UBS verpfeift ihre Standesgenossen

Im internationalen Libor-Manipulationsfall versucht die UBS ihren mitangeklagten Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein und profiliert sich als Whistleblowerin.

Dass die angeklagten Banken im Fall der Libor-Manipulation zusammen gezielt die Interbankenkurse beeinträchtigt haben, scheint gegeben. Dass es in der Folge zu saftigen Strafen kommen wird, ist nicht nur eine Frage der Zeit, sondern auch eine der Grösse.

Die UBS versucht indessen sich einen strategischen Vorteil zu erarbeiten und wird zum ersten Geständigen, der mit den Behörden zusammenarbeitet, berichtet die Nachrichtenagentur «Bloomberg».

Aus diesem Vorgehen verspricht sich die Schweizer Grossbank wohl eine geringere bis ausbleibende Strafe, die andernfalls in Milliardenhöhe ausfallen könnte. In Kanada beispielsweise arbeitet die UBS auch mit den Behörden zusammen und hat im Gegenzug Immunität eingefordert.

UBS in Pole Position

«Im Wettbewerbsrecht gibt es ein bekanntes System, bei dem man dem ersten Kartellmitglied, welches die anderen verpfeift, einen Vorteil gibt», sagt Steven Francis, Anwalt bei der Londoner Kanzlei Reynolds Porter Chamberlain, gegenüber «Bloomberg». Genau diesen taktischen Vorteil will die UBS für sich beanspruchen.

Indem die UBS als Erste reagiert hat, wird es für ihre Konkurrenten schwieriger, einen ähnlichen Schutz zu erhalten wie die Schweizer Grossbank. Ihnen drohen höhere Bussen, weil sie sich nicht früher zum Unrecht bekannt haben, sagt Francis.

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NEWS GANZ KURZ

Cembra

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat das langfristige Gegenparteienrating der Cembra Money Bank mit «A–» und «Ausblick negativ» bestätigt. Das kurzfristige Rating bleibt ebenfalls unverändert mit «A-2». Die Ratingagentur konstatierte Fortschritte bei Cembra bei der Abkoppelung vom früheren Besitzer General Electric. Doch blieben Restrisiken.

Acrevis

Die Ostschweizer Regionalbank Acrevis hat im ersten Halbjahr 2015 einen Gewinn von 9,8 Millionen Franken erzielt, leicht höher als in der Vorjahresvergleichsperiode. Dies gelang vor allem durch ein straffes Kostenmanagement. Die Bank hatte Mehrausgaben für die Lancierung ihres neuen Private-Banking-Angebotes «Spektrum».

TawiPay

Das Westschweizer Geldtransfer-Vergleichsportal gewinnt den ersten Swiss Fintech Pitch und damit 10'000 Franken Preisgeld. Zweitplatziertes Fintech-Startup ist Crowdhouse. Das Unternehmen investiert nach Crowdfunding-Prinzipien in Schweizer Rendite-Liegenschaften.

Neue Helvetische Bank

Die Zürcher Unternehmerbank arbeitet mit dem Frankfurter Fintech-Unternehmen United Signals zusammen. Die NHB vertreibt in der Schweiz ein Finanzprodukt, das die verschiedenen Anlage-Strategien des deutschen Anbieters in einem Index abbildet.

Compagnie Financière Tradition

Der Lausanner Finanzdienstleister hat im ersten Halbjahr 2015 den Reingewinn zu konstanten Wechselkursen um 37 Prozent auf knapp 22 Millionen Franken gesteigert. Das erste Semester sei von einem variationsreichen Marktumfeld geprägt gewesen mit vergleichsweise stabilen Aktivitäten.

Deloitte Schweiz

Der Bruttoumsatz des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen stieg im Geschäftsjahr 2015 (endet am 31. Mai 2015) um 15 Prozent auf 532 Millionen Franken. In allen vier Geschäftsbereichen des Unternehmens – Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Financial Advisory – konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.

Bank SoBa

Die Schweizer Retailbank der Baloise-Gruppe war im letzten Semester solide unterwegs. Der Gewinn stieg leicht auf 13 Millionen Franken. Laut der Bank haben der SNB-Zinsentscheid von Januar sowie die Negativzinsen das Geschäft kaum belastet. Das Kreditvolumenwachstum wuchs leicht um 1 Prozent auf 6,4 Milliarden Frabken. Die Kundenguthaben stiegen um gut 2 Prozent.

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