab 1996 war sie Regierungsrätin des Kantons Appenzell Innerrhoden und Vorsteherin des Finanzdepartements.

Im März 1999 wurde sie in den Bundesrat gewählt, ein Mandat, das sie bis Ende 2003 ausübte. Als Justiz- und Polizeiministerin gewann sie in dieser Zeit sämtliche 14 Volksabstimmungen. Im Jahr 2003 war sie Vizepräsidentin des Bundesrats.

Nach dem Ausscheiden aus dem Bundesrat übte Metzler-Arnold einen Lehrauftrag an der Universität St. Gallen/HSG aus und war mehrere Jahre für Novartis tätig, zunächst als Mitglied der Geschäftsleitung der Novartis Group France und später als Leiterin Investor Relations am Hauptsitz in Basel. Bis 2011 war sie auch Verwaltungsrätin der SIX Group.

Der neue Verwaltungsrat

Im Jahr 2010 war sie Mitgründerin von Klaus Metzler Eckmann Spillmann, einer Beratungsboutique für Strategie, Management und Kommunikation. Der Verwaltungsrat der Reyl-Gruppe setzt sich wie folgt zusammen:

  • Dominique Reyl, Präsident (und Gründer der Bank)
  • Michel Broch*, Vizepräsident
  • Yves Claude Aubert*, Mitglied
  • Maurice de Preux*, Mitglied
  • Ruth Metzler-Arnold*, Mitglied

* unabhängige Mitglieder des Verwaltungsrats

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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