Mai
17
2012
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Glauben Sie, dass der Lohngraben zwischen Investment- und Private Banking etwas mit der Wertschöpfung zu tun? Dann schauen Sie sich mal diese Zahlen an.

Man nehme den Personalaufwand und teile ihn pro Vollstelle: Wie ist da das Verhältnis zwischen Wealth Management & Swiss Bank und Investment Banker? Und wie hat sich dieser Unterschied entwickelt?

Wir haben für die UBS die Zahlen zusammengestellt, und zwar über einen Zyklus seit 2007 – ein Zeitraum mit Erfolgsjahren, aber auch ein Zeitraum mit einer Krise.

Beim UBS-Divisionsvergleich fällt auf, dass sich die Schere zwischen Wealth Management & Swiss Bank und Investmentbankern im letzten Jahr verengt hat. Bereits zu Beginn der Krise im Jahr 2008 fiel der Wert auf 1,55 von zuvor 2,49.

Das heisst also: Das Engagement des Unternehmens für das Personal in den einzelnen Bereichen hat offenbar wenig mit den Gewinnbeiträgen oder der Wertschöpfung zu tun.

2011

  • Wealth Management & Swiss Bank: 168'142 Franken personnel expenses pro Kopf (bei einem Vorsteuerergebnis von rund 4,6 Milliarden Franken)
  • Investment Bank: 337'158 Franken personnel expenses pro Kopf (bei einem Vorsteuerergebnis von 304 Millionen Franken)
  • Verhältnis: 1 zu 2,00 (für einen Angestellten in der Investment Bank wendet die UBS 2 mal mehr auf als für einen Angestellten in Wealth Management & Swiss Bank)

2010

  • Wealth Management & Swiss Bank: 176'670 Franken personnel expenses pro Kopf (bei einem Vorsteuerergebnis von rund 4,1 Milliarden Franken)
  • Investment Bank: 400'300 Franken personnel expenses pro Kopf (bei einem Vorsteuerergebnis von 2,2 Milliarden Franken)
  • Verhältnis: 1 zu 2,26

2009

  • Wealth Management & Swiss Bank: 188'600 Franken personnel expenses pro Kopf (bei einem Vorsteuerergebnis von 3,9 Milliarden Franken)
  • Investment Bank: 355'400 Franken pro Kopf (bei einem Vorsteuerergebnis von Minus 6,1 Milliarden Franken
  • Verhältnis: 1 zu 1,88

2008

  • Wealth Management & Swiss Bank: 175'000 Franken personnel expenses pro Kopf (bei einem Vorsteuerergebnis von rund 6 Milliarden Franken)
  • Investment Bank: 270'800 Franken pro Kopf (bei einem Vorsteuerergebnis von Minus 34,3 Milliarden Franken)
  • Verhältnis: 1 zu 1,55

2007

  • Wealth Management & Swiss Bank: 196'300 Franken personnel expenses pro Kopf (bei einem Vorsteuerergebnis von 9 Milliarden Franken)
  • Investment Bank: 490'000 Franken pro Kopf (bei einem Vorsteuerergebnis von Minus 16,7 Milliarden Franken)
  • Verhältnis: 1 zu 2,49

Über den ganzen Zyklus gerechnet ergibt sich bei der UBS...

  • im Wealth Management & Swiss Bank ein kumulierter Vorsteuergewinn von 27,6 Milliarden Franken;
  • im Investment Bank ein kumulierter Vorsteuerverlust von mehr als 50 Milliarden Franken;
  • das Verhältnis beim Personalaufwand liegt bei 1 zu 2,04.

(eine ähnliche Übersicht mit den Zahlen der CS)

Kommentare 

 
#2 Tom Interwebz 2012-02-08 17:11
zitiere Pedro Pedollino:
Nun, IB Divisionen generieren ...


Merci für diese "Sidenote". Als nicht-Banker immer interessant. Und da fragt sich einer wiso Immo und Landpreise in die Höhe gehen. Bankern drückt man ja heutzutage kaum mehr Geld in die Hand, wenn man investieren will.
Zitieren
 
 
#1 Pedro Pedollino 2012-02-07 14:12
Nun, IB Divisionen generieren zwar nicht langfristig überdurchschnittliche aber dafür kurzfristig sehr volatile Erträge dank der hohen Leverage. Da die Geschäftsführung vor allem mittels Call-Optionen vergütet wird, steigt der Wert dieser Optionen, wenn die Erträge sehr volatil sind. Deshalb waren und sind auch alle CEOs so scharf darauf das IBanking zu behalten. Auch Sergio Ermotti hat trotz vollmundiger Ankündigungen das IBanking kaum reduziert. Die einfachen Angestellten könnten bei diesem Spiel theoretisch auch gewinnen, indem sie Put-Optionen oder CDS auf den eigenen Arbeitgeber kaufen, bloss verbietet das Personalreglement dies in den meisten Fällen...
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