Rolf Zaugg: «In der Stadt Zürich gibt es zur Zeit keine richtige Regionalbank»

Unlängst haben die Umbauarbeiten im Geschäftshaus am Stadelhofen begonnen. Nächstes Jahr zieht dort die Clientis Zürcher Regionalbank ein.

Bislang ist die Clientis Zürcher Regionalbank mit zwölf Filialen im Zürcher Oberland sowie am rechten Zürichseeufer vertreten. In ihrem angestammten Marktgebiet ist jeder vierte Einwohner Kunde bei der Bank.

Nächstes Jahr wird sich nicht nur die Zahl der Filialen erhöhen, sondern die Bank wird erstmals in ihrer Geschichte auch direkt in der Stadt Zürich vertreten sein. Auf insgesamt drei Ebenen oder 500 Quadratmetern wird die grösste Regionalbank im Kanton Zürich an der Goethestrasse 18 beim Bahnhof Stadelhofen eine Filiale eröffnen.

Vier strategische Geschäftsfelder

Dort sollen Dienstleistungen in den vier strategischen Geschäftsfeldern Hypotheken Anlegen, Private Banking und Firmenkunden angeboten werden. «Der Fokus in der Stadt Zürich liegt in erster Linie auf den Privatkunden», erklärt Rolf Zaugg (Bild), Vorsitzender der Geschäftsleitung.

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Der Vorstoss in die Limmatstadt ist Teil einer ambitiösen Wachstumsstrategie. Interessant sind die Überlegungen, die dahinter stecken: Erfahrungen hätten gezeigt, so Rolf Zaugg, dass, wenn alle Marktteilnehmer in einer Region vertreten seien, die Regionalbanken in der Regel einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent erreichten. Und. «In der Stadt Zürich gibt es zur Zeit keine richtige Regionalbank», sagt der Clientis-Chef.

Produkte, die der Kunde versteht

Zaugg geht noch einen Schritt weiter und findet, dass in der Stadt Zürich eine Regionalbank fehle. Dem Einwand, dass es am Ort schon genügend Geldhäuser gebe, entgegnet er: «Nein, wie unsere Potenzialeinschätzung und auch erste Gespräche ergeben haben, ist die Nachfrage vor allem bei Privat- und Firmenkunden gross.»

Profilieren will sich die Regionalbank vor allem mit ihrer Kundenberatung. «Wir nehmen uns Zeit für den Kunden, kennen ihn beim Namen und gehen auf seine Wünsche und Bedürfnisse ein. Bei uns steht der Mensch im Vordergrund», erklärt Rolf Zaugg. Darüber hinaus biete die Bank Produkte und Dienstleistungen an, die der Kunde auch verstehe.

Kein Dividenden-Druck

Anders als beim Gros der Konkurrenz ist auch das Geschäftsmodell des Instituts. «Wir sind eine genossenschaftlich organisierte Bank ohne einbezahltes Kapital. Mit dem Gewinn stärken wir unser Eigenkapital, zumal wir nicht verpflichtet sind, hohe Dividenden an die Eigentümer auszuzahlen», betont Zaugg.

Der Erfolg der letzten Jahre habe denn auch gezeigt, dass sich die Bank genau mit diesen Unternehmenswerten von den Mitbewerbern unterscheiden und viele neue Kunden gewinnen konnte. Über die Höhe der Investitionen, die nun in den neuen Standort in der Stadt Zürich fliessen, will man sich bei der Clientis nicht konkret äussern.

Investitionen innert vier Jahren amortisieren

Es heisst bloss: «Unser Ziel ist es, die getätigten Investitionen innert drei bis vier Jahren zu amortisieren.» Der Vorstoss in die Finanzmetropole der Schweiz hat sich indessen bereits im Abschluss für das 1. Halbjahr 2010 niedergeschlagen. Der Geschäftsaufwand stieg insgesamt um 4,7 Prozent.

Vorderhand wird am Zürcher Stadelhofen noch tüchtig gebaut. Einseitig ist die Falkenstrasse gesperrt, und ein Baukran lässt darauf schliessen, dass einiges zu erwarten ist.

Chef noch nicht bestimmt

Die Eröffnung ist im 4. Quartal 2011 vorgesehen. Voraussichtlich werden fünf Leute dort arbeiten. Wer die Leitung der Filiale übernimmt, ist noch nicht bestimmt. Die künftige Geschäftsstelle gehört in die Marktregion Zürich/See; Leiter dieser Region ist André Wegmann.

Die Clientis Regionalbank Zürich gehört zur Clientis-Gruppe, die insgesamt 22 Institute umfasst und in ihren knapp 100 Geschäftsstellen rund 670 Personen beschäftigt.

Offene Stellen bei der Clientis-Gruppe finden Sie unter diesem Link.

 

 

 

 

 

 

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