Reiche Anleger schätzen ihre Banken immer noch

Eine Studie unter vermögenden Anlegern bestätigt den Vertrauensverlust durch die Finanzkrise. Dennoch: Drei Viertel der Kunden sind mit ihrer Hauptbank zufrieden.

Die Finanzkrise hat bei Private-Banking-Kunden in der Schweiz, in Deutschland und Österreich einen erheblichen Verlust an Vertrauen in die Bankenbranche zur Folge. So stimmten über 80 Pro-
zent der befragten 332 Anleger der Aussage zu, die Banken seien für kurzfristige Gewinne zu hohe Risiken eingegangen, und fast ebenso viele sind der Meinung, die Bonussysteme hätten falsche Anreize gesetzt. Dies ist das Ergebnis einer im Auftrag der LGT von Teodoro D. Cocca durchgeführten Befragung zum Verhalten von Kunden mit einem freien Anlagevermögen von 900‘000 Franken, respektive 600‘000 Euro (Deutschland) oder 500‘000 Euro (Österreich).

59 Prozent sind von ihrer Privatbank «begeistert»

Der Vertrauensverlust ist in der Schweiz stärker ausgeprägt als in den beiden anderen Ländern. Weniger als 25 Prozent aller Befragten glauben, dass die Banken aus der Krise gelernt haben. Trotzdem zeigen sich 76 Prozent (Schweiz: 73) der Kunden zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer eigenen Hauptbank, und 68 Prozent (Schweiz: 59) sind sogar begeistert oder sehr begeistert. Gemäss der Studie haben es besonders Privatbanken verstanden, auch während der Finanzkrise durch ihre Kundennähe und Betreuungsintensität die Zufriedenheit ihrer Kunden (95 Prozent) zu wahren oder gar zu steigern.  

Flucht in Cash

Aktien sind mit einem Anteil von 32 Prozent am durchschnittlichen Vermögensportfolio nach wie vor die bedeutendste Anlageklasse. Die Finanzkrise führte nach Aussagen der Befragten zu erheblichen Umschichtungen weg von Derivaten, Aktien, Alternativen Anlagen und Anlagefonds hin zu Rohstoffen, Gold und anderen Edelmetallen sowie vor allem in Cash. Liquide Mittel nimmt im Durchschnittsportfolio mit 29 Prozent den zweitgrössten Anteil ein.

60 Prozent (Schweiz: 69) der Befragten wollen als Lehre aus der Finanzkrise künftig komplexe und schwer verständliche Anlageprodukte meiden. Krass ist das geografische Klumpenrisiko: Rund zwei Drittel der Anlagevermögen werden im Heimmarkt investiert.


Den vollständigen «LGT Private Banking Report 2010» können Sie hier herunterladen.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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