Partners Group holt Charles Dallara

Der Zuger Investment-Manager verstärkt sich mit einer einflussreichen Person der Finanzwelt: Steuert die Partners Group in eine neue Liga?

Charles_Dallara

Mit Charles Dallara konnte der Zuger Manager von Privatmarktanlagen eine renommierte Persönlichkeit aus der Finanzindustrie für sich gewinnen. Für die Partners Group wird Dallara die Leitung des Americas-Geschäft übernehmen, und er soll als neues Mitglied und aktiver Vizepräsident des Verwaltungsrats aufgenommen werden. Dies schreibt Partners Group in einer Pressemitteilung.

Dallara war zuletzt Managing Director des Institute of International Finance (IIF). Unter seiner Führung wurde die weltumspannende Vereinigung von grossen Finanzinstituten erheblich ausgebaut; und sie erlangte – auch als Folge der Finanzkrise – steigende Bedeutung.

So kam unter Dallaras Vorsitz die Einigung zur Umschuldung zwischen privaten Kreditgebern und Griechenland zustande. Das IIF wurde denn auch schon als «mächtigster Herrenclub» bezeichnet – als Verband, dessen Einfluss «bis hinein in die obersten Schaltstellen der Macht» reiche.

Auch die Partners Group ist Mitglied des IIF. Im Verwaltungsrat der Organisation sitzen unter anderem Walter Kielholz (als Vice Chairman), Goldman-Sachs-COO Gary Cohn, SEB-Chef Markus Wallenberg, Deutsche-Bank-CEO Anshu Jain oder Morgan-Stanley-Chef James Gorman. Präsident ist HSBC-Chairman Douglas Flint. Charles Dallara ist – nach seinem Ausstieg aus der Geschäftsleitung – derzeit ebenfalls noch im Board.

Reagan und Bush, IWF und J. P. Morgan

Im Juni gab der Amerikaner bekannt, dass er seine Funktion als Managing Director des IIF aufgeben wolle – dies, nachdem er die Organisation fast zehn  Jahre lang geleitet hatte, nämlich seit 1993.

Vor seiner Zeit im IIF war Dallara unter Reagan und George Bush fürs Finanzministerium in Washington tätig gewesen. Auch vertrat er zwischen 1984 und 1989 die USA beim Internationalen Währungsfonds.

Später wechselte er in die Privatwirtschaft: Von 1991 bis 1993 wirkte er als Managing Director von J. P. Morgan. Unter anderem war er Leiter des Kommerzgeschäfts in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion, Nahost, Afrika und Indien.

Ausbau in Nordamerika

«In meiner Rolle als Mitglied der Market Monitoring Group des IIF hatte ich während der letzten Jahre das Privileg, mit Charles zusammenzuarbeiten und seine breit gefächerten Fähigkeiten und Kompetenzen kennen und schätzen zu lernen. In seiner neuen Rolle wird er sich hauptsächlich auf die weitere Entwicklung unserer Firma und unseres Netzwerks in Nord- und Südamerika und auf globaler Ebene konzentrieren», kommentiert Parnters-Group-CEO Steffen Meister den Neuzuzug.

Partners-Group-Mitgründer Alfred Gantner erklärte den Zuzug auch «zum Nutzen unserer weltweiten Plattform». 

Interview über die Rolle des IIF, 2010

 

Über Charles Dallara:
Wikipedia-Eintrag«Bloomberg»-Profil — Interview zur Euro-Krise, «Wall Street Journal», September 2012Nachrichten bei «Bloomberg»

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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