Barclays: Angriff auf UBS und Credit Suisse

Breitet sich ein weiteres britisches Finanzinstitut in der Schweiz aus? Die Barclays Group soll Ausbaupläne für ihr Investmentbanking in Zürich hegen.

Dass die britische Barclays-Gruppe derzeit zu den expansivsten Banken der Welt gehört, ist ein offenes Geheimnis. Offenbar will Barclays Capital nun auch im Franken-Handel zu einem wichtigeren Player werden. Wie das deutsche «Handelsblatt» unter Berufung auf Finanzkreise meldet, soll die Handels-Abteilung von Barclays Capital in Zürich innert Wochen von 35 auf 50 Personen aufgestockt werden.

Dabei sollen sich die Händler aufs Geschäft mit dem Franken konzentrieren. Das Management der britischen Investment-Bank glaubt also an eine steigende Bedeutung der Schweizer Währung – zugleich wolle Barclays aber auch die Schwäche der UBS ausnützen, meldet das «Handelsblatt» weiter. Ähnliches meldet inzwischen auch «Dow Jones»: Laut Eingeweihten wolle BarCap die Dominanz von Credit Suisse und UBS im Franken-Handel brechen.

Allerdings hat Barclays derzeit in der Schweiz keine einschlägigen Stellen ausgeschrieben. Insgesamt neun Stellen offeriert die Bank derzeit online, und zwar alle bei Barclays Wealth in Genf.

Ab in die Schweiz? Nicht alle sind begeistert

Sollte sich der Ausbau in Zürich also bewahrheiten, so wäre dies ein anders gelagerter Fall: In den letzten Monaten verlagerten diverse britische Finanzunternehmen Personal und Büros in die Schweiz, um so den gestiegenenen Spitzensteuersätzen in Grossbritannien zu entfliehen – darunter die grossen Hedge-Funds Brevan Howard und Blue Crest. Gegen 50 kleinere Finanzinstitute sollen bislang neue Zelte in der Schweiz aufgeschlagen oder zumindest einen Teil ihrer Operationen hierher verlagert haben.

Allerdings gibt es auch Widerstand. Die Brokerfirma Tullet Prebon offerierte ihren 950 britischen Angestellten in den letzten Monaten weitreichende Möglichkeiten, den Arbeitsplatz nach Genf oder Zürich zu verschieben. Wie die Londoner «Times»gestern meldete, greifen die Mitarbeiter aber nur zögerlich zu.

Dazu trägt bei, dass die Steuerflucht zunehmend erschwert wird. So entschied letzten Monat ein Appelationsgericht den Fall eines Unternehmers, der bereits in den Siebzigerjahren ausgewandert war: Obwohl sich der Mann weniger als 91 Tage in Grossbritannien aufhält, sei er steuerpflichtig, so das Urteil. Denn das «Gravitätsfeld seines Lebens und seiner Interessen» befinde sich immer noch im Vereinigten Königreich.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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