Wie verliert man rasch zwei bis drei Milliarden Dollar?

In Börsenkreisen zerbricht man sich den Kopf, wie J.P. Morgan innert weniger Wochen 2 oder sogar 3 Milliarden Dollar verlieren kann. 

«Wie bäckt man einen 2-Milliarden-Verlust mittels synthetischen Krediten», fragte sich die «Financial Times».

Die Erklärungen, welche J.P. Morgan-Chef Jamie Dimon bisher lieferte, werden von Marktanalysten als nicht ausreichend empfunden:

  • Ein als fehlerhaft bezeichnetes Risiko-Berechnungsmodell für den VaR (Value at Risk).
  • Eine Repositionierung des Portfolios an synthetischen Krediten zur Absicherung der Bankrisiken im weltweiten Kreditgeschäft.
  • Beim Abwickeln der Absicherungsgeschäfte habe sich herausgestellt, dass die neue Strategie mangelhaft, zu komplex, schlecht vorbereitet, ausgeführt und kontrolliert wurde.

Jamie Dimons Antworten provizieren nur Fragen

Das heisst eine relativ harmlose Absicherungsstrategie verkehrt sich beim Abwickeln in ihr Gegenteil? 

Die Spezialisten der «Financial Times» wagten einen Erklärungsversuch und rekonstruieren mögliche Verlust-Events anhand eines Index für weltweite Unternehmensanleihen: 

  • Wenn J. P. Morgan an eine Wirtschaftsabkühlung glaubte, sei ein sogenannter «Flattener» wohl die richtige Absicherungsstrategie auf den Index gewesen. 
  • Allerdings mache ein Eingreifen der Notenbank wie das der Europäischen Zentralbank eine solche Strategie zunichte.

Durchkreuzte EZB die Pläne?

Die EZB hat Ende 2011 als letzter Rückversicherer den Markt mit Billiggeld überschwemmt und damit die Marktkräfte ausgeschaltet. 

  • Was, wenn J.P. Morgan ihre Weltsicht von pessimistisch auf optimistisch umgeschaltet hat und massiv auf eine Wirtschaftserholung gesetzt hat?, fragen die FT-Analysten. Genau dies sei am Markt seit Anfang 2012 beobachtet worden. 
  • Und was, wenn der Markt dann erneut durchgeschüttelt wird, wie das im Gefolge des US-Wahlkampfes und mit der erneut aufflammenden Kreditkrise in Europa geschehen ist?

Hedge Funds auf der Gewinnerseite

Dann würde die Position massiv in die Verlustzone gedrückt, vor allem wenn der Marktteilnehmer versucht gewesen ist, seine anfänglichen Verluste überzukompensieren. 

Genau das war von einigen Hedge-Fund-Managern um Ostern herum beobachtet worden. Das «Wall Street Journal» nannte Namen. 

Trotzdem: Die schiere Grösse verwundert

Aber auch dann bräuchte es einen immenses Hebel in solchenGeschäfte, um Verluste in der Grössenordnung von 2 bis 3 Milliarden einzufahren. Und es bleibe ein Rätsel, weshalb J.P. Morgan die Fristigkeiten seiner Kreditabsicherungsgeschäfte nicht besser gemanagt habe, meinen die FT-Analysten. 

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Warum Libanon nicht vom Bankgeheimnis abrücken will
  • Wohin die Superreichen jetten
  • LTCM-Mitgründer Haghani meldet sich zurück
  • Hier verdienen nicht die Banker am besten
  • Und noch ein Banken-CEO, der eine Lohnkürzung akzeptiert
  • Die mindestens zweitmächtigste Frau im Silicon Valley
  • Steinbrück lobt die Schweizer Banken
  • Warum Warren Buffetts Vize sich über Griechen ärgert
  • Das sind die Mächtigen in der Londoner Fintech-Szene
mehr

JOKE(R)

Hat Hilary Clinton Teufelshörner?

weiterlesen

JobDirectory.ch

Aktuelle Jobangebote von Arbeitgebern der Finanzbranche.

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Regulierung

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Twitter

Follow us on Twitter:

finews tweets finews.ch tweets

Facebook

Google+

SELECTION

«Wer verkaufen kann, ist gefragt»

«Wer verkaufen kann, ist gefragt»

Ein Headhunter über die beruflichen Aussichten in der Branche und über die Qualifikationen, die gefragt sein werden.

Selection

Finanzjobs: Die guten Zeiten sind vorbei

Finanzjobs: Die guten Zeiten sind vorbei

Das Angebot an offenen Stellen hat sich deutlich verringert.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Derivative Awards

Als Emittenten der besten Strukturierten Produkte sind an den «Swiss Derivative Awards» Julius Bär, Vontobel, Notenstein sowie zwei Mal Leonteq ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung als beste Market Maker ging an Vontobel und Leonteq. Das Prädikat «Bester Service» erhielten Vontobel, Notenstein, Leonteq und die Banque Cantonale Vaudoise.

