Dreister Fall von sexueller Belästigung in Genf

Eine Angestellte wurde im Frühjahr von Arbeitskollegen belästigt. Erst als der Bankpersonalverband intervenierte, änderte sich die Situation.

Die Bankenwelt wird von sexuellen Übergriffen nicht verschont. So hat sich eine Angestellte eines grösseren Genfer Finanzinstituts unlängst beim Schweizerischen Bankpersonalverband (SBPV) beschwert.

Der Grund: Männliche Kollegen hätten ihr regelmässig sexistische Bemerkungen an sie adressiert und ihr ein Email mit anzüglichen Kommentaren, an die ein pornografischer Film angehängt war, verschickt.

Wie der Fall eskalierte

Der Fall ereignete sich im vergangenen Frühjahr, wie SBPV-Regionalsekretär Clément Dubois gegenüber finews.ch präzisierte. Es handle sich beim Arbeitgeber auch nicht um einen kleinen Vermögensverwalter, sondern um eine in der Branche bestens bekannte Bank, deren Namen Dubois aber nicht nennen wollte.

Wie weiter zu erfahren war, eskalierte der Fall. Die Kollegen hätten demonstrativ Fotos von entblössten Frauen in anstössigen Posten an eine Wand des offenen Büros aufgehängt.

Einer der Kollegen ging gar so weit, dass er seinen Hosenschlitz vor der Kollegin geöffnet und ihr unanständige Angebote gemacht hätte, wie der Schweizerische Bankpersonalverband weiter berichtet.

Personalabteilung nicht informiert

In Kenntnis gesetzt von diesen Fakten, hat der direkte Vorgesetzte der Angestellten keine Massnahmen ergriffen, damit dieses Verhalten umgehend aufhört. Er habe es ebenfalls nicht für nötig erachtet, die Personalabteilung der Bank davon in Kenntnis zu setzen, heisst es weiter.

Erst als sich die Angestellte an einen Arzt wandte, der ihr ein Zeugnis zur Arbeitsunterbrechung ausstellte, und sich die betroffene Person mit dem Bankpersonalverband in Verbindung setzte, veränderte sich die Situation.

Verweis und Entschuldigung

Auf Anraten des SBPV konnte dann das Opfer das Problem mit der Direktion der Personalabteilung lösen. Die Belästiger erhielten gemäss weiteren Informationen einen Verweis und entschuldigten sich beim Opfer.

Sie wurden zudem versetzt. Der Angestellten wurde ein Posten in einer anderen Abteilung vorgeschlagen.

Fast ein Drittel der Frauen werden belästigt

Gemäss Studien fühlen sich rund 30 Prozent aller Frauen im Berufsleben irgendwann einmal sexuell belästigt. Die Verantwortung dafür obliegt grundsätzlich dem Belästiger, aber ebenfalls dem Arbeitgeber, der verpflichtet ist, die Person sowie die physische oder psychische Integrität und auch die Gesundheit der Angestellten zu schützen (Art. 328 OR und 6 ArG).

Missbilligung schriftlich festhalten

Der SBPV rät: Im Fall einer Belästigung gilt es, fest und unmissverständlich seine Missbilligung dem Belästiger mitzuteilen. Wenn die Tatsachen gravierend und/oder wiederholt auftreten, sollte die Missbilligung schriftlich erfolgen und eine Kopie dieses Dokuments aufbewahrt werden.

Wenn die Belästigung anhält, sollten die Betroffenen den Kontakt mit der Direktion und der Personalabteilung suchen.

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Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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