Mai
25
2013
Today
J.P. Morgan Europe Equity Plus Fund
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In Börsenkreisen zerbricht man sich den Kopf, wie J.P. Morgan innert weniger Wochen 2 oder sogar 3 Milliarden Dollar verlieren kann. 

«Wie bäckt man einen 2-Milliarden-Verlust mittels synthetischen Krediten», fragte sich die «Financial Times».

Die Erklärungen, welche J.P. Morgan-Chef Jamie Dimon bisher lieferte, werden von Marktanalysten als nicht ausreichend empfunden:

  • Ein als fehlerhaft bezeichnetes Risiko-Berechnungsmodell für den VaR (Value at Risk).
  • Eine Repositionierung des Portfolios an synthetischen Krediten zur Absicherung der Bankrisiken im weltweiten Kreditgeschäft.
  • Beim Abwickeln der Absicherungsgeschäfte habe sich herausgestellt, dass die neue Strategie mangelhaft, zu komplex, schlecht vorbereitet, ausgeführt und kontrolliert wurde.

Jamie Dimons Antworten provizieren nur Fragen

Das heisst eine relativ harmlose Absicherungsstrategie verkehrt sich beim Abwickeln in ihr Gegenteil? 

Die Spezialisten der «Financial Times» wagten einen Erklärungsversuch und rekonstruieren mögliche Verlust-Events anhand eines Index für weltweite Unternehmensanleihen: 

  • Wenn J. P. Morgan an eine Wirtschaftsabkühlung glaubte, sei ein sogenannter «Flattener» wohl die richtige Absicherungsstrategie auf den Index gewesen. 
  • Allerdings mache ein Eingreifen der Notenbank wie das der Europäischen Zentralbank eine solche Strategie zunichte.

Durchkreuzte EZB die Pläne?

Die EZB hat Ende 2011 als letzter Rückversicherer den Markt mit Billiggeld überschwemmt und damit die Marktkräfte ausgeschaltet. 

  • Was, wenn J.P. Morgan ihre Weltsicht von pessimistisch auf optimistisch umgeschaltet hat und massiv auf eine Wirtschaftserholung gesetzt hat?, fragen die FT-Analysten. Genau dies sei am Markt seit Anfang 2012 beobachtet worden. 
  • Und was, wenn der Markt dann erneut durchgeschüttelt wird, wie das im Gefolge des US-Wahlkampfes und mit der erneut aufflammenden Kreditkrise in Europa geschehen ist?

Hedge Funds auf der Gewinnerseite

Dann würde die Position massiv in die Verlustzone gedrückt, vor allem wenn der Marktteilnehmer versucht gewesen ist, seine anfänglichen Verluste überzukompensieren. 

Genau das war von einigen Hedge-Fund-Managern um Ostern herum beobachtet worden. Das «Wall Street Journal» nannte Namen. 

Trotzdem: Die schiere Grösse verwundert

Aber auch dann bräuchte es einen immenses Hebel in solchenGeschäfte, um Verluste in der Grössenordnung von 2 bis 3 Milliarden einzufahren. Und es bleibe ein Rätsel, weshalb J.P. Morgan die Fristigkeiten seiner Kreditabsicherungsgeschäfte nicht besser gemanagt habe, meinen die FT-Analysten. 

Kommentare 

 
#2 Pedro Pedollino 2012-05-18 10:50
Die VaR-Kennzahlen werden idR auf Grundlage von Verteilungen, Volatilitäten und Korrelationen der letzten 5 Jahre berechnet. Solche Modelle sind für die Beurteilung von künftigen Risiken vollkommen ungeeignet, da diese Parameter sich in Zukunft niemals exakt wie in der Vergangenheit verhalten werden. Man sollte die Parameter vielmehr beliebig variieren, um soldie Portfolios zu simulieren. Dann müsste man aber auf die hohen Hebel verzichten, was natürlich nicht im Sinne der Zocker ist. Ich habe mich immer gewundert, warum Regulatoren (u.a. auch die Finma) solche VaR-Modelle mit historischen Parametern absegnen, obwohl sie nicht praxistauglich sind.
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#1 Fisel 2012-05-18 09:58
Alle Profis wissen doch genau wie dieses Geschäft läuft. Nur diese sagen den Aussenstehenden (CEOs, Politiker u.a.m.) eben nicht was genau läuft.
"Man zockt solange man kann", solange Geld eingenommen wird haben alle Freude, fällt man auf die Nase gibts Ärger!

Auch in Zukunft wird sich nichts änderen
und auch Vorschriften bringen wenig. Das grosse Geld lockt und somit werden immer neue Möglichkeiten und Instrumente genutzt.

Also liebe Aktionäre, Bankkunden und vor allem Politiker, nicht naiv sein und glauben dass es besser wird. Besser ist zu prüfen welcher Bank man Geld gibt, bzw. was die daraus macht!
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