Der Streit um den goldenen Lohn

Für UBS-Präsident Villiger haben die Banken keine Wahl: Ihre Saläre sind globalen Zwängen unterworfen. Allein: Schweizer Banken entlöhnen vergleichsweise gut.

Die Spitzenlöhne waren auch am gestrigen Arbeitgebertag in Bern ein grosses Thema: Erst wandte sich Arbeitgeberpräsident Rudolf Stämpfli gegen die lohnbestimmenden SP- und Minder-Initiativen, und dann griff auch der UBS-Präsident das Thema auf: Kaspar Villiger warnte vor wirtschaftspolitischen Eigentoren.

«Das globale Salärniveau wird nicht in Schaffhausen festgelegt, und in Herrliberg wahrscheinlich auch nicht», sagte Villiger in Anspielung auf die Minderinitiative – aber auch von Christoph Blochers Idee, die Lohnexzesse via Aktienrecht zu kontrollieren.

Die politische Stimmung sei derzeit emotional, aber man sollte einen kühlen Kopf bewahren: Die Kosten einer überhasteten und unproportionalen regulatorischen Verschärfung hätte die gesamte Schweizer Wirtschaft zu tragen, so Villiger.

«Geldregen für UBS und Credit Suisse»

Es geht also um den internationalen Konkurrenzkampf, um das globale Lohnniveau und um die Frage: Sollen die Spiesse der Schweizer Banken hier eventuell gekürzt werden?

Villigers Warnung traf zufälligerweise auf eine Fleissarbeit des deutschen «Manager Magazin». Das Fachblatt aus Hamburg verglich gestern das Salärniveau der Geschäftsleitungen europäischer Stoxx-Konzerne im Dreijahreszeitraum zwischen 2007 und 2009 – und kam dann zur Schlagzeile: «Geldregen für UBS, Credit Suisse und Deutsche Bank».

Allerdings: Zu diesem Titel trug bei, dass die Lohndaten in Relation zum Erfolg gestellt wurden – also zur Eigenkapitalrendite und zum Shareholder Return in den Jahren 2007 bis 2009.

Mit der Folge, dass erstens die Banken-Saläre, verglichen mit der Industrie, insgesamt exzessiv erscheinen. Und dass zweitens die Salarierung bei der UBS (sie betraf Marcel Rohner und Oswald Grübel) wegen des dürftigen Erfolgs mit Abstand am ungerechtfertigsten wirken.

Den zweitschlechtesten «Pay-for-Performance»-Indikator erhielt allerdings die Credit Suisse – trotz solider Ergebnisse. Hier wurde das Bild durch Brady Dougans Gewalts-Honorierung für 2009 verschoben.

So oder so: Nimmt man auch alleine die Lohnlisten von 2009, so müssen sich die Schweizer Banker nicht verstecken. In der Gilde der «Fat Cats» der Finanzwelt können die Spitzenverdiener in den oberen Rängen mithalten.

Gehälter 2009 – Fünfzig Spitzenleute der Finanzwelt


Thomas Montag, Head of Global Banking & Markets Bank of America/Merrill Lynch – 29 Millionen Dollar.

John Stumpf, Chairman und CEO Wells Fargo – 21,3 Millionen Dollar.

Brady Dougan, CEO CreditSuisse, 19 Millionen Dollar.

Jamie Dimon, CEO, JP Morgan Chase – 17 Millionen Dollar.

Joseph Saunders, CEO, Visa – 14,5 Millionen Dollar.

Stuart Gulliver, Leiter HSBC Investment Bank – 14,7 Millionen Dollar.

Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank – 13,1 Millionen Dollar.

CarstenKengeter, Co-CEO UBS Investmentbank – 12,4 Millionen Dollar.

Doug McGregor, Chairman und Co-CEO RBC Capital Markets – 12,1 Millionen Dollar.

Mark Standish, President und Co-CEO, RBC Capital Markets – 12,1 Millionen Dollar.

Larry Fink, CEO, Blackrock – 12 Millionen Dollar.

Ajay Banga, CEO Mastercard – 12 Millionen Dollar.

