Fahnder sollen zum Datenklau angestiftet haben

Der Konflikt mit Deutschland über den Kauf einer Steuersünder-CD verschärft sich. Die Bundesanwaltschaft in Bern erhebt schwere Vorwürfe gegen drei deutsche Fahnder.

Die Schweizer Behörden wollen neue Beweise gegen drei deutsche Steuerfahnder gefunden haben, wie das deutsche Magazin «Spiegel» berichtet. Die Berner Bundesanwaltschaft wirft den drei Männern nämlich «Gehilfenschaft» zum Datendiebstahl vor.

Hintergrund ist der Deal aus dem Frühjahr 2010: Damals haben die Fahnder für 2,5 Millionen Euro eine CD mit Bankdaten von mehr als 1'100 deutschen Kunden der Credit Suisse (CS) gekauft. In der Folge wurden mehr als hundert Steuerhinterzieher überführt. Im März dieses Jahres erliess die Schweizer Bundesanwaltschaft dann Haftbefehl gegen Deutschlands Steuerfahnder. 

Mobilfunkdaten und Zeugenaussage als belastendes Material

Der CD-Ankauf war dem «Spiegel» zufolge von einem Mittelsmann vorbereitet worden, der sich M. Weber nannte und sich bei der Wuppertaler Steuerfahndung gemeldet hatte. Er hielt Kontakt per Fax, Telefon und SMS. Letztere gingen offenbar an die Handy-Nummer eines der Fahnder. «Schönen guten Morgen – Terminbekanntgabe für neues Treffen erwünscht. Wann und wo?», tippte er etwa am 3. Juni 2008 mit «Gruss aus der CH».

Die Auswertung dieses Handys könnte den deutschen Ankäufern jetzt zum Verhängnis werden. Denn die Schweizer Behörden glauben, damit belegen zu können, dass die deutschen Fahnder Unterlagen nachbestellt haben. Die Anstiftung zum Datenklau sei nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland eine Straftat und werde mit bis zu drei Jahren Freiheitsentzug geahndet, heisst es im Bericht.

Wortführer als oberster Dienstherr

Ein deutscher Unterhändler sprach zudem kürzlich beim Schweizer Bundesanwalt vor, ob die Sache irgendwie zu bereinigen sei. Doch die Angelegenheit scheint verfahren: Die Schweiz ist verärgert, dass die deutsche Seite seit Februar 2010 auf ihr Rechtshilfeersuchen nicht einmal antwortet.

Zudem hätte die Regierung in Bern gern das mit Berlin vereinbarte Steuerabkommen unter Dach und Fach - was bislang am politischen Widerstand der von SPD und Grünen geführten Bundesländer scheiterte, wie auch finews.ch berichtete. Wortführer derjenigen, die den Vertrag für ungerecht halten, ist ausgerechnet der oberste Dienstherr der drei verdächtigten Steuerfahnder: Nordrhein-Westfalens SPD-Finanzminister Norbert Walter-Borjans.

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NEWS GANZ KURZ

Credit Suisse

Laut Medienberichten will die Schweizer Grossbank ihren Anteil an einem chinesischen Brokerage-Gemeinschaftsunternehmen ausweiten. Demnach würde die Credit Suisse ihre Beteiligung an der lokalen Firma Credit Suisse Founder Securities von 33 auf 49 Prozent steigern; weder das Institut noch die chinesische Partnerin Founder Securities bestätigten die Spekulationen.

Investis

Die Westschweizer Immobiliengruppe Investis hat für den Börsengang am Donnerstag an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange den Angebotspreis bei 53 Franken pro Aktie festgelegt. Die Gruppe erwartet somit ein Erlös von 148 Millionen Franken.

Saxo Bank

Antonio Ferrante, der Chef der Saxo Bank Schweiz, ist zurückgetreten. Interimistisch übernimmt Patrick Hunger seinen Posten. Ferrante war nur wenig länger als zwei Jahre Chef des Online-Trading-Hauses. Er kam Anfang 2014 von der Credit Suisse für Søren Mose, der Saxo zusammen mit COO Ian Keates und Finanzchef Martin Beinhoff abrupt verlassen hatte.

Aargauische Kantonalbank

Das Staatsinstitut muss dem Kanton Aargau aus dem Rekordgewinn von 2015 mehr Geld abliefern. In die Staatskasse fliessen gemäss Beschluss des Eigners 91 Millionen Franken. Das sind 16 Millionen Franken mehr, als die Bank vorgeschlagen hat.

Fonds-Daten

Nach zweijähriger Zusammenarbeit haben sich zwei Dutzend Finanzinstitute angeführt von UBS, Credit Suisse und Julius Bär in Kooperation mit der Firma Fundinfo auf die Veröffentlichung des «openfunds-Standards». Die Initiative definiert häufig verwendete Fonds-Datenfelder. Jedes der 200 einzelnen Felder wird für die Datenübertragung spezifiziert und mit einem Identifier versehen.

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

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