UBS: Schlechte Noten fürs Notensystem

Das neue Beurteilungssystem der Grossbank führt offenbar tatsächlich dazu, dass ältere Angestellte und Teilzeitmitarbeiter diskriminiert werden.

Interne Auswertungen der Beurteilungen förderten zutage, dass im neuen UBS-Qualifikationssystem überproportional viele Ältere sowie Mitarbeiter mit Teilzeitpensen in den schlechtesten Kategorien eingestuft wurden: Dies meldet die «Handelszeitung».

Die Grossbank hatte in den letzten Wochen eine grosse Umfrage durchgeführt. In einer Mail wurden rund 13000 Mitarbeiter zum Beurteilungs-System befragt.

«Unsere Untersuchungen haben keinen systematischen Missbrauch zutage gefördert», sagte Dieter Biegger, Präsident der UBS-Personalvertretung, zur «Handelszeitung». «Aber wir haben Anzeichen, dass die über 50-Jährigen und die Teilzeit-Angestellten gehäuft in den beiden schlechtesten Kategorien landeten.»

Schon als das neue System Ende November bekannt wurde, gab es in der Branche viel zu reden (auch bei finews.ch treffen seither immer wieder aufgebrachte Kommentare von UBS-Leuten ein). Das Prinzip: 5 bis 10 Prozent der Mitarbeiter in einem Team erhalten Spitzennoten («hervorragende Leistung»), 5 bis 10 Prozent müssen eine schlechte Note bekommen («ungenügende Leistung»), und die anderen werden auf drei weitere Stufen in der Mitte aufgeteilt.

«Jetzt hast halt du den Schwarzen Peter»

Auf Kritik stösst vor allem die Idee, dass für jede der fünf Stufen Soll-Prozentanteile festgelegt wurden. Anders gesagt: Die UBS-Chefs müssen die vorgegebenen Noten («hervorragend», «aussergewöhnlich», «gut», «verbesserungsbedürftig», «ungenügend») in einem genau bestimmten Prozentsatz ihrer Untergebenen geben. Selbst in Teams voller Spitzenleute müssen also einzelne als «verbesserungsbedürftig» oder «ungenügend» eingestuft werden.

Schon zuvor gab es Indizien, dass Teilzeitmitarbeiter sowie längjährige und ältere Angestellte durch dieses System zwangsläufig diskriminiert werden – also Leute, die weniger dazu neigen, zur Konkurrenz zu wechseln. Bei finews.ch meldete sich beispielsweise ein Teilzeitangestellter, der zuvor immer gute Beurteilungen erhalten hatte, im neuen System aber plötzlich als «verbesserungswürdig» eingestuft wurde. Auf Nachfrage erhielt er die Antwort: «Wir waren gezwungen, solche Bewertungen zu verteilen. Jetzt hast halt du dieses Jahr den Schwarzen Peter gezogen.»

Die UBS wollte gegenüber der «Handelszeitung» keine Stellung zu den Resultaten der Mitarbeiterbewertung nehmen.

 

 

 

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