Mai
17
2012
Today
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Die Grossbank ist bei ihrem Sparprozess noch nicht am Ende angelangt. Weitere Jobkürzungen stehen an. Bangen müssen vor allem Kaderleute.

CS_Paradeplatz_1

Im Vorjahr hatte die Credit Suisse zusammen mit ihrem Kostenschnitt eine Reduktion des Angestelltenpools um 3'500 Arbeitskräfte angekündigt. Bei der Präsentation der Jahreszahlen vom Dienstag bestätigte Credit-Suisse-Finanzchef David Mathers, dass dieser Prozess noch vollständig abgeschlossen sei.

Bisher wurden 2'000 Stellen eingespart. Im laufenden Jahr dürfte die Credit Suisse weitere 1'500 Arbeitsstellen streichen, so Mathers.

Jungbanker sind sicher – Senior-Banker müssen bangen

Im 4. Quartal 2011 wurden bereits 1'100 CS-Angestellte freigestellt. Der Fokus bei dem Sparprogramm liegt dabei auf Hochverdienern, damit die Einsparungen auch deutlich tiefere Personalkosten bewirken, wie David Mathers weiter erklärte. Das Sparprogramm ziele klar auf Senior-Mitarbeiter ab.

«Einfache» Credit-Suisse-Leute müssen also weniger um ihre Stelle bangen, während höhere Chargen möglicherweise nicht nur einen Bonus-Einschnitt von über 40 Prozent vergegenwärtigen, sondern sie müssen auch noch befürchten, ihren Job zu verlieren.

Riskantes Unterfangen

Zu viele Senior-Angestellte darf die Bank jedoch nicht in die Wüste schicken. Denn die erfahrenen Banker sind zwar teurer, doch sie bringen der Bank in der Regel auch höhere Einnahmen. Mehrheitlich auf «günstigere» Jungspunde zu setzen, dürfte ein riskantes Unterfangen sein.

Kommentare 

 
#4 J.B. 2012-02-09 17:48
1500 Stellen sind 1500 Schicksalschläge. Es sind Kader, die zum Teil langfristig und treu dem Unternehmen gehörten. Aussenseiter können kaum bestimmen, wessen Lohn wert ist oder nicht. Ein Unternehmen auch nicht. Den Betroffenen werden damit auch nicht geholfen. Jahrzentenlang waren sie top von heute auf morgen flop. Ausserdem wird man vielleicht 5 Jahr länger mit 40% weniger Lohn arbeiten. Seltsam dass es die Produktivität nicht ankurbelt!! Hätte man daran geglaubt, hätte man kaum Häuser für 2Mio an bester Lage gekauft. Es wird immer arme geben. Dennoch auch arme Bankers. Unsere Eltern haben für unseren Wohlstand gekämpft und wir rutschen leiser aus einer Sozialarmut die nur ans Geld denkt, unsanft in die richtige Armut und müssen dabei unserer Kinder erklären, dass die goldene Zeiten auch für sie vorbei sind.
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#3 D.C. 2012-02-09 15:38
Dies führt nicht nur zu exorbitalen Overhead-Kosten, die eingesetzten Leute sind ausserdem in vielen Fällen keine echten Banker. Seelenlose HSG-Absolventen mit KPMG- oder PWC-Background sind in meinen Augen einfach nicht capable einer Frontorganisation die nötige Rückendeckung im daily business zu geben. Einen grossen Kunden oder Prospect zusammen mit dem Chef zu empfangen kann so zu äusserst peinlichen Situationen führen und das Business geht flöten.
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#2 D.C. 2012-02-09 15:38
Naja, Senior Berater mit profitablen Kundenbüchern und x-facher Kostendeckung zu vergraulen scheint mir ein tendenziell falsches und zugleich riskantes Unterfangen zu sein. Persönlich würde ich davon abraten, den Rotstift bei der - in Relation zum Management/Verwaltungsapparat - kleinen Beraterbelegschaft anzusetzen und mein Augenmerk vermehrt auf all die "extra-layers" darüber richten. Heute hat bereits ein Front-Teamleiter nur noch Controlling- und Compliance Funktionen. Beispiele von top-down Linien, wo sich MDRs nur so aneinander reihen sind leider keine Seltenheit.
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#1 Patrick Meyer 2012-02-09 13:38
Schön merkt es die Credit Suisse und hoffentlich merken es auch noch andere Banken. Viele Seniors belasten die Bank nicht nur mit ihren horrenden Gehältern, sondern auch mit der mangelnden professionellen Einstellung zur Veränderung der Landschaft im Schweizer Finanzplatz. Klar gibt es einige Senior Manager mit ausgezeichneter Kundenbindung, aber der Grossteil der Belegschaft überschätzt sich selbst gewaltig, und bekommt jetzt wenigstens bei der CS die Quittung. Es hat ja dann auch noch jeder das Gefühl, er/sie sei die mehreren 100'000 Franken pro Jahr wirklich wert. Da tun einem dann die fleissigen Menschen aus anderen Industriezweigen richtig leid.
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