CS: Einst mächtigste Frau der Wall Street, jetzt weg

Sie vereint Stil und Kompetenz. Doch häufig war ihr das Glück in der Branche nicht hold. Sie wurde bloss nach ihrem Äusseren beurteilt.

Ende 2009 hat Erin Callan die Credit Suisse verlassen, wo die Amerikanerin offiziell Hedge-Funds beriet. Auf der Payroll der Schweizer Grossbank stand die 44-jährige Bankerin allerdings nicht allzu lange.

Sie stiess im September 2008 zur Credit Suisse und wurde nach nur gerade fünf Monaten wieder beurlaubt. Offiziell hiess es, sie nehme sich eine Auszeit.

Mitwisserin bei Lehman-Konkurs

Tatsächlich stand ihre Abwesenheit im Zusammenhang mit der juristischen Aufarbeitung des Lehman-Bankrotts. Callan gehörte einer Gruppe von 24-Lehman-Brothers-Kaderleuten an, gegen welche das Bundesgericht ermittelte. Welche Konsequenzen das hat, bleibt unklar.

Die monatelange Auszeit von Erin Callan bei der CS wurde per 31. Dezember 2009 beendet, wie als erstes der US-Fernsehsender «Fox Business News» meldete.

Protegée von Dick Fuld

Erin Callan gehört zweifelsohne zu den schillerndsten Bankerinnen in New York. Sie galt nach Einschätzung des populären Finanzautors Andrew Ross Sorkin eine Zeit lang sogar als «mächtigste Frau an der Wall Street.

Bevor sie im September zur Credit Suisse stiess, war sie rund ein halbes Jahr noch Finanzchefin der inzwischen kollabierten Bank Lehman Brothers gewesen. Sie galt lange Zeit als Protégée von Lehman-Chef Dick Fuld.

Grosse Publizität um Äusserlichkeiten

Callan geriet im Mai 2008 unter Druck, als ihr der einflussreiche Hedge-Fund-Manager David Einhorn von Greenlight Capital öffentlich vorwarf, privat und geschäftlich unterschiedliche Aussagen über die Bewertung von Privat-Equity-Firmen gemacht zu haben. Dies führte schliesslich im Juni zu ihrer Demission bei Lehman Brothers, wo sie 1995 begonnen hatte.

Die grosse Publizität, die dieser Fall auslöste, veranlasste einige US-Medien, sich mit dem attraktiven Äusseren Callans und ihrer exklusiven Garderobe zu befassen.

 

 

 

 

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