Mär
12
2010
Today

Anzeige CPanel

Banner

Telefonnummer der Redaktion: +41 79

«Von Konsensmeinungen halte ich nichts» PDF Drucken Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen
Montag, den 08. Februar 2010 um 08:06 Uhr

Die Börse stieg in den letztem Monaten nicht nachhaltig, behauptet Jordan Cvetanvoski von Carmignac Gestion. Er erwartet eine scharfe Korrektur.

Jordan_Cvetanovski_2Nach einem massiven Einbruch im Jahr 2008 legten die Finanzmärkte der meisten Schwellenländer im vergangenen Jahr deutlich zu. Nun sind viele Anleger unsicher, wie es weitergeht.

Glaubt man den Optimisten, so wird die globale Krise rascher überstanden sein, als man je gedacht hätte. Darum würden auch die Märkte in den Schwellenländern weiter zulegen. Demgegenüber rechnen die Pessimisten mit einer baldigen und erst noch markanten Korrektur.

Letztere Meinung teilt auch Jordan Cvetanovski (Bild). Der Australier mit griechisch-mazedonischen Wurzeln verwaltet zusammen mit Simon Pickard den «Emering-Discovery-Fonds» der französischen Firma Carmignac Gestion. Dabei investiert er in zahlreiche Schwellenländer, unter anderem in so exotische Märkte wie Papua-Neuguinea, die Mongolei oder Albanien.

Herr Cvetanovski, warum erwarten Sie eine Korrektur an den Märkten und empfehlen dennoch Investments in Schwellenländern?

Halt. Das darf man nicht vermischen. Bezüglich der Börsenentwicklung gehe ich von einer scharfen Korrektur aus, weil die in den letzten zwölf Monaten eingetretene Erholung nur von den Finanzmärkten und den vielen staatlichen Geldern getrieben worden ist. In der Realwirtschaft kann noch kaum von einer Erholung die Rede sein.

Mit anderen Worten: Die Börsen sind zu schnell und zu stark gestiegen.

Genau. Darum erwarte ich schon bald eine grössere Korrektur. In der Branche dominiert zwar die Vorstellung, die Märkte würden noch mindestens bis Mitte Jahr zulegen und es dann zu einer leichten Abschwächung kommen könnte. Doch von solchen Konsensmeinungen halte ich ehrlich gesagt wenig. Wenn sich alle einig sind, kommt es immer anders.

Wie denn?

Viele Länder sind mit erheblichen makroökonomischen Ungewissheiten konfrontiert. Enorme Staatsgelder sind im Umlauf, die Währungspolitik ist vielerorts unklar. Droht Inflation oder Deflation? Sind neue Blasen in Sicht? Das alles spricht schon sehr für verletzliche Märkte, denen sich auch die Schwellenländer nicht entziehen können.

Sprach man bislang nicht von einer Entkoppelung der Emerging Markets?

Ja, aber kurzfristig ist dies nicht der Fall. In China droht im boomenden Immobilienmarkt eine erhebliche Blase. Russland hat sich noch zu wenig erholt, in Indien könnte die Inflation den Anlegern einen Strich durch die Rechnung ziehen, und die Türkei hat bislang von sehr tiefen Zinsen profitiert. Das könnte sich bald ändern und das Land vor erhebliche Probleme stellen.

Dennoch empfehlen Sie Engagements in Schwellenländern?

Ja, absolut, weil ich überzeugt bin, dass über einen mittel- bis langfristigen Zeithorizont ausgewählte Unternehmen in Schwellenländern die höchsten Renditen abliefern werden.

Was heisst mittel- bis langfristig.

Ich spreche von den nächsten drei bis zwanzig Jahren. Schwellenländer bieten mit ihrer rasch wachsenden Zahl an Konsumenten das grösste Wachstumspotenzial in der Welt, sei dies in Bezug auf Investitionen, Rohstoffe oder auch Konsumgüter, bis hin zu Luxusprodukten.

Emerging Markets eilt allerdings der Ruf voraus, sehr unberechenbar und höchst volatil zu sein.

Richtig, viele Firmen sind intransparent, die Volatilität ist vergleichsweise hoch, und ganz generell kommt es in diesen Märkten immer wieder zu Überraschungen, sowohl zu positiven wie auch zu negativen. Darum ist das Stock-Picking in diesen Märkten so wichtig.

Warum aber Small- und Mid-Caps?

Da ist primär einmal die Auswahl grösser. Ausserdem sind diese Firmen, oftmals Familiengesellschaften, in der Regel besser geführt. Gleichzeitig gibt es weniger Analysten, die sich mit diesem Universum befassen. Umso grösser sind daher die Chancen für Experten, die sich mit diesen Unternehmen intensiv auseinander setzen. Und schliesslich sind kleine Firmen nicht riskanter als grosse, solange man vernünftig diversifiziert.