Zürcher Kantonalbank

Die im Dezember 2014 angekündigte Akquisition der Swisscanto-Gruppe durch die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist am 25. März 2015 vollzogen worden. In diesem Zusammenhang haben die an der Swisscanto beteiligten Kantonalbanken ihre Anteile an die ZKB veräussert.

Nationale Suisse

Das Appellationsgericht Basel-Stadt hat die nicht von Helvetia gehaltenen Beteiligungspapiere an Nationale Suisse für kraftlos erklärt. Die Dekotierung sämtlicher Namenaktien von Nationale Suisse erfolgt per 7. April 2015. Als letzter Handelstag der Aktien wurde der 2. April 2015 festgelegt.

DC Bank

Die in Bern domizilierte DC Bank hat im Geschäftsjahr 2014 die Erwartungen laut eigenen Angaben übertroffen. Der Bruttogewinn belief sich auf 4,5 Millionen, der Jahresgewinn auf 3,2 Millionen Franken. Sämtliche Geschäftssparten der Bank trugen gleichermassen zum starken Wachstum bei.

Zuger Kantonalbank

Zuger Kantonalbank lanciert eine Mobile Banking App. Damit können die Kunden ab sofort jederzeit mit dem Smartphone auf ihre Kontodaten zugreifen und Zahlungen, Überweisungen sowie Börsengeschäfte unterwegs erledigen.

Sika

Im Übernahmekampf um die Schweizer Chemiefirma ist ein wichtiges Urteil gefallen. Wie der Konzern mitteilte, stützt das Kantonsgericht Zug die Stimmrechtsbeschränkung der Sika-Erben-Familie Burkard. Die Familie Burkard hatte die Beschränkung ihrer Stimmrechte von 52 auf 5 Prozent vor Gericht angefochten – vergeblich. Das Urteil stützt die Position von Sika-Aktionären wie die Stiftung von Informatik-Milliardär Bill Gates. Diese wollen den Verkauf des Burkard-Anteils an die Sika-Konkurrentin Saint-Gobain verhindern.

Gottex

Der Westschweizer Vermögensverwalter Gottex hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für 2014 auf den 30. März 2015 verschoben. Grund dafür sei die Komplexität des ersten Jahresabschlusses nach der Fusion mit der EIM Group und «anderer, technischer Faktoren», teilt die Firma mit. Ursprünglich wollte sie ihre Zahlen am 23. März 2015 veröffentlichen.

Raiffeisen

Raiffeisen Schweiz emittierte erfolgreich ihre AT1 Hybridanleihe. Das Volumen beträgt 550 Millionen Schweizer Franken. Der Coupon für die ersten 5,5 Jahre wurde bei drei Prozent fixiert.

Wikifolio

Die österreichische Online-Plattform für Anlagestrategien startet nun auch in der Schweiz. Geplant ist, zunächst mit Handelsstrategien für Aktien zu beginnen. Anleger können demnach Wikifolio-Zertifikate kaufen, die auf der Basis von Handelsstrategien von Wikifolio-Nutzern gebaut und emittiert werden.

Saxo Bank

Die dänische Online-Trading Bank hat den maximalen Verlust nach der überraschenden Aufhebung der Kursuntergrenze durch die Schweizerische Nationalbank auf umgerechnet gut 100 Millionen Franken beziffert.

B-Source

Die Banque Internationale à Luxembourg (BIL Suisse) hat einen Vertrag mit der Schweizer Firma B-Source abgeschlossen, um ihre Bankprozesse auszulagern. Die Bank entschied sich für die B-Source Master Standard Edition (SE). Dabei handelt es sich gemäss weiteren Angaben um eine umfassende und vorkonfigurierte Lösung im Bereich Business Process Outsourcing (BPO) auf der Basis der Avaloq-Banking-Suite.

B Capital Partners

Die auf Infrastruktur-Projekte spezialisierte Zürcher Investment Boutique hat den Schweizer Energiekonzern Alpiq in der Auslagerung seiner Swissgrid-Beteiligung beraten. Der Anteil von insgesamt 49,9 Prozent an der Netzgesellschaft wurde an die Investmentstiftung IST3 verkauft. Er ist nun mit 288 Millionen Franken bewertet.

theScreener.com

Die deutsche Firma ARIS und das Schweizer Unternehmen theScreener.com lancieren ein Research-Produkt. Es verbindet qualitative und quantitative Unternehmensanalyse zu einem Arbeitsinstrument für Banken respektive für deren Mitarbeiter.

Bellevue Group

Die Generalversammlung der Finanz-Boutique hat Thomas von Planta zum Präsidenten gewählt. Sein Vorgänger, Walter Knabenhans, stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl. Neu wurde zudem Mirjam Staub-Bisang, CEO von Independent Capital Group und Ehefrau von Bellevue-Gründer Martin Bislang, in den VR gewählt. Für eine weitere einjährige Amtszeit bestätigt wurde der bisherige Verwaltungsrat Daniel Sigg.

weitere News