Wie lange arbeiten Sie für Ihre Steuern?

Je nach Einkommen, Zivilstand und Familienverhältnissen ergeben sich dabei beträchtliche Unterschiede, wie der KPMG-Steuerexperte Thomas Linder betont.

Thomas_LinderDer kürzlich von der Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) erschienene «Tax Freedom Days»-Kalender beschreibt für Menschen in verschiedenen Lebenslagen, wieviele Tage sie – gerechnet vom 1. Januar 2011 – arbeiten mussten, um die Steuerschuld auf dem entsprechenden Einkommen abzuverdienen.

Je nach Einkommen, Zivilstand und Familienverhältnissen ergeben sich dabei beträchtliche Unterschiede sowohl innerhalb als auch unter den verschiedenen Kantonen, wie der Thomas Linder (Bild), Steuerexperte beim Beratungsunternehmen KPMG Schweiz, feststellt.

Der interkantonale Vergleich

Als Ehepaar mit einem Bruttoeinkommen von 150'000 Franken benötigt man im interkantonalen Vergleich ohne Kinder rund drei Mal länger in Montalchez/NE (75 Tage) als in Wollerau/SZ (24 Tage), um seine Steuerschuld abzuarbeiten. Mit zwei Kindern liegt der Faktor sogar bei rund dreineinhalb im Vergleich zwischen Les Planchettes/NE (64 Tage) und Baar/ZG (17 Tage).

Grundsätzlich erkenne man aus den Zahlen, dass Ehepaare und Einzelpersonen mit mittlerem bis hohem Einkommen (ab 200'000 Franken) jeweils in innerschweizerischen Kantonen wie Schwyz und Zug die geringste Anzahl Arbeitstage aufwenden müssten, stellt Linder weiter fest.

Kinder oder keine Kinder, das ist die Frage!

Auch innerhalb der einzelnen Kantone lassen sich gewaltige Unterschiede feststellen. Ein Musterbeispiel stellt dabei der Kanton Wallis dar.

Bei einem Einkommen von 150'000 Franken befinden sich bei den Ehepaaren mit zwei Kindern nicht weniger als acht Gemeinden unter den ersten 100 von 2'551 Gemeinden. Im Kanton lebende Ehepaare ohne Kinder erreichen im besten Fall lediglich noch Platz 432 und bei unverheirateten Einzelpersonen muss gar nicht erst innerhalb der ersten 1'000 Gemeinden nach einer Walliser Gemeinde gesucht werden. «Familien werden steuerlich klar stärker gefördert», unterstreicht Linder.

Attraktivitäts-Landkarte der Schweiz

Neben den Darstellungen zu den «Tax Freedom Days» entwarf die ESTV auch eine detaillierte Landkarte der Schweiz (jeweiliges Einkommen einfach anklicken), welche unter Eingabe verschiedener Faktoren die steuerliche Attraktivität der einzelnen Gemeinden der Schweiz wiedergibt.

Diese bestätige in anschaulicher Manier die oben festgestellte starke Position der innerschweizerischen Kantone rund um den Vierwaldstättersee, so Linder.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
  • Die geschrumpften Banken auf einen Klick
mehr

SELECTION

Wo die grossen Vermögen lagern

Hier liegt das Geld

Ein virtueller Rundgang durch die Tresore der Schweizer Banken.

Selection

«Die Quartalsergebnisse verfehlten die Erwartungen»

«Wegen der zunehmenden Regulierung»

Es gibt Finanz-Sprüche, die wir dauernd hören ? obwohl sie nichts sagen. Hier einige Highlights.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

weitere News