Zuger Kantonalbank wird restriktiver

Die Kantonalbank will nur noch Geschäftsbeziehungen zu Personen, die auch eine Bezug zum Kanton Zug haben. Auch einige Schweizer sind da unerwünscht.

«Es ist zwingend, dass die hinter der Sitzgesellschaft stehende Person oder Unternehmung einen Bezug zum Kanton Zug hat», sagt der CEO der Zuger Kantonalbank, Pascal Niquille gegenüber der «Neuen Zuger Zeitung». In diesem Zusammenhang hat die Bank die Kundenbeziehung zu einigen Dutzend ausländischen Briefkastenfirmen gekündigt.

Dennoch handle es sich bei diesen Kündigungen nicht um eine gross angelegte Säuberungsaktion, unterstreicht Niquille. «Wir haben grundsätzlich nichts an unserer Politik geändert», sagt der CEO gegenüber «finews.ch».

Wer ist der wirtschaftlich Berechtigte?

Bei den Kündigungen gehe es ausschliesslich um Sitzgesellschaften. Diese geben der Bank generell einen grösseren Aufwand, da abzuklären ist, wer der wirtschaftliche Berechtigte der Gesellschaft ist. Befindet sich dieser im Ausland oder ist der Zweck einer Gesellschaft für die Bank nicht ersichtlich, so werde eine Kundenbeziehung beendet, fügt Niquille an.

«Dieses Vorgehen ist bei den Banken normal. Man geht die Kundenbeziehungen durch und überprüft, ob sich diese lohnen – und entscheidet in diesem Zusammenhang, welche weitergeführt werden», beschreibt Niquille das Vorgehen der Kantonalbank. Daher kann es auch vorkommen, dass auch Schweizer Bürger von der Zuger Kantonalbank abgewiesen werden.

Kündigungen sind legitim

Dies sei auch bei jenem Kunden der Fall gewesen, der sich in den vergangenen Tagen an die Medien gewandt hat und unter anderem im «Blick» für Schlagzeilen gesorgt hat, sagt Niquille.

Zudem hat sich Stimmung im Volk gewandelt. «Die Herkunft von Geldern wird heute durch die Öffentlichkeit zu Recht wesentlich kritischer hinterfragt als vor zehn Jahren», konstatiert Niquille.

Auch Peter Kunz, Ordinarius für Wirtschaftsrecht an der Universität Bern, kann den präventiven Schritt der Zuger Kantonalbank nachvollziehen. «Es passt zur Tendenz der letzten zwei Jahre, dass Schweizer Banken – auch Kantonalbanken – ihre allfälligen Auslandsengagements genauer überprüfen. Hier ist eine Risikominimierung durchaus sinnvoll», sagt Kunz in der «Neuen Luzerner Zeitung».

Wirtschaftlichkeit ist von Bedeutung

Auch widerspreche es nicht dem Recht, wenn die Kantonalbank ihre Konten kündigt. «Bei Auslandskunden kann die Angst vor Verstössen gegen Steuergesetze zur Kontenkündigung führen, bei Kunden aus dem Inland die Angst vor Geldwäschereidelikten.»

Für die Zuger Kantonalbank spielt bei den Kündigungen auch noch die Wirtschaftlichkeit der Kundenbeziehung eine entscheidende Rolle. Ist der Aufwand der Überprüfung des wirtschaftlichen Berechtigten zu gross oder ist das Potenzial einer Kundenbeziehung zu klein, kann die Bank die Beziehung beenden.

Der Zeitpunkt dieser Aufräumaktion scheint dennoch passend: Ende letzten Jahres wurde der Basler Kantonalbank vorgeworfen, sie habe US-Kunden geholfen, ihr Geld vor dem US-Fiskus zu verstecken. Mit der Basler Kantonalbank gab es Verdächtigungen auch gegen weitere Schweizer Institute, die «New York Times» berichtete, das US-Justizministerium wolle demnächst diverse Kantonalbanken ins Visier nehmen.

Die Kantonalbanken haben seit Ausbruch der Finanzkrise stark vom Massenexodus bei den Grossbanken profitiert und konnten neue Kunden für sich gewinnen. Auch die Zuger Kantonalbank verzeichnete in den vergangenen Jahren einen Zuwachs an Kunden.

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Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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