Welche Länder favorisieren Sie vor diesem Hintergrund?

Die Brasilien, Indonesien, die Türkei sowie die arabischen Staaten. Ausserdem Polen und Tschechien, die im Fall einer Erholung in Deutschland erheblich profitieren werden. Viele Schwellenländer haben die Finanzkrise der letzten zwei Jahre vergleichsweise gut überstanden, ausserdem ist in den meisten Fällen ihr Bankensystem noch intakt.

In welche Firmen investieren Sie konkret?

Im Health-Care-Bereich empfehle ich etwa Genomma Lab aus Mexico, zudem das brasilianische Detailhandelsunternehmen Amil, das Hotelunternehmen John Keells in Sri Lanka oder das chinesische Bahnunternehmen China Automation. Generell richte ich mein Augenmerk auch auf Energieproduzenten, Luxusgüter sowie auf Rohstoffe. Gerade in den Schwellenländern sind das die Themen der Zukunft, weil der Bedarf danach enorm ist.

Welche Anleger haben Sie auf Ihrem Radar?

In erster Linie institutionelle Investoren; in manchen Ländern aber auch Privatkunden, die eine bislang wenig genutzte Alternative ihrem Portfolio beimischen wollen. Zu den Zielmärkten gehört insbesondere auch die Schweiz. Ich stelle fest, dass hierzulande die Anleger sehr gut informiert sind und daher auch solche Engagements vor allem auch aus Diversifikationsüberlegungen in Betracht ziehen.


Jordan Cvetanovski ist Co-Manager des vor zwei Jahren aufgelegten Fonds «Emerging Discovery» von Carmignac Gestion. Er startete mit 20 Millionen Euro, heute hat der Fonds bereits ein Volumen rund 160 Millionen Euro.


 

 


Diesen Artikel bookmarken:

 

Schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Artikel


Sicherheitscode
Aktualisieren

Banner

JOKE(R)


Ein offener Brief an den griechischen Ministerpräsidenten
+ weiterlesen

WANDELANLEIHEN

Alles über Convertibles.

AgaNolaDie auf Wandelanleihen spezialisierte Asset-Management Boutique in Pfäffikon SZ.


News: «Wandelanleihen zu Unrecht unterschätzt»

Aktuell: Neuer Fonds nach UCITS III geplant

PRIVATE BANKING

Bank Clariden Leu

Aktuell: «Markanter Gewinnsprung»

eFinancialCareers.ch
Aktuelle Jobangebote von eFinancialCareers.
+ weitere Jobangebote
JobDirectory.ch
Aktuelle Jobangebote von Arbeitgebern der Finanzbranche.
+ weitere Jobangebote

Geschenkidee

Smartbox

article thumbnail
+ weiterlesen

Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Buchtipp

Neustart: 50 Ideen für einen starken Finanzplatz Schweiz

Neustart

50 Ideen für einen starken Finanzplatz Schweiz

Von Claude Baumann und Ralph Pöhner.

Das Buch versammelt 33 namhafte Persönlichkeiten und präsentiert deren zukunftsgerichtete Ideen.

+ Mehr zum Buch und bestellen

swiss_banking_cover_120

Swiss Banking - wie weiter?

Aufstieg und Wandel der Schweizer Finanzbranche. Wie aus einem Erfolgsmodell ein Hochrisiko-Faktor für die Schweiz wurde.

+ Mehr zum Buch und bestellen

Magazine

PRIVATE Ausgabe 1/2010 – Das Magazin für private und institutionelle Investoren.

PRIVATE Ausgabe 1/2010 – Das Magazin für private und institutionelle Investoren.

Anregungen

Telefonnummer der Redaktion:
+41 76 385 03 04

Schreiben Sie uns Ihre Ideen, verraten Sie Gerüchte oder sagen Sie uns einfach, über welches Thema Sie gerne etwas lesen würden.

+ Mitteilung schreiben

 
Droht der Schweiz eine neue Schandliste?
Montag, 08. März 2010
article thumbnailSteuerdelikte sollen künftig eine Vortat zur Geldwäscherei werden. Warum dies ein Unsinn ist, schreibt David Zollinger von der Privatbank Wegelin.
+ weiterlesen
Das bekommen Sie für 2,5 Millionen Franken
Mittwoch, 10. März 2010
article thumbnailEin Einfamilienhaus mit Sicht über den Zugersee in Walchwil. Oder ein Einfamilienhaus mit Sauna und Pool in Uitikon Waldegg. Oder ein Haus mit Garten in Rickenbach.
+ weiterlesen
50 Websites, die Ihr Leben erleichtern
Montag, 23. November 2009
article thumbnailFür Arbeit und Freizeit: Wir haben für Sie das Web durchwandert und Favoriten zusammengetragen.
+ weiterlesen