Glarner Kantonalbank: Führung rundum erneuert

Das in der Vergangenheit arg gebeutelte Staatsinstitut ist in die Gewinnzone zurückgekehrt und hat einen neuen Leiter im Privatkundengeschäft.

Die Glarner Kantonalbank bestätigt per Ende Jahr die im ersten Semester 2009 erreichte Rückkehr in die Gewinnzone. Dies in einem nach wie vor schwierigen Umfeld und mit hohem Bereinigungsbedarf bei bestehenden Altlasten, schreibt das Staatsinstitut.

Dennoch zeige die im Herbst 2008 eingeschlagene neue Strategie erste Erfolge. Die Abnahme der Kundengelder im ersten Halbjahr konnte gestoppt und bis zum Jahresende mit Nettozuflüssen wieder kompensiert werden. Die Zahlen für das Geschäftsjahr finden Sie unter diesem Link.

Bankrat erneuert

Der Bankrat und die Geschäftsleitung wurden in den vergangenen zwei Jahren vollständig erneuert. Neben den 2007 respektive anfangs 2008 neu ernannten Bankratsmitgliedern Martin Leutenegger, Präsident, Rolf Widmer, Landesstatthalter, und Peter Rufibach, Landrat sowie Theo Prinz, ehemaliger CEO der Thurgauer Kantonalbank, ersetzte anfangs 2009 Jürg Zimmermann den bereits Ende 2008 zurückgetretenen Felix Lehner.

Im Berichtsjahr trat zudem Bankrat Werner Hösli zurück und Bankrat Erich Leuzinger stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl. Mit Urs Gnos und Rudolf Stäger konnte das Gremium durch einen ausgewiesenen Juristen und einen erfahrenen Finanzfachmann ergänzt werden.

Geschäftsleitung erneuert

In der Geschäftsleitung trat Hanspeter Rhyner im Februar die Leitung des vakanten Firmenkundenbereiches an. Martin Dürst übernahm ab Juli den Bereich Finanz und Logistik von Priscilla Leimgruber. Für die Nachfolge von Stephan Bruhin als Leiter Privatkundengeschäft war Leonhard Walser vorgesehen.

Dieser entschied sich jedoch nach Ablauf der Probezeit aus persönlichen Gründen, die Bank wieder zu verlassen. Mit Armin Landerer konnte ein Nachfolger mit langjähriger Erfahrung gewonnen werden. Er tritt seine Stelle per 1. April 2010 an. «Somit sind alle Organe der Bank wieder komplett und mit ausgewiesenen Experten besetzt», stellt Bankpräsident Martin Leutenegger fest.

Stand der juristischen Aufarbeitung

Wie im letzten Herbst kommuniziert, hat die Regierung die Bank beauftragt, zu überprüfen, ob vormalige Organe bei Kreditvergaben in den Jahren 2005 bis 2007 unsorgfältig gehandelt haben. Aufgrund der Analyse der Kreditfälle kamen die Verantwortlichen der Bank zum Schluss, dass Unsorgfalt vorliegt.

In Absprache mit dem Regierungsrat reichte die GLKB deshalb anfangs 2010 Schadenersatzklage gegen frühere Geschäftsleitungsmitglieder und Bankräte sowie die externe Revisionsstelle ein. Erfahrungsgemäss sind solche Gerichtsverfahren äusserst komplex, wodurch nicht mit baldigen Entscheiden zu rechnen ist. Die Glarner Kantonalbank will während des laufenden Verfahrens und bis zum definitiven Urteil keine Auskünfte geben.

Auf dem Weg zur AG

Am 3. Mai 2009 verabschiedete die Landsgemeinde das revidierte Kantonalbankgesetz. Dieses sieht unter anderem die Beibehaltung der bisherigen Staatsgarantie und die Umwandlung der Bank in eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft vor.

Die Umwandlung wird im 2. Quartal 2010 rückwirkend auf den 1. Januar 2010 erfolgen. Eine Publikumsöffnung ist derzeit nicht vorgesehen. Der Kanton Glarus soll auch künftig Mehrheitsaktionär der Bank bleiben, erhält aber mit der neuen Rechtsform die Möglichkeit, Minderheitsbeteiligungen an Dritte abzugeben.

Höhere Fachkompetenz erwünscht

Die Glarner Kantonalbank erwartet auch im laufenden Jahr ein weiterhin schwieriges wirtschaftliches Umfeld und ähnlich hohen Risikovorsorgebedarf. Die strategische Neuausrichtung wird konsequent weiterverfolgt.

Die Kundenorientierung und -betreuung soll verstärkt werden. Im Zentrum stehen dabei Massnahmen zur Verbesserung der Fachkompetenz aller Mitarbeitenden und zur Steigerung der Marktpräsenz.

Ausbau der Beratungsteams

Wachstum strebt die Glarner Kantonalbank im Firmen- und im Privatkundengeschäft an. Dazu ergänzt sie ihr Kundenberatungsteam mit weiteren kompetenten Mitarbeitenden. Im Fokus der Marktbearbeitung steht in erster Linie der Wirtschafts- und Lebensraum Glarus. Die Bank ist zuversichtlich, dass sich der eingeschlagene Weg positiv auf die Zahlen im Jahr 2010 auswirken wird.

 

 

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