Jetzt läuft das grosse Banker-Bashing

Die Bonuszahlungen der UBS schüren den Volkszorn. Online-Medien bieten allen Raum für Wortanschläge gegen die Banker. Was sagen Sie dazu?

Für den normalen «Bänkler» im Schweizer Geschäft mag der Bonus einen halben bis einen ganzen Monatslohn ausmachen. Das hindert die Politiker nicht, grobes Geschütz aufzufahren. Konsumentenschützer wie auch die SP sind entsetzt, dass die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) der UBS Bonuszahlungen erlaubt hat.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) bedauert es, dass die Neuorganisation der Bankenaufsicht nicht dazu geführt habe, dass auch die Interessen der Kunden vertreten würden. Dass der UBS trotz Verlusten und Staatshilfe Bonuszahlungen gestattet würden, decke auf, dass die Finma in erste Linie dem Wohl der Banken verpflichtet sei.

Die SP versäumt es auch nicht, Kritik an der Finma-Führung  zu üben. Wer gegenüber der UBS in der heutigen Situation keine Nullrunde durchsetze, dem fehle das notwendige politische Gespür. Sie verlangt gar den Rücktritt von Finma-Chef Haltiner. Die SP greift noch weiter: Sie will nicht nur Boni unterbinden, sondern auch Ausschüttungen an die Aktionäre.

«Die Jungs in der Vermögensverwaltung haben gut gearbeitet.»

Im Online-Forum von «20 Minuten» überbieten sich gegen 1000 Leser in ihren Kommentaren. Das UBS- und Banken-Bashing wird aber auch in anderen Foren gepflegt, wie ein Besuch der Websites von «Tages-Anzeiger» und «Blick» zeigt. Auch «Cash» lässt das Thema nicht aus und will in einer Umfrage wissen, ob es richtig sei 2 Milliarden Boni auszuzahlen:  22 Prozent sagen «Ja. Die Jungs in der Vermögensverwaltung haben gut gearbeitet – im Gegensatz zu den Investmentbankern». Nicht ganz überraschend finden 72 Prozent «Nein». Staatshilfe, Beinahe-Konkurs und Milliardenboni gehen nun mal nicht zusammen». Für die Antwort: «Mir ist das egal – ich habe mich längst von der UBS abgewendet» haben sich 4  Prozent entschieden.» 

Besonnene Stimme scheinen zu verhallen. Der «Tages-Anzeiger» erinnert daran, dass die Bank aus vertraglichen Gründen gar nicht umhin komme, die Boni zu zahlen. Er weist darauf hin, dass die Boni tatsächlich massiv gekürzt worden sind: «Der variable Teil der Lohnsumme dürfte von 49 Prozent auf unter 15 Prozent sinken.»

«Vernünftiger Bonus durchaus verdient»

«Ein Skandal wären die UBS-Boni nur dann, wenn sie zum grössten Teil ans obere Kader oder sogar an Verantwortliche für das Debakel gehen würden», findet Barbara Gisi, Kaderfrau beim KV Schweiz und zuständig für die Angestelltenpolitik, gegenüber «20 Minuten Online». «Kommen hingegen vor allem die von uns vertretenen ‹normalen› Angestellten zum Zug, die meist einen guten Job in dieser schwierigen Zeit machen, dann ist ein vernünftiger Bonus durchaus verdient.»

Im Unterschied zu den meisten andern Branchen, in denen Bonus eine Gratifikation bedeutet und ein Zückerchen für gute Jahre darstellt, haben Grossbanken, Privatbanken, Kantonalbanken, Raiffeisenkassen und Regionalbanken ein Entschädigungssystem installiert, das auf einer überproportional hohen Leistungskomponente basiert. Aber: Erklärungen zum System hin oder her - die Schweizer zeigen wenig Verständnis für Boni bei einer Bank, die vom Staat gerettet werden muss.

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

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Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

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Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

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Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

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Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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