Private Banking: Was reiche Asiaten wirklich wollen

Filmszene aus «Ultra Rich Asian Girls» (Bild: HBICtv)

Filmszene aus «Ultra Rich Asian Girls» (Bild: HBICtv)

Lange Zeit haben sich die Privatbanken eine goldene Nase an ihren trading-orientierten Kunden verdient – besonders in Asien. Doch das ist vorbei, wie langjährige Banker berichten. Doch was kommt jetzt?

Die Millionärsrate in Asien nimmt von Jahr zu Jahr zu und mit ihr auch der Appetit der reichen Asiaten, eifrig mit Finanzprodukten zu handeln. Die daraus resultieren Transaktions-Gebühren haben denn auch vielen Privatbanken in Asien lange Zeit schöne Einnahmen beschert. Doch nun scheint sich das Blatt zu wenden.

«Private Banking als reines Transaktions-(Geschäfts-)Modell zu verkaufen, ist vorbei», sagte Seb Dovey, Managing Partner bei der Wealth-Management-Beratungsfirma Scorpio Partnership kürzlich am Asian Wealth Management Forum im Zürich – organisiert von der asiatischen Branchen-Plattform Hubbis.

Denn erstens, so Dovey, fresse die zunehmende Regulation einen Teil der Einnahmen weg. Und zweitens agierten asiatische Kunden mittlerweile viel konservativer als noch vor wenigen Jahren.

Westliches Modell gefragt

Die Klientel suche heute eine diskretionäre und beratungsintensivere Vermögensverwaltung, mit ganzheitlicher Sichtweise, ähnlich wie dies in Europa oder in den USA bereits der Fall sei, erklärte Dovey weiter.

Diese Ansicht teilt Michael Benz, der frühere Private-Banking-Chef von Standard Chartered in Asien: «Vor fünf bis zehn Jahren ging es nur um Transaktionsgebühren. Heutzutage schwenken die Kunden auf eine professionelle Vermögensverwaltung um.»

Mehrere tausend Interviews mit Kunden, die Scorpio Partnership geführt hat, untermauern diese Beobachtung. Demnach wollen rund ein Drittel der europäischen und amerikanischen Kunden, dass ihr Vermögen diskretion verwaltet wird. In Asien wünschen sich dies gut 40 Prozent der Befragten, effektiv werden aber erst 15 Prozent tatsächlich als so genannte Mandatskunden betreut.

Privatbanken müssen sich anpassen

Ganzheitliche Vermögensverwaltung und Finanzplanung sind die wichtigsten Dienstleistungen für eine Privatbank, wie auch der «World Wealth Report» des internationalen Beratungsunternehmens CapGemini feststellt. Insbesondere Jungreiche seien interessiert an Vermögensverwaltungs-Themen wie steigende Ausbildungskosten.

Vor diesem Hintergrund ist klar: Die Privatbanken müssen sich anpassen und ihre Berater entsprechend ausbilden – doch das ist einfacher gesagt als getan.

Auch der Regulator ist schuld

Heutzutage sind die Private Banker zwar besser ausgebildet und verfügen zum Beispiel über Universitäts-Diplome in Ökonomie, sagt der frühere Private-Banking-Asien-Chef Marcel Kreis,  Verwaltungsratspräsident beim australischen Myer Family Office. Dennoch seien derzeit viele Relationship Manager nicht in der Lage, die Klientel gut zu beraten, stellt Kreis fest.

Daran sei auch der Regulator schuld, der die Kreativität in der Beratung abwürge und damit auch die Motivation der Kundenberater, sich proaktiv einzubringen, so Kreis weiter.

Globale Diversifikation – lokale Expertise

Weniger schwarz sieht es John Williamson, seines Zeichens Verwaltungsratspräsident der Privatbank EFG International – zumindest was das Transaktions-Modell angeht.

«Das Transaktions-Business ist nicht tot», sagte der Brite. Gleichzeitig räumte er aber ein, dass sich das Private Banking vom reinen Trading entferne, hin zu einem breiter abgestützten Angebot an Finanz-Dienstleistungen. Die Kunden wünschten heute globale Diversifikation verbunden mit lokaler Beratungsexpertise und lokalen Produkten, präzisierte Williamson.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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