Ina Drew, Chief Investment Officer, JP Morgan Chase – 12 Millionen Dollar.

Richard Handler, CEO Jefferies – 12 Millionen Dollar.

StefanLippe, CEO Swiss Re – 11,7 Millionen Dollar.

Steve Black, ehemals Co-CEO JP Morgan – 11 Millionen Dollar.

John Havens, CEO Corporate & Investment Banking Citigroup – 11 Millionen Dollar.

Anshu Jain, Head Global Markets Deutsche Bank – 10,7 Millionen Dollar.

Manuel Medina-Mora, Leiter Consumer Banking Citigroup – 10,2 Millionen Dollar.

Edward Kelly, Vice Chairman, Citigroup – 9,7 Millionen Dollar.

Rick Waugh, CEO Bank of Nova Scotia – 9,5 Millionen Dollar.

Greg Curl, ehemals Chief Risk Officer, Bank of America – 9,2 Millionen Dollar.

Lloyd Blankfein, CEO Goldman Sachs – 9 Millionen Dollar.

Gary Cohn, President und COO Goldman Sachs – 9 Millionen Dollar.

David Viniar, CFO, Goldman Sachs – 9 Millionen Dollar.

James Gorman, CEO, Morgan Stanley – 8,6 Millionen Dollar.

Gordon Nixon, CEO Royal Bank of Canada – 8,4 Millionen Dollar.

Michael Durland, Head Global Markets, Bank of Nova Scotia, 8,1 Millionen Dollar.

Jes Staley, CEO JP Morgan – 7,6 Millionen Dollar.

Bill Winters, ehemals Co-CEO, JP Morgan – 7,6 Millionen Dollar.

Charles Scharf, Head Retail Banking, JP Morgan – 7,1 Millionen Dollar.

Walid Chammah, Chairman Morgan Stanley International – 6,6 Millionen Dollar.

Michael Geoghegan, CEO HSBC Group – 6 Millionen Dollar. **

Hermann-Josef Lamberti, COO Deutsche Bank – 5,6 Millionen Dollar

Hugo Bänziger, Chief Risk Officer Deutsche Bank – 5,5 Millionen Dollar.

Stefan Krause, Finanzchef Deutsche Bank – 5,5 Millionen Dollar.

Ruth Porat, CFO, Morgan Stanley – 5,5 Millionen Dollar.

Colm Kelleher, Co-Präsident Institutional Securities, Morgan Stanley – 5,4 Millionen Dollar.

Michael Cavanagh, CFO, JPMorgan Chase – 5,3 Millionen Dollar.

Brian Moynihan, CEO Bank of America – 5,1 Millionen Dollar.

Joe Price, Head of Consumer Banking, Bank of America – 5 Millionen Dollar.

John Gerspach, CFO, Citigroup – 4,9 Millionen Dollar.

Michael Cohrs, Head Global Banking, Deutsche Bank – 4,4 Millionen Dollar.

David Darnell, President Commercial Banking, Bank of America – 4,1 Millionen Dollar.

Oswald Grübel, CEO, UBS – 2,8 Millionen Dollar *

Stephen Hester, CEO, Royal Bank of Scotland – 1,8 Millionen Dollar *

Eric Daniels, CEO, Lloyds Banking Group – 1,5 Millionen Dollar *

John Varley, CEO Barclays – 1,5 Millionen Dollar.

John Mack, Chairman, Morgan Stanley – 800'000 Dollar *

Kaspar Villiger, Verwaltungsratspräsident UBS – 700'000 Dollar *

Bob Diamond, President, Barclays Capital – 380'000 Dollar *

Vikram Pandit, CEO Citigroup – 1 Dollar *

** spendet gesamte Lohnsumme für gute Zwecke
* Verzicht auf Bonus

Der Einheitlichkeit halber wurden alle Summen in Dollar ausgedrückt.

Die Medienmappe zum Arbeitgebertag finden Sie hier.

Die Lohn-Dreijahresbilanz des «Manager-Magazin» finden Sie hier.

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Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

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Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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