Hat die Credit Suisse ein Kommunikationsproblem?

Während der Krise galt die Credit Suisse als Branchenprimus und Vorzeigebank. Nun enttäuscht die Grossbank ihre Investoren jedoch.

 

Unterschiedlicher hätten die Reaktionen auf die Jahreszahlen der beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse nicht ausfallen können. Trotz eines Reingewinns von gut 5 Milliarden Schweizer Franken im Geschäftsjahr 2010 und Netto-Neugeldern von 13,9 Milliarden Franken stürzte die CS-Aktie nach Bekanntgabe der Quartalszahlen ab.

Die UBS verzeichnete in derselben Periode nur einen Mittelzufluss von 7,1 Milliarden Franken und erzielte einen etwa ebenso hohen Jahresgewinn. Auch zeigte man sich bei der UBS an der Präsentation der Zahlen enttäuscht über das Resultat. Trotzdem wurde das Ergebnis der Bank positiv entgegengenommen.

Sind beide Banken gleichauf?

Betrachtet man die ausgewiesenen Kernkapitalquoten, ist bei den beiden Banken auch kein signifikanter Unterschied zu bemerken. Die UBS hat eine Kernkapitalquote von 17,7 Prozent angegeben, während jene der Credit Suisse bei 17,2 Prozent liegt. Im Gegensatz zur UBS hat die CS ihren Aktionären jedoch eine Dividende in Aussicht gestellt, während die UBS sämtliche Gewinne zur Kapitalaufstockung verwendet.

Bezüglich der Credit Suisse sind jedoch diverse Gerüchte über eine mangelnde Kapitalisierung im Umlauf. Die Bank komme in arge finanzielle Schwierigkeiten, wenn die Basel-III-Bestimmungen zur Anwendung kommen, heisst es beispielsweise in einem Bericht der Ratingagentur S&P, den die Bank allerdings schwer in Frage stellte.

Auch im Investmentbanking scheinen die beiden Grossbanken gleichauf zu sein. Beide haben in der ersten Jahreshälfte stark an Personal zugelegt, das ihnen im 3. Quartal bei schwachen Umsatzzahlen hohe Kosten verursachte. Im 4. Quartal 2010 konnten beide Investmentbanken wieder etwas zulegen.

Es schwächelt in der Kommunikation

Bei der Art und Weise, wie die Resultate kommuniziert werden, scheiden sich jedoch die Geister. Während der Krise wurde bei der UBS ständig mit Durchhalteparolen versucht, die Anleger zu besänftigen. Nun, da die Bank ihren ersten Post-Krisengewinn schreibt, gibt sie sich unzufrieden. Das ist interessant.

Anders sieht es bei der CS aus. Die Bank hängt noch immer an ihrem makellosen Image während der Krise. Die Krise ist jedoch in der Finanzbranche zwischenzeitlich fast schon vergessen. Nun geht es darum, sich auf die Nachkrisenzeit einzustellen. Und da fehlt der Credit Suisse offenbar noch etwas die Fantasie; das zumindest finden die Anleger.

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