UBS-Händler: Kommafehler mit fatalen Folgen

Abwegige Lohnklagen gibt es zuhauf. Nun geht ein ehemaliger UBS-Devisenhändler gegen J.P. Morgan vor – wegen eines Tippfehlers.

Arbeitsverträge sorgen gelegentlich für Streit. Das durfte auch die US-Bank J.P. Morgan wieder einmal spüren, wie die Nachrichtenagentur «Bloomberg» berichtet. Ein ehemaliger UBS-Devisenhändler löste 2010 sein Arbeitsverhältnis in der Schweiz auf.

Kai Herbert wollte eine «lukrative» Arbeitstelle in der Hauptstadt Südafrikas antreten. Für seinen neuen Job in Johannesburg bezifferte sich sein Gehalt auf sage und schreibe 24 Millionen Rand. Das entspricht ungefähr einem Lohn von 2,8 Millionen Franken.

Doch es kam anders. Denn J.P. Morgan bestand darauf, dass es sich um einen «Tippfehler» im Vertrag handelte. In Wirklichkeit belaufe sich die Entschädigung nur auf 10 Prozent der fixierten Summe. Das heisst im Klartext: 2,4 Millionen Rand (280'000 Franken). Der Vertrag wurde inzwischen wegen Nichtantritts storniert – Kai Herbert blieb in der Schweiz.

Executive Director mit Millionengehalt?

Der Devisenhändler billigte diesen Typographiefehler jedoch nicht und will die US-Bank nun vor einem Londoner Gericht verklagen. Er fordert deswegen einen Schadensersatz von umgerechnet 835'000 Franken.

Wie kann der Händler tatsächlich angenommen haben, dass J.P. Morgan ihm für einen Job als Executive Director so viel Gehalt zahlen würde? Diese brisante Frage beschäftigte auch den Anwalt von J.P. Morgan.

Die Antwort auf diese Schlüsselfrage dürfte jedoch nur Kai Herbert wissen, denn die Gehälter in Johannesburg fallen oftmals geringer als in London oder Zürich aus.

Neuer Job?

Was Herbert inzwischen arbeitet, geht aus der Berichterstattung nicht hervor. Fakt sei aber, dass er zwischenzeitlich bei der UBS-Mitbewerberin Credit Suisse gearbeitet habe, heisst es weiter. Im November 2011 sei er aber dem jüngsten Jobabbau der Grossbank zum Opfer gefallen.

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NEWS GANZ KURZ

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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