Fall Ivanishvili: War die Credit Suisse zu wenig vorsichtig?

Der Fall um die verspekulierten Millionen des ehemaligen georgischen Premierministers Bidjina Ivanishvili wird immer verworrener – die Credit Suisse soll ihre Kontrollen vernachlässigt haben.

Anfänglich war von 100 Millionen Dollar die Rede – mittlerweile spricht der georgische Ölmilliardär und ehemalige Premier der einstigen Sowjetrepublik Georgien, Bidzina Ivanishvili, von weit mehr Geld, das er als Kunde der Credit Suisse verloren haben soll – und immer energischer zurückfordert, wie finews.ch schon früher berichtete.

Das Geld ging verloren, weil ein damaliger Credit-Suisse-Kundenberater offenbar weit über seine Kompetenzen hinaus agierte und so mit der Zeit hohe Verluste erlitt.

Substanzielle Zugeständnisse

Der CS-Banker, der Anfang 2016 verhaftet wurde und seither in Haft ist, soll indessen einige Monate vor dem Auffliegen der ganzen Angelegenheit von der Risiko- und Compliance-Abteilung der Credit Suisse substanzielle Zugeständnisse erhalten haben, um mit einem grösseren Handlungsspielraum mit seinen Kunden zu verkehren respektive zu geschäften, wie die Nachrichtenagentur «Bloomberg» berichtet.

Sollte dies zutreffen, würde dies die Schweizer Grossbank in eine ungemütliche Lage bringen, denn derzeit sind in der Schweiz, namentlich in Genf, sechs gerichtliche Untersuchungen in dem Zusammenhang im Gange.

Was wusste der Kunde?

Der Fall ist insofern auch heikel, als Ivanishvili geltend macht, von seinem Kundenberater betrogen worden zu sein. Allerdings sollte der Georgier – als einstiger Banker – in Finanzangelegenheiten ausreichend erfahren gewesen sein, um zu wissen, was sein Berater machte.

«Der Kunde verfügte über umfassende Erfahrung und über umfangreiches Fachwissen im Finanzbereich. Er kannte sich mit einer breiten Palette von Investitionsaktivitäten und den damit verbundenen Risiken ausgezeichnet aus», so eine Sprecherin der Credit Suisse. Seinem Anlageprofil zufolge sei Ivanishvili auch bereit gewesen, Risiken einzugehen.

Strafbare Handlungen

Wie schon früher gemeldet, kooperiert die CS vollumfänglich mit der Genfer Staatsanwaltschaft. Die Schweizer Grossbank bestätigte überdies, dass der ehemalige Kundenberater gegen interne Vorschriften und Schweizer Recht verstossen, und dass er strafbare Handlungen begangen habe, um das Kontrollsystem der Bank zu täuschen.

Wie inzwischen weiter bekannt ist, bleibt der Kundenberater in Haft, da offenbar Fluchtgefahr besteht.

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NEWS GANZ KURZ

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

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