«Kantonalbanken stellen kein Systemrisiko dar»

Seit Juli ist Peter Siegenthaler Präsident des Verbands der Schweizerischen Kantonalbanken. Am Freitag zog er eine Bilanz seiner ersten 100 Tage.

Peter_Siegenthaler

Nach den ersten 100 Tagen im Amt betonte der frühere Chef der Eidgenössischen Finanzverwaltung, dass die Kantonalbanken im Inlandgeschäft eine wichtige Rolle spielten.

«Als Gruppe sind die Kantonalbanken Marktführer, sowohl im Hypothekargeschäft als auch im Kreditgeschäft für Klein- und mittelgrosse Unternehmen (KMU)», sagte Siegenthaler (Bild) in seiner Funktion als Präsident des Verbands Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) am Freitag in Zürich.

Keine Kreditverknappung dank Kantonalbanken

In diesen beiden Bereichen machen die Kantonalbanken rund 34 beziehungsweise 37 Prozent des Schweizerischen Gesamtmarkts aus. «Dass wir in der Schweiz in keiner Phase der jüngsten Finanzkrise mit einer Kreditverknappung zu kämpfen hatten, ist nicht zuletzt ein Verdienst der Kantonalbanken», betonte Siegenthaler.

Ziel des VSKB sei es nun, weitere Kooperationsmöglichkeiten unter den Kantonalbanken zu finden. Dabei, so Siegenthaler,  gehe es nicht darum, Mammut-Projekte für alle autonomen Mitglieder auf die Beine zu stellen, sondern in kleinen Schritten Gemeinsamkeiten zu nutzen.

Mehrwöchige Tour de Suisse

Der VSKB-Präsident unternahm nach seinem Amtsantritt eine mehrwöchige Tour de Suisse, auf der er die einzelnen Kantonalbanken besuchte, sich deren Anliegen anhörte und Lösungen für die verschiedenen Probleme erörterte.

Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Kantonalbanken sieht Siegenthaler etwa im Bereich der Compliance sowie bei den neuen regulatorischen Auflagen und im E-Banking.

Kantonalbanken sind ersetzbar

Im Zusammenhang mit der wichtigen wirtschaftlichen Stellung der Staatsinstitute in der Schweiz unterstrich Siegenthaler an der heutigen Orientierung, dass die Kantonalbanken trotz ihrer Bedeutung für die Schweiz kein Systemrisiko darstellten.

Die Leistungen der Kantonalbanken «könnten in der erforderlichen Zeit vom Markt ersetzt werden. Zudem weisen sie nicht den gleichen Verflechtungsgrad wie eine Grossbank auf, und es fehlt ihnen zu weiten Teilen die internationale Dimension, was die rechtliche Komplexität einer Abwicklung der Bank erheblich reduziert», erklärte Siegenthaler.

Mahnung an die Politiker

Daher ermahnte Siegenthaler auch die Behörden und die Politik, die Kantonalbanken nicht mit derselben Elle zu messen wie die Grossbanken. «Im Rahmen der laufenden Verschärfungen und Regulierungen in den Bereichen Eigenmittel, Liquidität und Risikoverteilung muss zwingend den unterschiedlichen Grössen, Geschäftsmodellen und Risikopositionen der betroffenen Institute Rechnung getragen werden: «One size does not fit all.»

Alle Unterlagen zur heutigen Medienkonferenz finden Sie unter diesem Link.

 

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

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Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

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Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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