Wird Hildebrand der neue UBS-Präsident?

Hätte das Parlament den UBS-Präsidenten zu bestellen, dann würde Peter Kurer wohl von Philipp Hildebrand abgelöst. Ausgerechnet ein Hedge-Fonds-Mann?

Bis Mitte März muss Peter Kurer mitteilen, ob er zur Wiederwahl als Verwaltungsrats-Präsident der UBS antritt. Hätten nicht die Aktionäre zu bestimmen, hiesse der VR-Präsident ab der nächsten Generalversammlung wohl Philipp Hildebrand. Eine Volkswahl würde er vor Christoph Blocher, Josef Ackermann und Sergio Marchionne gewinnen - auch das Männer, die immer wieder als Kurer-Nachfolger ins Spiel gebracht werden.

Alle mögen ihn, wenige kennen ihn

Philipp M. Hildebrand hätte ideale Voraussetzungen für einen UBS-Leader. So gut planend und antizipierend er auch heute wirkt, die Laufbahn in der hektischen Welt der Finanzmärkte war nicht vorgezeichnet. Nach Studien der Politikwissenschaften mit Vertiefung in Internationaler Politischer Ökonomie an den Universitäten Toronto, Genf, Harvard und Florenz promovierte er 1994 in Oxford, entschied sich jedoch gegen eine akademische Karriere und für die Praxis.

Nach Abschluss seines Studiums trat er in die Dienste des World Economic Forum in Genf. Es wurde zum Sprungbrett für den dreifachen Schweizer Schwimm-Meister: Während der Vorbereitungen zum Davoser Weltwirtschaftsforum erkannte Rob Johnson, der zur Moore-Gruppe wechselnde Managing Director von George Soros’ Quantum Fund, Hildebrands Talent und warb ihn ab.

«Eine aufregende Zeit»

Die publizitätsscheue Hedge-Fonds-Industrie verfügte mit ihm über einen Exponenten, der die Interessen der Branche auf dem internationalen Parkett geschickt wahrnahm: Der eloquente Philipp Hildebrand tauchte als Stratege der amerikanischen Moore Capital Management an internationalen Konferenzen auf, hielt Referate und pflegte Kontakte zu führenden Köpfen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Zu den wichtigen Figuren der tonangebenden Notenbanken hatte er schon damals Zugang. Unter seiner Führung analysierte die Londoner MCM-Tochter die Auswirkungen wirtschafts-, geld- und fiskalpolitischer Entscheide in den Industrie- und wichtigen Schwellenländern auf die Finanzmärkte und setzte die Ergebnisse anlagepolitisch um. Hildebrand stieg 1997 zum Partner des Wallstreet-Gurus und MCM-Gründers Louis Moore Bacon auf und übernahm die Leitung der Moore Capital Strategy Group.

Unpassendes Engagement?

«Die vergangenen sechs Jahre waren eine aufregende Zeit, die mir wertvolle Einsichten zur Rolle des Staates im internationalen Wirtschaftssystem vermittelt hat», zog er einst in der «Finanz und Wirtschaft» als schwärmerisch Bilanz; da war er 37 Jahre alt und kurz davor, ein neues kurzes Kapitel seines Berufslebens aufzuschlagen, das nicht so recht passen will: das Engagement bei You, also der bald scheiternden Internetbank der Bank Vontobel.

Nach reiflicher Überlegung, ob das der perfekte Einstieg für eine Schweizer Karriere sei,  hatte er Anfang September 2000 den Job als Chief Investment Officer bei der Bank Vontobel angetreten. In der gleichen Funktion nahm er bald darauf Einsitz in der Geschäftsleitung von You. Im Sommer 2002, nach dem Kollaps von You, verliess er die Bank schon wieder.

Erst Kritik, dann Mitarbeit

Hildebrand stiess in Genf zur Union Bancaire Privée (UBP), wiederum als Chief Investment Officer und Mitglied der Geschäftsleitung. Dort blieb er aber zu wenig lang, um das Institut vor dem Riesenschlamassel mit Madoff-Engagements zu bewahren. Als Vierzigjähriger ersetzte er im Juli 2003 in der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Bruno Gehrig, der zur «Rentenanstalt», der heutigen Swiss Life, wechselte. Hildebrand hatte nun Gelegenheit, die Geldpolitik der SNB mitzugestalten - nachdem er sie 1996 in einem Leitartikel der «Finanz und Wirtschaft» noch scharf kritisiert hatte.

Bruno Gehrig würde Hildebrand in der UBS wieder begegnen, denn der Swiss-Life-Mann – gelegentlich ebenfalls als Kandidat für die Kurer-Nachfolge gehandelt – sitzt im Aufsichtsgremium der UBS. Seit der Krise der Swiss Life hat der abtretende VR-Päsident des Lebensversicherers aber schlechte Karten.

Ein Ziel hat der sympathische Hildebrand übrigens nicht erreicht: 1984 verpasste er knapp die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Los Angeles. Ob der UBS-Vorsitz zu seinen Zielen zählt, ist nicht bekannt. Als es vor einem Jahr um die Nachfolge von Marcel Ospel ging, nahm er sich noch selber aus dem Spiel und meldete via «Wall Street Journal», dass er nicht zur Verfügung stehe. Dass ihm die Diskussion darüber schmeichelt, ist indessen verbürgt.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
  • RBS: Versagen auf der ganzen Linie
  • Streitpunkt neue Kapitalregeln
mehr

SELECTION

Selection

Denke nach und werde reich

Haben Sie sich auch schon gefragt, welche Eigenschaft alle Millionäre teilen?

Selection

Selection

So ruinieren Sie Ihre Karriere

Schon ein zu fester Händedruck könnte Ihrer Karriere abträglich sein.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

weitere News