Mobile Banking wächst nicht mehr

Dass immer mehr Kunden ihr Smartphone für Bankdienstleistungen nutzen, stimmt nicht mehr. Für die Finanzbranche ist das schlecht.

Der Kunde ist mobil und will orts- und zeitunabhängig Bankdienstleistungen in Anspruch nehmen können. Entsprechend dieser veränderten Kundenbedürfnisse haben auch Schweizer Banken in den vergangenen Jahren massiv in mobiles Banking investiert.

Kaum ein Institut, welches nicht eine oder mehrere Apps für Dienstleistungen anbietet. Entsprechend waren die Wachstumszahlen im Schweizer mobile Banking in den vergangenen Jahren enorm.

Wachstum ist deutlich abgeflacht

Doch damit ist es schon wieder vorbei, wie eine gross angelegte Studie des Beratungsunternehmens Bain zeigt. Sie stellt fest, dass das Wachstum von mobilen Interaktionen zwischen Bankkunde und Bank erstmals abflacht.

Mobile Banking

Länder wie Grossbritannien und den USA zeigen praktisch gar kein Wachstum mehr. Und besonders auffällig: In China ist das mobile Banking sogar auf dem Rückzug.

Smartphone-Nutzung geht zunehmend an Banken vorbei

Bain hält in der Studie noch eine Entwicklung fest, welche der ersten zunächst zu widersprechen scheint: Banktransaktionen über digitale Kanäle finden vermehrt mit mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets statt, während Desk- und Laptop-Computer entsprechend weniger genutzt werden.

Das heisst: Die mobile Nutzung für Finanzdienstleistungen nimmt zwar zu, aber sie geht zunehmend an den Banken vorbei.

Die grossen Player sind keine Banken

Exemplarisch und zukunftsweisend hierfür die Entwicklung in China. Bain stellt fest, dass die Smartphone-Nutzer zunehmend praktischere innovativ Finanzdienstleister denn traditionelle Banken für gewöhnliche Zahlungs- und Kreditdienstleistungen nutzen, vor allem aber WeChat und Alipay.

Sowohl WeChat, die App des Internetkonzerns Tencent, und Alipay, jene des E-Commerce-Giganten Alibaba, sind inzwischen auch in einigen europäischen Ländern nutzbar.

WeChat, das Zahlungsmittel schlechthin

Ihr Potenzial haben die beiden Apps aber erst in China gezeigt, wo über 1 Milliarde Menschen sie nutzen und darüber jährlich Transaktionen von weit mehr als 1 Billion Dollar abwickeln.

Insbesondere WeChat hat sich seit der Einführung im Jahr 2013, als Konkurrenzprodukt zu Alipay, zu dem Zahlungsmittel schlechthin entwickelt. Geldtransfers sind genauso möglich wie Kleider kaufen, das Bezahlen von Taxis oder des Nudelsuppe–Lieferservices.

Die Super-Version von WhatsApp

WeChat ist die Super-Version des hierzulande gebräuchlichen Chat-Services WhatsApp. Es lassen sich Verträge über WeChat abschliessen, Arzttermine buchen oder Jobs suchen.

Und mit der Bezahl- und Geldtransfer-App auf dem Smartphone sind hunderte Millionen von Chinesen von ihrer Bank unabhängiger geworden. Bain hält in der Studie lapidar fest, es müsse damit gerechnet werden, dass weitere Tech-Firmen die Wertschöpfungskette von Banken aufzubrechen versuchen werden.

Ein digitales Ökosystem

Ob demnach die Wachstumskurve im mobile Banking auch in anderen Ländern als China gänzlich anbricht, ist nicht garantiert. WeChat hat in China auch darum einen dermassen überwältigenden Erfolg, weil das traditionelle Messaging-System SMS ein Mehrfaches teurer ist als hierzulande und sich darum um den Service schnell auch ein ganzes digitales Ökoystem aufbauen konnte, das rege angewendet wird.

Dass in diesem Jahr Apple Pay in die Schweiz drängte und Alipay punktuell wohl auch bald nutzbar sein wird, muss für Banken aber Warnzeichen genug sein. Denn Dienste wie WeChat haben den Banken zwei Dinge voraus: Sie sind extrem einfach zu nutzen und sind obendrein deutlich günstiger.

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NEWS GANZ KURZ

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

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