EFG International: Auf Erholungskurs

Die Zürcher Privatbank hat die Zahl der Kundenberater bereits drastisch gesenkt. Die gesamte Stellenzahl soll in den nächsten Monaten weiter sinken.

EFG International erzielte im ersten Halbjahr 2012 einen Reingewinn von 53,1 Millionen Franken, verglichen mit 55,9 Millionen Franken in der gleichen Vorjahresperiode (und 350 Millionen Franken Verlust im zweiten Halbjahr 2011). Der Reingewinn ohne Spezialkosten erhöhte sich um 33 Prozent auf 74.1 Millionen Franken.

Der Bruttoertrag der Zürcher Privatbank stieg um 3 Prozent auf 409 Millionen Franken, und die Bruttomarge erhöhte sich von 95 auf 104 Basispunkte.

Die Assets under Management reduzierten sich um 4 Prozent gegenüber 30. Juni 2011 respektive um 2 Prozent gegenüber Ende 2011. Sie liegen nun bei 76,5 Milliarden Franken. Darin spiegelt sich auch der Ausstieg aus gewissen Geschäften.

Die Nettoneugelder aus dem weitergeführten Geschäft betrugen 1,2 Milliarden Franken, verglichen mit 2,7 Milliarden im ersten Halbjahr 2011; im Vergleich mit dem zweiten Halbjahr 2011 sei jedoch eine deutliche Verbesserung erzielt worden, so EFG.

Die Anzahl Kundenberater reduzierte sich – ebenfalls als Folge der Geschäftsüberprüfung – von 660 auf 503.

Neuausrichtung im Plan

Die Neuausrichtung des Geschäfts sei nun weitestgehend abgeschlossen, so die Mitteilung von EFG International; bezüglich der erwarteten Ergebnisverbesserungen sei das Unternehmen im Plan. 

Die nach der Geschäftsüberprüfung im Oktober 2011 gesetzten Ziele sind:

  • Refokussierung auf das Private Banking. Stand jetzt: Der Ausstieg aus einer Reihe von Nicht-Private-Banking-Geschäften ist erfolgt. EFG Asset Management ist als integrierter Bestandteil des Private-Banking-Geschäfts positioniert. EFG Financial Products soll an die Börse gebracht werden, wenn es die Marktbedingungen erlauben.
  • Bereinigung von Faktoren, welche die Stärken im Private Banking beeinträchtigten: Die Exposure gegenüber GIIPS-Staaten sei inzwischen erheblich reduziert, und ein konservativerer Ansatz bezüglich der Behandlung der Lebensversicherungs-Policen wurde eingeführt. 
  • Adressierung von Kapitalstruktur und Kapitalposition: Die Zusammensetzung des Kapitals wurde mit der Umwandlung der Partizipationsscheine verbessert, und die Kapitalposition wurde durch den Verkauf der Treasury-Shares gestärkt. Die BIZ Kapitalquote erhöhte sich von 12.9 Prozent per Ende 2011 auf 15.1 Prozent per Ende Juni 2012.
  • Ausstieg aus verlustbringenden oder subkritischen Geschäften oder Standorten: Erfolgt oder im Gange. Die Zahl der Standorte wurde um 20 reduziert. 
  • Verbesserung der Produktivität: «Die Situation mit unproduktiven Kundenberatern aufgrund Über-Rekrutierung aus früheren Zeiten wurde angegangen», so die Mitteilung zur Jahresmitte. Die Anzahl Kundenberater wurde im Verlauf des letzten Jahres um 157 reduziert. Die gesamte Anzahl Stellen sank über das letzte Jahr um 8 Prozent. Sie «dürfte sich mit dem Abschluss der Neuausrichtung noch weiter reduzieren.»

Der Rekrutierungsstopp bleibt bestehen – grundsätzlich

Konkret: Mit der Neuausrichtung wurde ein Abbau der gesamten Stellenzahl von 10 bis 15 Prozent avisiert. Inzwischen wurde eine Reduktion von 11 Prozent erreicht (ohne EFG Financial Products, die ihren Headcount um 16 Prozent erweiterte). In derselben Periode (seit September) wurde die Anzahl Private-Banking-Kundenberater um 20 Prozent reduziert, gegenüber dem erklärten Ziel von 15 Prozent.

EFG International sieht weiteres Potenzial für die Erhöhung der Produktivität und behält den bestehenden Rekrutierungsstopp grundsätzlich bei; Ausnahmen bilden Neueinstellungen im Zusammenhang mit der Erfüllung erhöhter regulatorischer oder Risikomanagement-Anforderungen sowie die Einstellung einzelner hoch qualifizierter Berater.

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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