Swatch fordert 30 Millionen Franken von der UBS

Die Swatch Group hat beim Zürcher Betreibungsamt eine Forderung eingereicht. Es geht um Absolute-Return-Anlagen, die der Uhrenkonzern bei UBS getätigt hat.

 

Konkret eingereicht wurde die Betreibung von The Swatch Group Finance in Luxemburg. Konzern-Sprecherin Beatrice Howald bestätigt gegenüber finews.ch den Schritt: «Es ist richtig, dass die Swatch Group im April 2009 in Bezug auf bei der UBS getätigte Geldanlagen eine Betreibung über 30 Millionen Franken eingeleitet hat. Die Swatch Group ist im Moment im Gespräch mit dem neuen Management der Bank zum Thema.»

Swatch.Betr

Konkrete Angaben über den Fall wollen weder die Swatch Group noch die UBS machen. Zwei mögliche (Fehl-)Anlagen führten bislang meist zu derartigen Differenzen zwischen Grossbanken und Industrieunternehmen: Entweder ging es um Anlagen in Dachfonds, welche wiederum ins Madoff-System investierten (dazu «UBS: Angriff von Dassault»). Oder aber – häufiger – drehte sich solch ein Streit um Anlagen in Absolute Return Funds.

Swatch-Konzernchef Nick Hayek bestätigte gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass Swatch mit UBS-Absolute-Return-Fonds Verluste erlitten hatte: «Die Bank machte falsche Versprechungen».

Begehren im April 2009 eingereicht

Eingereicht wurde das Betreibungsbegehren von Swatch am 24. April 2009, die UBS erhob Rechtsvorschlag. Dies bedeutet, dass die Bank den Betreibenden auf den gerichtlichen Weg verweisen will.

Die Swatch Group wies für 2008 Verluste von 163 Millionen Franken aus dem Geschäft mit handelbaren Wertschriften und Derivaten aus.

Patron Hayek als Kritiker gewisser Investment-Methoden

Pikant wird der Streit, weil sich Swatch-Gründer Nicolas G. Hayek zuvor schon mehrfach dezidiert gegen die Investment-Methoden der Grossbanken ausgesprochen hat: Er ist einer jener Vertreter des Industriestandorts Schweiz, die sich entschlossen für eine neue Kultur am Finanzplatz Schweiz engagieren.

Auf dem Titelblatt des Swatch-Geschäftsberichts 2008 prangte der Satz: «Warning! This publication is not recommended for the acrobats and jugglers in today's financial circus».

Prozesstaktische Gründe?

Unter Verweis aufs Bankgeheimnis möchte sich die UBS nicht zum Fall äussern.

Grundsätzlich schreibt Sie: «Die Höhe aller Betreibungen gegen eine juristische Person hat keinerlei Aussagekraft über effektiv vorhandene oder rechtlich durchsetzbare Forderungen gegenüber dieser juristischen Person. Vielfach werden Betreibungen aus prozesstaktischen Gründen, z.B. zur Verjährungsunterbrechung, benutzt.»

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Wo sich ein MBA am meisten lohnt

Hier haben MBA-Absolventen ihre Studiengebühren am schnellsten wieder verdient.

Selection

Selection

So sieht der Banker der Zukunft aus

Mit aller Macht versuchen die Banken, ihr Geschäft ins Zeitalter der Digitalisierung zu retten.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

weitere News