Deutscher Topmanager klagt gegen Julius Bär

Ein früherer Manager des deutschen Metro-Konzerns fordert zehn Millionen Franken von Julius Bär. Sein Konto soll von einem Partner geplündert worden sein – mit Hilfe der Bank.

Dem Metro-Gründer Otto Beisheim stand Hannjörg Hereth als rechte Hand zur Seite. Er verwaltete dessen Vermögen. Mit Beteiligungen an der US-Metallfirma Allomet und bei Eureha, einem Rehabilitationstechnik-Anbieter, liess er es wachsen. Im Jahr 2003 legte Hereth 54,7 Millionen Franken bei der Julius Bär an, wie das «Handelsblatt» berichtet.

Bis 2008 waren nur noch 32,3 Millionen Franken davon übrig. Schuld für den Wertzerfall sind laut Hereth aber nicht etwa Verluste auf Anlagen, sondern grösstenteils unerlaubte Geldabflüsse. «Die Gelder hat mein damaliger Geschäftspartner Remo Stoffel auf Firmen umgeleitet, an denen er selbst beteiligt war», sagt Hereth gegenüber dem «Handelsblatt».

Rund zehn Millionen Franken sollen so verloren gegangen sein.

Klage gegen Bank und Manager eingereicht

Zwar habe sein ehemaliger Geschäftspartner Zugang zu seinem Konto gehabt, räumt Hereth ein, doch habe Stoffel nur Wertpapiergeschäfte tätigen dürfen. Eine Vollmacht zur Auszahlung von Titeln oder Vermögenswerten an sich selber oder andere Personen habe Stoffel dagegen nicht besessen. Die Bank hat laut Hereth also klar gegen die Vollmachts-Beschränkungen verstossen.

Deshalb klagt Hereth nun gegen die Bank Julius Bär; dies, nachdem das Institut einer Zahlungsaufforderung über zehn Millionen Franken zuzüglich Zinsen nicht nachgekommen sei. Neben der Bank wurden auch zwei Angestellte angeklagt.

Ungereimtheiten angeblich gut dokumentiert

Die Beweise für die unbefugten Transaktionen und Ungereimtheiten sind laut «Handelsblatt» gut dokumentiert. So seien beispielsweise einzelne Transaktionen ohne schriftlichen Auftrag ausgeführt worden. In einem weiteren Fall sei ein Auftrag mit gefälschter Unterschrift erst Tage nach der Überweisung bei der Julius Bär eingegangen.

Die Bank Julius Bär wollte auf Anfrage von finews.ch aus Rücksicht auf das Bankgeheimnis keine Stellung nehmen, sie weist aber sämtliche Anschuldigungen von sich.


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