Grosser Auftritt für Basler Mini-Boutique

Die Basler Anlagefirma Investors Trading hat überraschend den «Best Managed Futures CTA Fund Europe 2012» errungen. Die Auszeichnung ist wichtig für die Branche.

Verliehen wurde der Hedge-Fund-Award «Best Managed Futures CTA Fund Europe 2012» vom britischen Finanzmagazin «World Finance». Das Kürzel CTA steht für Commodity Trading Advisor, gemeint ist damit die Berufsbezeichnung für Manager von Managed Futures.

Markus_Walliser_1Für Markus Walliser (Bild oben), Präsident des Verwaltungsrats des Basler Anlagespezialisten Investors Trading, ist diese Auszeichnung der Lohn für «Geduld, Disziplin und Durchhaltevermögen», wie er gegenüber finews.ch erklärt.

Wichtig ist ihm auch, dass die Strategie von Investors Trading die Due Diligence für die Plattform von dbSelect geschafft hat und nun dort verfügbar ist. «Zudem haben wir mit LGT Capital Management ein UCITS IV-Produkt.» Eine erste Motivationsspritze war bereits die Nominierung unter die Top 20 CTAs durch den ‹Barclay Managed Funds Report› im 3. Quartal 2010.

Bernhard Steiner (Bild unten), Chief Investment Officer des auf Tradingstrategien fokussierten Investment Consultants Moneywell in Zug, und ausgewiesener Kenner der Schweizer CTA-Szene, zeigt sich von der Auszeichnung überrascht: «Wir kennen die Firma Investors Trading seit etwa zwei Jahren. Ihr CTA ist zwar sehr klein, hat aber ein hervorragendes Setup. Wir denken, dass der Award mitunter auch Anerkennung für die seriöse und kontinuierliche Arbeit von Investors Trading ist.»

Interessante Szene aufstrebender CTAs

Bernhard_Steiner_1Sehr positiv findet Steiner auch, dass der Award in die Schweiz geht. «In der Schweiz gibt es eine interessante Szene von aufstrebenden CTAs. Managed Futures haben in der Schweiz auch eine lange Tradition. Es fällt einzig auf, dass institutionelle Anleger und weite Teile der Vermögensverwaltung in der Schweiz nach wie vor sehr skeptisch sind, gegenüber Anbietern von systematischen Handelsstrategien. Diese Skepsis wird leider auch vom Regulator und Gesetzgeber geteilt, sehr zum Nachteil der Schweizer CTA-Szene», sagt Steiner.

Dennoch macht Steiner Anzeichen aus, dass sich das Bild wandeln könnte: CTA respektive Managed Futures sind Alpha-Strategien. Diese könnten also unabhängig von der Richtung der Märkte mittelfristig stabile positive Returns generieren, so der Experte weiter.

Grosse Skepsis

Die traditionelle Vermögensverwaltung, welche in der Schweiz mit Private Banking recht dominant ist, bringt diese stabile Rendite für ihre Kerninvestments mit traditionellen, häufig long-only Ansätzen nicht mehr hin. «Wir stellen fest, dass ein grosses Interesse besteht, Strategien kennenzulernen, die in den letzten zehn Jahren Gewinne generieren konnten», vermerkt Steiner.

Tradingstrategien wie Managed Futures rückten damit in den Fokus. «Allerdings ist die Skepsis gross. Das Denken in Anlageklassen und die traditionellen Vermögensverwaltungsansätze sind sehr verankert. Ein Umdenken müsste stattfinden: Statt in Anlageklassen, sollte in Anlagekonzepte investiert werden.

«Zudem plädieren wir für eine Umkehrung des Core-Satellit–Ansatzes: Alpha in den Core würde manch einem Vermögensverwalter helfen, seinen Kunden bessere Returns zu generieren. Man spürt also zunehmend Interesse bei den Kunden; es ist aber auch noch viel Information und Aufklärung nötig. Und dafür ist ein solcher Award natürlich ein guter Aufhänger», erklärt Steiner.

Attraktiv für Private-Banking-Kunden

Grundsätzlich sind Private-Banking-Kunden die ideale Klientel für CTAs. Sie sind regulatorisch weniger eingezwängt als zum Beispiel Pensionskassen, sie sind in der Lage gewisse Risiken einzugehen und sie haben in der Regel eine langfristige Anlageoptik.

Das begünstigt den mittelfristigen Erfolg mit solchen Strategien. «Die Privatbanken in Genf haben seit Jahren eine grosse Affinität zu Managed Futures, aber auch grosse Anbieter in Pfäffikon oder Zürich setzen traditionell Mananged Futures in ihrer Vermögensverwaltung ein», weiss Steiner.

Cluster für CTAs

Für die CTA-Manager bietet die Schweiz ein gutes Umfeld. Dies zeigt zum Beispiel die Ankündigung der Firma Winton, in Zürich eine Niederlassung zu eröffnen.Winton ist einer der grössten Anbieter im Managed-Futures-Bereich, verwaltet rund 28 Milliarden Dollar auf der Basis algorithmisch gesteuerter An- und Verkaufssignale und beschäftigt rund 110 Wissenschaftler.

Laut ihrer Ankündigung, zieht es das Unternehmen wegen des Arbeitsumfeldes an die Limmat. Explizit erwähnt Winton aber auch die ETF sowie das CERN in Genf als wichtige Gründe für den Schritt in die Schweiz. Die Seriosität und die Qualität von CTAs in der Schweiz stuft Steiner als sehr positiv ein.

Konkurrenz aus Malta und Liechtenstein

Die CTA-Szene ist mittlerweile professionell. Sie hat sich positiv entwickelt, nicht zuletzt durch den Zuzug ausländischer Manager. Etwas kritisch beurteilt Steiner die regulatorische Entwicklung im Zusammenhang mit dem neuen KAG. Diese Anpassungen könnten zu einer Abwanderung führen. Standorte wie Liechtenstein oder Malta bilden interessante Alternativen zur voraussichtlich sehr restriktiven künftigen Regulierung in der Schweiz.

«Die neue Regulierung in der Schweiz und in der EU hat aber auch Vorteile: Viele Offshore-Vehikel werden onshore gebracht. «Das bringt Transparenz und Sicherheit», hält Steiner gegenüber finews.ch fest.


Bernhard Steiner ist Chief Investment Officer der Moneywell in Zug.

Moneywell ist ein Schweizer Investment Consultant, der spezialisiert ist auf die Konzeption und den Vertrieb von Finanzprodukten, die ein asymmertrisches Ertragsprofil aufweisen. Solche Produkte sind zum Beispiel Managed Futures und andere Tradingstrategien. Die Selektion von Managern ist eine Kernkompetenz der Moneywell.

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Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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