UBS: Chefs müssen ihre Mitarbeiter benoten

Bei den Mitarbeitergesprächen im Dezember werden die Beschäftigten von ihren Vorgesetzten mit Leistungsnoten zwischen 1 und 5 bewertet.

Anders als in den Vorjahren erhalten die Angestellten beim traditionellen Mitarbeitergespräch von ihren Chefs diesmal Noten, wie die «NZZ am Sonntag» am Wochenende berichtete. Damit soll den Beschäftigten mitgeteilt werden, ob sie besser oder schlechter arbeiten als ihre Teamkollegen.

Die UBS hat entsprechende Angaben bestätigt und ergänzte gegenüber der Zeitung, es gehe darum, einen «konstruktiven Wettbewerb» zu fördern.

Jeder dritte Mitarbeiter erhält schlechte Noten

Damit das «Performance Measurement & Management»-System, wie es intern heisst, die gewünschte Wirkung entfalten kann, fällt die Beurteilung über die fünf Kategorien folgendermassen aus:

  • Die Note 1 für eine «hervorragende Leistung» soll an 5 bis 10 Prozent der UBS-Angestellten vergeben werden können.
  • Die Note 2 für eine «aussergewöhnliche Leistung» geht an 15 bis 25 Prozent der Mitarbeiter.
  • 35 bis 45 Prozent erhalten die Note 3 für eine «gute Leistung».
  • 15 bis 25 Prozent werden mit der Note 4 für «verbesserungsbedürftig» eingestuft.
  • Die Note 5, die für eine «ungenügende Leistung» steht, geht an 5 bis 10 Prozent der Mitarbeiter.

Ob die mit «schlechten Noten» Beurteilten zu besseren Leistungen angespornt werden, ist unsicher. Intern bestehen auch schon Bedenken bezüglich der Neuerung.

Einige Chefs befürchten, durch den vorgeschriebenen Anteil an schlechten Noten Unruhe zu schaffen und Mitarbeiter zu verlieren.

Amerikanische Idee?

Angeblich stammt die Idee für die neue Mitarbeiter-Beurteilung von John Bradley, der im Oktober 2009 zum Leiter Human Ressources ernannt wurde, wie die «NZZ am Sonntag» weiter berichtet. Bradley war zuvor 26 Jahre lang für die US-Grossbank JP Morgan Chase tätig gewesen. Die Schweizer Grossbank selber will sich nicht darüber äussern, wer das Programm angeregt hat.

Wie die Benotung intern ankommt, muss sich noch weisen – gerade bei einem Unternehmen, das in den letzten drei Jahren dermassen durchgeschüttelt und reorganisiert wurde.

UBS riskiert viel

Die UBS, so resümiert die «NZZ am Sonntag», riskiere weitere Unruhe, und dies in einer Zeit, in der sie wieder mehr Personen einstelle als entlasse. Tatsächlich ist die Anzahl der Mitarbeiter vom 2. auf das 3. Quartal um 700 gestiegen.

 

 

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