Wie die UBS auf dem Heimmarkt Gas geben will

Im Schweizer Retailbanking musste die UBS in der Krise Federn lassen. Roger von Mentlen, Leiter des Bereichs, erklärt, wo nun die Prioritäten liegen.

Roger_von_MentlenIn einem Gespräch mit dem Fachmagazin «Schweizer Bank» skizziert Roger von Mentlen (Bild) die grossen Linien der UBS im hiesigen Privatkundengeschäft. In der Schweiz hat die Bank in diesem Markt rund 2,5 Millionen Kunden, 300 Geschäftsstellen in zwölf Regionen und beschäftigt rund 4‘000 Mitarbeiter. Damit verfügt sie über einen Marktanteil von bis zu 30 Prozent.

Der Bereich zielt auf eine Klientel, die bis zu 250'000 Franken hat. Um das Image der Bank nachhaltig zu verbessern, will die UBS wieder verstärkt ins Geschäftsstellennetz investierten und sucht auch Kooperationen. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit Schweizer Tourismus. Andere Engagements sollen folgen, so von Mentlen weiter.

Mehr Schweizer Produkte

Auf der Produktseite will die UBS vermehrt Fonds mit dem Fokus auf Schweizer Anlagen anbieten, weil dies einem Kundenbedürfnis entspreche. Insgesamt seien die Kunden kritischer geworden, verfügten über mehr Detailkenntnisse und stellten mehr Fragen, sagt von Mentlen. Immer öfter seien zum Beispiel Zinsprognosen ein Thema.

Angesprochen auf die Veränderungen in der Kundenbetreuung erklärt von Mentlen, dass man in den vergangenen zwei Jahren den Kontakt stark intensiviert habe und die Klientel entlang der Lebensphasen betreue.

Neues Wachstum im Hypothekengeschäft

Nachdem die UBS 2008 sowohl Retailvermögen als auch Hypothekarkunden verloren habe, schrieb die Bank bereits 2009 wieder positive Zahlen in dem Bereich. Inzwischen wachse sie mit gut 2 Prozent im Hypothekargeschäft, was allerdings nach wie vor unter dem Markt liege, der mit 4,8 Prozent zulege, sagt von Mentlen.

Trotz der Veränderungen im Offshore-Geschäft betreut auch von Mentlens Abteilung weiterhin ausländische Kunden mit Vermögen von bis zu 250‘000 Franken. Es herrschten nun aber klare Richtlinien und strenge Zertifizierungsregeln für die Berater. «Und wir reisen nicht», sagt von Mentlen, «wir betreuen ausschliesslich Kunden, die selber in die Schweiz kommen.»

Verankerte Mitarbeiter

Von Mentlen, der selber seit 33 Jahren bei der UBS arbeitet, legt heute wesentlichen Wert darauf, dass die neuen Leute in der jeweiligen Region verankert sind und verspricht sich davon eine noch grössere Nähe zur Kundschaft. Er motiviere seine Leute mit vielen Gesprächen und hofft überdies, dass die Investitionen in die Geschäftsstellen und die Aufwertung der Geschäftsstellenleiter massgeblich zu einer guten Arbeitsatmosphäre beitragen.

Als grösste Konkurrenten im Privatkundengeschäft nennt von Mentlen im Interview die Credit Suisse, Raiffeisen, die Kantonalbanken sowie die Postfinance und Valiant.

Lesen Sie das ganze Interview unter diesem Link.


Roger von Mentlen ist Leiter Privatkunden Schweiz und Group Managing Director der UBS. Er absolvierte bereits die Lehre bei der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) und war seitdem in verschiedenen Funktionen für UBS tätig. Von 2002 bis 2006 war er Leiter des Ressorts Market & Sales Management Wealth Management Schweiz.

Im Jahr 2007 leitete er das Marktgebiet Wealth Management Zürich-City, bevor er 2008 die Verantwortung über die Region Zürich und 2009 die Region Mittelland, Nord- und Zentralschweiz übernahm. Heute ist von Mentlen als Leiter Privatkunden Schweiz für rund 300 Geschäftsstellen und 4'000 Mitarbeiter verantwortlich. Er ist verheiratet und Vater von drei Söhnen.

 

 

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

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Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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