Die Regulatoren und das Wasserbett

Zwischen dem globalen Finanzsystem und einem Wasserbett würden erstaunliche Parallelen bestehen, findet Martin Hess von der Bankiervereinigung. 

Martin_Hess_119x168Martin Hess ist Leiter Wirtschaftspolitik bei der Schweizerischen Bankiervereinigung

Wenn Anlagefonds eine langwierige Bewilligungsprozedur über sich ergehen lassen müssen, freuen sich die Investmentbanker, deren strukturierte Produkte umso attraktiver werden. Wenn überhöhte Eigenkapitalvorschriften dazu führen, dass Banken in der Schweiz inskünftig weniger und teurere Kredite vergeben, dann sind dies gute Neuigkeiten für das Kapitalmarktgeschäft. Es sei denn, die Stempelsteuer bleibe bestehen; dann ist es vor allem eine frohe Botschaft für das Ausland.

Jemand anders freut sich immer

Ein Aufzählen zahlloser weiterer Beispiele erspare ich Ihnen. Wichtig nur: Über jede geschäftshinderliche Vorschrift wird sich jeweils ein anderer Teil des Finanzsystems freuen, ob dieser nun Schattenbank oder Singapur heisst. Dies ist nicht verwunderlich, fordern wir doch von unseren Finanzinstituten Innovation, Effizienz und Profitabilität.

Dabei verhält es sich mit dem Finanzsystem wie mit dem Wasserbett. Wenn Sie sich auf eine Seite des Wasserbetts legen, entsteht auf der anderen Seite eine Wölbung. Der Effekt, dass überregulierte Geschäftstätigkeiten in weniger regulierte Bereiche verdrängt werden, ist umso grösser, je schwerer Sie sind und je mehr Druck Sie auflegen. Das Wasservolumen respektive das Systemrisiko bleibt gleich.

Weiterhin hörbares Glucksen

Es ist Aufgabe der Behörden, den Wasserbett-Effekt zu erkennen und zu mindern. Dies gelingt dann am besten, wenn sie ihre regulatorischen Auflagen mit Bedacht setzen und ausgewogen verteilen. Der intensive Kontakt mit den Banken dient der Optimierung der Anordnungen und der Erhöhung der gegenseitigen Akzeptanz.

Nur zweitbeste Lösung zur Minderung der Risiken ist die Anschaffung eines Wasserbetts mit getrennten Kammern. Diese Modelle sind wesentlich teurer und viel schwerer. Das Glucksen in einem Teil des Finanzsystems ist im anderen Teil dennoch weiterhin hörbar.

Dann, gute Nacht

Vor dem unkontrollierten Ablassen des Wassers ist absolut zu warnen. Die Wasserschäden können auch die Nachbarn betreffen. Vor allem aber erfüllt das Wasserbett beziehungsweise das Finanzsystem seine wichtigen Funktionen nicht mehr. Wenn dies eintritt, dann gute Nacht.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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