Gefährlich ist es besonders in den Randzonen

Das Risiko, mit Immobilien Geld zu verlieren, ist massiv gestiegen, warnen die UBS-Experten – am stärksten ausserhalb der grossen Zentren, nicht an den Hotspots.

(English translation)

«Geld lässt sich auch in den Aussenregionen verlieren», sagt Claudio Saputelli, Leiter Global Real Estate bei der UBS. Dieser Aspekt würde aber in der ganzen Diskussion, ob man bereits von einer Preisblase im Immobilienmarkt Schweiz sprechen darf, gern verdrängt.

Ein massiver Preisanstieg sei nicht nur in den bekannten Hotspots Genf, Zürich oder Engadin festzustellen gewesen, wie die UBS in ihrer neusten Analyse zum Immobilienmarkt Schweiz feststellt. Die UBS-Fachleute stellten fest, dass die Preise von Eigenheimen auch in rund 1'500 Gemeinden in der ganzen Schweiz im Vergleich zu Mietwohnungen um 25 Prozent stärker gewachsen sind (siehe Grafik). Das bedeutet, dass die Preisanstiege allein auf die tiefen Zinsen zurück zu führen sind und nicht von einem Umfeld steigender Mieten getragen werden.

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Aarau, Schaffhausen und Frauenfeld besonders gefährdet

Saputelli und sein Team warnen allerdings auch vor Überhitzungstendenzen bei den Renditeliegenschaften. Trete das Gefahrenszenario ein, das heisst ginge die Zuwanderung zurück und zögen die Zinsen an, dann würden auch die Preise von Mehrfamilienhäusern einbrechen.

Und zwar würden Sie dort zuerst absacken, wo die Preise zuletzt steil nach oben gezeigt hätten, meint Saputelli gegenüber finews.ch. Das heisst in Aarau, Schaffhausen oder Frauenfeld. Die Mietwohnungen in den grossen Zentren würden sich erst zuletzt entleeren.

IAZI nimmt Genf und Zürich nicht aus

IAZIDiese Gefahr sieht Professor Donato Scognamiglio, CEO vom Immobilienschätzer IAZI, auch. Dieser stellte denn auch bereits 2011 ein allgemein erhöhtes Preisgefüge für Wohnliegenschaften in der ganzen Schweiz fest (siehe Grafik links).

«Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass wenn der Markt korrigiert, die ganze Schweiz im gleichen Boot sitzt. Dies mag erstaunen, doch der Zins gilt in der gesamten Schweiz», sagt er gegenüber finews.ch.

Scognamiglio stuft das Risiko in den Zentren aber als mindestens ebenso hoch ein: «Da der Markt sehr illiquide ist, glaube ich nicht an den sicheren Hafen Zürich.» Beim IAZI-Experten würde sich im Gefahrenszenario die Kettenreaktion sogar in umgekehrter Richtung abspielen:«Wenn die heisse Badewanne rund um den Zürich- und Genfersee ausläuft, ergiesst sich das Wasser bis ins Mittelland, sprich auch ins Wohnzimmer der Schweiz.»

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NEWS GANZ KURZ

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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