Private Banking vor dem Umbruch

Die guten alten Zeiten sind passé. Eine McKinsey-Studie zeigt, dass die Privatbanken wohl ihre Geschäftsmodelle überarbeiten müssen.

Die in der Umfrage «European Private Banking Survey 2011» von McKinsey ersichtlichen Performanceunterschiede in diesem traditionell lukrativen Geschäft bestätigen die Vermutung, dass es einigen Privatbanken noch nicht gelungen ist, sich an die neuen anspruchsvolleren Gegebenheiten – vorab den veränderten Kundenbedürfnissen und den regulatorischen Bedingungen – anzupassen.

Veränderungen sind angesagt

Vier Kräfte treiben die ins Rollen gekommene Erneuerung des Privatbanking, wie McKinsey zum Schluss kommt: Margendruck, Druck aufs Offshore-Banking, neue Anforderungen von Kunden und Regulatoren, die sich öffnende Rentabilitätsschere bei den einzelnen Privatbanken.

Das Private Banking erlebte 2010 insgesamt ein gutes Jahr. Wie schon 2009 wuchsen die verwalteten Vermögen total um 9 Prozent. Der Grund dafür lag aber mehr in der Erholung der Finanzmärkte als im Neugeldzufluss. Dieser betrug nämlich lediglich 2 Prozent – gegenüber 1 Prozent im Jahr 2009. Der Rebound der Finanzmärkte nach dem Krisenjahr hatte 2009 die Erwartungen für 2010 in die Höhe gejagt. Wie die Umfrage zeigt, wurden sie aber 2010 nicht ganz erfüllt. Die Gewinne nahmen zwar um 35 Prozent zu und die Gewinnmarge stieg gegenüber dem Vorjahr von 20 auf 24 Basispunkte. Das waren aber 11 Basispunkte weniger als 2005 bis 2007.

Die Branche verdiente glatt 30 Prozent weniger als 2007. Auffällig ist auch die Zunahme des Verwaltungsaufwands: Die Cost-Income-Ratio stieg von 64 Prozent in den Jahren 2005 bis 2007 auf 71 Prozent.

Alarmglocken

Dass ein Umbruch im Gange ist, zeigen auch die Unterschiede in der Rentabilität der Privatbanken. Die insgesamt leichten Mittelzuflüsse in den Jahren 2009 und 2010 übertünchten die Tatsache, dass 2009 ein Drittel der Privatbanken Nettoabflüsse zu verzeichnen hatten (im Vorjahr 44 Prozent). Im unteren Quartil waren es durchschnittlich 5 Prozent. 10 Prozent der Privatbanken erlitten 2010 sogar einen Verlust. Die krassen Performanceunterschiede werden bei den Instituten im hintersten Teil des Feldes die Alarmglocken läuten lassen, meint McKinsey.

5 Massnahmen

Privatbanken, die den Anspruch haben an der Spitze zu sein oder zu bleiben, rät McKinsey zu fünf Massnahmen:

  1. Taktische Initiativen zur Ertragssteigerung aufstellen.
  2. «magere» und skalierbare Plattform, die den Kundenkontakt verbessert und die Kostenkontrolle erleichtert.
  3. Die Kundenbeziehung zur technikorientierten Next-Generation-Klientel aufbauen.
  4. Beratung spezifischer auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden ausrichten.
  5. Das Offshore-Business neu erfinden.

 

An der Umfrage von McKinsey nahmen über 160 Institute in Europa, Asien, Nord- und Südamerika und aus dem Nahen Osten teil. Gut drei Viertel davon waren Privatebanking-Einheiten grosser Universalbanken, ein Viertel spezialisierte Banken.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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