Ist Konzernchef Brady Dougan sein Geld wert?

Mit einem Gehalt von 19,5 Millionen Franken verdiente der CEO der Credit Suisse 2009 deutlich mehr als manche, seiner ebenso erfolgreichen Kollegen.

Zugegeben, die Schweizer Grossbank Credit Suisse erzielte 2009 einen schönen Gewinn und musste nie Staatsgelder beanspruchen. Trotzdem bleibt das Kompensationspaket, das der Amerikaner Brady Dougan für das abgelaufene Geschäftsjahr erhielt, im internationalen Vergleich beachtlich.

Vor allem wenn man berücksichtigt, dass es durch wohltätige Zuwendungen noch «kosmetisch geschrumpft» wurde. Zur Erinnerung, die CS spendet aus dem Topf für variable Vergütungen an die Geschäftsleitung rund 20 Millionen Franken an karitative Zwecke.

Unter die psychologische Marke gedrückt

Damit blieb Dougans Entschädigung nicht nur unter psychologischen Marke von 20 Millionen Franken, sondern er war damit auch nicht der globale Top-Verdiener.

Brady_Dougan_2Mit seinen 19,5 Millionen Franken bleibt Brady Dougan hinter John Stumpf, CEO von Wells Fargo, wie nachstehende Rangliste zeigt. Der CEO der Schweizer Grossbank verdiente aber knapp eine Million Franken mehr als der ebenso erfolgreiche, viertplatzierte James Dimon, Chef von J.P. Morgan, und fast 6 Millionen Franken mehr als Josef Ackermann, CEO der auch höchst profitablen Deutschen Bank.

Für halb so viel Geld «Gottes Arbeit» verrichtet

Lloyd_Blankfein_2Interessant ist allerdings auch, dass Dougan rund doppelte so viel kassiert wie Lloyd Blankfein, der als Chef von Goldman Sachs gemäss eigener Einschätzung bekanntlich «Gottes Arbeit» verrichtet. Und während Dougan einen Mix aus Fix-Salär und leistungsabhängigen Vergütungen erhält, kriegt Blankfein seinen gesamten Lohn in Form von Goldman-Sachs-Aktien.

Gemessen an der Aktien-Performance leistete Blankfein im vergangenen Jahr in der Tat am meisten: Die Papiere der US-Bank legten um 97,5 Prozent zu, während die Titel der CS um 79,7 Prozent steigen, knapp gefolgt von der Deutschen Bank, deren Aktien um 77,6 Prozent an Wert gewannen. So besehen hat Blankfein für einen wesentlich geringeren Lohn als Brady Dougan mehr für die Eigentümer geleistet.

Performance-Vergleich 2009

Chart_GS_CS_JP

 

Das sind die «Fat Cats» 2009:
(alle Angaben in Franken, wo nötig umgerechnet; 1 Dollar = 1.10 Franken; 1 Euro = 1.45 Franken)

  1. John Stumpf, CEO Wells Fargo: 23,4 Millionen Franken (Cash und Aktien)
  2. Brady Dougan, CEO Credit Suisse: 19,5 Millionen Franken (Fixsalär, Bonus und Aktien, teilweise gesperrt)
  3. Kenneth I. Chenault, CEO American Express: 19,1 Millionen Franken (Cash-Bonus und Aktien)
  4. James Dimon, CEO J.P. Morgan: 18,7 Millionen Franken (Bonus in gesperrten Aktien und Optionen)
  5. Josef Ackermann, CEO Deutsche Bank: 13,9 Millionen Franken (Fixsalär, Cash-Bonus und gesperrte Aktien)
  6. Richard Handler, CEO Jefferies: 13,2 Millionen Franken (Cash und gesperrte Aktien)
  7. James Gorman, CEO Morgan Stanley: ungefähr 10,8 Millionen Franken (9,9 Millionen Franken gesperrte Aktien 0,9 Millionen Franken Fixsalär; Gorman wurde am 1. Januar 2010 CEO, zuvor Chef Global Wealth Management)
  8. Richard Fairbank, CEO Capital One Financial: 10,7 Millionen Franken (nur Aktienoptionen, kein Fixsalär, kein Cash-Bonus)
  9. Lloyd Blankfein, CEO Goldman Sachs: 9,9 Millionen Franken (nur Aktien)
  10. Kenneth Jacobs, CEO Lazard: 8,1 Millionen Franken (Fixsalär und Aktien; Jacobs übernahm die Leitung im November 2009 nach dem Tod von Bruce Wasserstein)
  11. Brian Moynihan, CEO Bank of America: 1,1 Millionen Franken (Fixsalär, kein Bonus für 2009; Moynihan übernahm kürzlich den Job von Kenneth Lewis, der ein Fixsalär von 1,7 Millionen Franken erhielt; zuvor leitete Moynihan die Retailbank von Bank of America)

 

 

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Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

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Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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