London: Trendwende beim Bonus-Verzicht?

Seit die Royal Bank of Scotland und Lloyds mit Steuergeldern gerettet wurden, geht es wieder aufwärts. Nicht nur mit den Zahlen, auch bei den Boni.

Die grössten britischen Banken haben in den ersten sechs Monaten bisher insgesamt einen Gewinn von rund 8,4 Milliarden Pfund eingefahren. Dies, nachdem einige von ihnen noch im letzten Jahr noch vor der Pleite standen, mit Steuergeldern gestützt und teilweise in staatliche Obhut überführt werden mussten.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) und die Lloyds Banking Group, die ihre Unabhänigkeit aufgeben mussten, dürften nach den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gemeinsam einen Gewinn von einer Milliarde Pfund erreichen, wie der «Daily Telegraph» schätzt. Ihre Semesterzahlen werden dieser Tage erwartet.

Zahltag in der City

Die CEOs der beiden Banken, Stephen Hester respektive Eric Daniels, hatten seinerzeit angesichts der Verluste und der öffentlichen Empörung über hohe Bezüge auf Boni verzichtet. Konkret: Hester liess sich eine 1,6 Millionen Pfund Prämie nicht überweisen, und Daniels verzichtete auf 2 Millionen Pfund.

Die Bescheidenheit könnte nun aber ein abruptes Ende finden: Angesichts der jüngsten Erfolgsmeldungen aus dem bislang angeschlagenen Bankensektor Grossbritanniens dürften die Erwartungen wieder wachsen.

Ende der Zurückhaltung?

So kursieren denn nun auch in der City seit kurzem Gerüchte, wonach sich die beiden Chefs kein zweites Mal mehr zurückhalten wollen. Zwar ist es jetzt noch zu früh, über derlei Begehrlichkeiten konkret reden zu können. Doch Berechnungen des Centre for Economics and Business Research besagen, dass das Londoner Bonusbudget in diesem Jahr um 10 Prozent auf 6.8 Milliarden Pund ansteigen dürfte.

 

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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