Es geht wieder aufwärts! Wirklich?

Credit Suisse liess über 100 Jahre errechnen, welche Anlageklassen welche Renditen erzielten. Aber auch, was Anleger künftig erwarten können. Das sieht nicht so gut aus.

Allen «Es-geht-wieder-aufwärts»-Meldungen zum Trotz: Die nächsten 20 bis 30 Jahre dürften für Investoren hart werden. Das zumindest ist das Ergebnis des «Global Investment Returns Yearbook 2013», welches die Credit Suisse gemeinsam mit der London School of Economics veröffentlicht hat.

Die Autoren Elroy Dimson, Paul Marsh und Mike Staunton von der LBE untersuchten für das Jahrbuch Daten aus über 100 Jahren. Sie zeichneten die Gewinne, welche Investoren mit verschiedenen Anlagen seit 1900 gemacht hatten – und trafen auf dieser Basis Annahmen über die kommenden Jahrzehnte.

Aktien statt Bonds

Die Langfrist-Recherchen würden vor allem eines zeigen, so Giles Keating, Head of Research im Private Banking und Wealth Management bei der Credit Suisse: «Wie exzeptionell niedrig die Renditen derzeit sind. Und dass es weit attraktiver ist, in Aktien zu investieren als in Bonds.»

Denn: In den kommenden 20 bis 30 Jahren erwarten die Autoren Renditen von drei bis vier Prozent für Aktien – aber von von weniger als einem Prozent für Obilgationen. «Die hohen Renditen auf Bonds der letzten Jahrzehnte auch für die Zukunft zu vermuten, wäre reine Utopie», so der Report.

Gegensatz zu anderen Vorhersagen

Das steht in krassem Gegensatz zu vielen Vorhersagen, die von Finanzinstituten und Vermögensverwaltern momentan getroffen werden. «Doch unsere Jahrbücher haben eine hohe Trefferquote», heisst es.

Wenn man im Umfeld der nächsten Jahrzehnte Gewinne am Finanzmarkt erzielen wolle, sei es aufgrund der hohen Inflationserwartungen empfehlenswert, auf Aktien zu setzen – gerade wegen der kurzfristigen Möglichkeiten. Denn die 100-jährige Erfahrung zeigt auch: Erst ab einer Inflationsrate von 4 Prozent verlieren Aktien (auf lange Sicht) an Wert.

Die Lebensmittelbranche böte beispielsweise eine Möglichkeit, aber auch Einzelhandel und Telekommunikation seien eine sichere Alternative. 

Langfristentwicklung in der Schweiz 1: Kumulierte Renditen von Aktien, Obligationen und Geldmarktpapieren, 1900–2012

Langfrist_Entwicklung_Schweiz

Langfristentwicklung in der Schweiz 2: Durchschnittliche Jahresrendite von Aktien, Obligationen und Geldmarktpapieren, 1900–2012

Langfrist_Entwicklung_Schweiz2

Zum «Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook 2013»

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Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

Cashare

Die Crowdlending-Plattform Cashare ist mit dem Anbieter von erneuerbaren Energien Fairpower eine Kooperation zur Finanzierung von Solaranlagen eingegangen. Wohneigentümer können ihre Anlagen günstig über die Crowd finanzieren und Investoren erhalten einen Zugang zu qualifizierten, nachhaltigen Projekten mit attraktiven Renditen. Durch die Kooperation versprechen sich die Unternehmen einen Schub beim Zubau von Solarstrom-Anlagen.

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Die auf Privatkredite spezialisierte Cembra Money Bank wird in den Stoxx Europe 600 Index aufgenommen. Cembra ersetzt damit GAM: Der Asset Manager ist aus dem Index gefallen.

Automatischer Informationsaustausch

Die Schweiz will den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen (AIA) auch mit Indien einführen. Die beiden Ländern haben eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. Sie wollen die Daten gemäss dem globalen AIA-Standard ab 2018 erheben und ab 2019 austauschen.

UBS

Die Capital Group hält neu 3,01 Prozent der Stimmen der UBS. Die US-Fondsgesellschaft war lange eine der bedeutenden Aktionäre der Grossbank gewesen, bis sie ihre Beteiligung zwischen Mai 2010 und April 2011 in zwei Schritten auf unter 3 Prozent reduzierte. Wie einer Offenlegungsmeldung an die Schweizer Börse SIX entnommen werden kann, hält die Capital Group mittlerweile wieder über 3 Prozent der Stimmen, davon 2,83 Prozent in Aktien und die Differenz über Derivate.

Partners Group

Die auf Privatmarktanlagen spezialisierte Zuger Partners Group beteiligt sich mit einem Betrag von 2 Milliarden australischer Dollar an einem Projekt für neues Rollmaterial für die Metro in der australischen Stadt Melbourne.

Credit Suisse (Schweiz)

Die Rating-Agentur Fitch hat die neue Schweizer Rechtseinheit der Grossbank Credit Suisse mit dem Kreditrating A eingestuft. Der Ausblick lautet auf «stabil». Die Bonitäts-Experten gehen davon aus, dass die CS-Tochter solide Erträge erwirtschaften wird.

Valartis

Der Bankgruppe Valartis wurde das an das Kantonsgericht Zug gestellte Gesuch um Aufhebung der definitiven Nachlassstundung bewilligt. Man sei nun vollständig saniert, zahlungsfähig und verfüge über eine solide Eigenkapitalbasis, teilte die Gesellschaft mit.

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