Finma: Offshore-Dämpfer ist keine Tragödie

Der Finma-CEO stellt Transparenz und Qualität im Wealth Management in den Vordergrund. Wie dies mit den Regulatorien vereinbar ist, sagt er nicht.

Der Finanzplatz Schweiz und vor allem deren Vermögensverwalter stehen derzeit vor grossen Herausforderungen. Die Position als weltweit grösstes Offshore-Zentrum steht von allen Seiten unter Druck. Dies sieht auch FINMA-CEO Patrick Raaflaub, der sich am Rande der Jahreskonferenz bei «Bloomberg» zum Interview stellt.

«Es wäre keine nationale Tragödie für die Schweiz, wenn die Quantität des Cross-Border Wealth Management zurückgehen würde», sagt Raaflaub. «Nicht alles, was ein Kunde wünscht, ist möglich», fügt er gegenüber «Bloomberg» an.

Seine Nachricht an die Industrie sei, dass Qualität im Wealth Management bedeute, transparente – sprich steuerkonforme – Finanzdienstleistungen zu bieten, die nicht zu teuer sind.

Steuerkonform und billig – ein Dilemma

Zwei Dinge scheint Raaflaub hier zu vernachlässigen. Einerseits befindet sich das grenzüberschreitende Vermögensverwaltungsgeschäft in der Schweiz schon auf dem Rückzug. Der Steuerstreit mit den USA, Deutschland und Grossbritannien hat nicht nur zu einem erheblichen Imageschaden, sondern auch zu einem Rückgang in der Vermögensverwaltung geführt.

Hinzu kommen die neuen regulatorischen Anforderungen, die für Banken teuer zu implementieren sind, und nach deren Etablierung einen ebenfalls kostspieligen Kontrollprozess erfordern. Wie unter diesen Umständen qualitativ hochstehende Finanzdienstleistungen zu einem billigen Preis geboten werden sollen, verrät Raaflaub nicht.

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NEWS GANZ KURZ

Finma

Philipp Egger, der ehemalige Chef der Axa Winterthur, ist vom Bundesrat in den Verwaltungsrat der Finma berufen worden. Die Amtsperiode dauert noch bis 2015. Mit Egger setzt sich der Finma-Verwaltungsrat nun aus neun Mitglieder zusammen.

Basellandschaftliche Kantonalbank

Die Baselbieter Wirtschaftskammer hat ihre Initiative zur Entpolitisierung des Bankrats eingereicht. Die Initianten fordern unter anderem eine Reduktion des Bankrats auf maximal sieben bis neun Mitgliedern - heute sind es elf.

Pargesa

Die Genfer Beteiligungsgesellschaft Pargesa hat ihren Geschäftsbericht in deutscher Sprache auf ihrer Website online geschaltet.

Thurgauer Kantonalbank

Aus dem Börsengang der Thurgauer Kantonalbank ist dem Kanton Thurgau ein Bruttoerlös von insgesamt 185 Millionen Franken zugeflossen.

Julius Bär

Die in Irland gebuchten Privatkunden von Merrill Lynch sind im Zuge der Integration in die Julius-Bär-Gruppe in diesem Monat übernommen worden. Sie sind jetzt bei Julius Bär in Dublin gebucht, einer Tochtergesellschaft der Londoner Niederlassung. Auch die Mitarbeiter sind übernommen worden. Der im Februar 2013 begonnene Transfer-Prozess aller internationalen Merrill-Lynch-Privatkunden soll in der ersten Hälfte 2015 abgeschlossen sein.

Ausbildung

startsmart.tv ist eine neue Online-Plattform für Jugendliche, die sich für die kaufmännische Grundausbildung in der Versicherungswirtschaft interessieren.

UBS und CS

Die Deutsche Bank senkt die Kursziele: Bei der CS erwartet sie nun 30 statt 31 Franken, die Einstufung bleibt auf «Hold». Bei der UBS senken die Analysten das Ziel von 22 auf 21 Franken («Buy», unverändert). Beide Häuser dürften ein schwieriges erstes Quartal gehabt haben, so eine Begründung.

J.P. Morgan

Die Erstquartals-Berichtsaison ist eröffnet: J.P. Morgan meldet einen Reingewinn von 5,3 Milliarden Dollar, nach 6,5 Milliarden im Vorjahresquartal. Die Zahlen liegen eher unter den Erwartungen der Analysten.

Strukis

Die grössten Emittenten kotierter Strukturierter Produkte sind die UBS (Marktanteil: 33,16%), Vontobel (23,51 Prozent), die ZKB (19,13 Prozent), Julius Bär (5,49 Prozent) und Credit Suisse (4,02 Prozent). Dies zeigt der neue Quartalsbericht des Verbands für Strukturierte Produkte SVSP.

Credit Suisse

Die Bank baut zusammen mit dem brasilianischen Geldmanager Luis Stuhlberger eine neue Asset-Management-Einheit auf. Stuhlberger wird die Leitung übernehmen. Er leitet bereits den ältesten Hedge-Fund Brasiliens und ist Anlage-Chef von Credit Suisse Hedging Griffo.

Unigestion

Der Genfer Asset Manager ist für den britischen «Pension Award» in der Kategorie «Investment Innovation of the Year» nominiert worden. Unigestion hatte im vergangenen Jahr den Private Asset Allocator für Institutionelle Kunden eingeführt.

Julius Bär

Nach der Ohrfeige des Vorjahres gaben sich die Aktionäre nun zahmer: Die Generalversammlung von Julius Bär hiess den Vergütungsbericht 2013 mit einer 92-Prozent-Mehrheit gut.

Schwingen

Die UBS beteiligt sich auch am nächsten Schwing- und Älplerfest als Hauptsponsorin. Die Veranstaltung findet 2016 in Estavayer-le-Lac statt. Die UBS war schon 2007 in Aarau und 2013 im Emmental die Hauptsponsorin.

SNB

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will ihr Berner Hauptgebäude am Bundesplatz 1 sanieren und umbauen. Dies dränge sich wegen des baulichen Zustands auf, zudem hätten sich die Nutzungsbedürfnisse verändert.

UBS

Die Bank muss einem Broker in den USA 5,4 Millionen Dollar erstatten. Die UBS habe dem Broker falsche Angaben über den finanziellen Zustand von Lehman Brothers gemacht und ihn ermutigt, weiterhin Strukturierte Produkte der Investmentbank zu verkaufen. Die UBS geht eventuell in Berufung.

Saxo Bank

Die Saxo Bank bietet auf ihrer Online-Handelsplattform ab sofort auch den Handel mit OTC-Optionen auf das Währungspaar Dollar/Offshore-Renminbi.

Edmond de Rothschild

Die Groupe Edmond de Rothschild erzielte 2013 einen Reingewinn von 107 Millionen Franken – nach 67 Millionen im Vorjahr. Die Assets under Management der Privatbank erreichten 78 Milliarden Franken. Die Schweizer Bank Edmond de Rothschild hatte ihre Ergebnisse bereits zuvor publiziert.

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