Vergesst Zypern, achtet auf den 20'000-Milliarden-Markt

Hier ein weiterer Ökonom, der das Zypern-Problem in seine wahren Dimensionen rückt: Es ist Alexander Friedman, der Chief Investment Officer der UBS. In einem Text, den der Amerikaner gemeinsam mit dem UBS-Strategen Kiran Ganesh auf CNBC veröffentlicht hat, stellte er kurzerhand fest, dass Zypern etwa der Wirtschaftskraft von Tulsa, Oklahoma, entspricht.

Für Friedman deutet sich damit ein andereres Problem an – nämlich dass wir uns allzu sehr auf rasche Bewegungen und kleine Details konzentrieren. Und dabei die grossen und langsamen Entwicklungen übersehen.

Case-Shiller-Marz2013Das heisst aktuell: Keiner redet von den vielen Signalen, laut denen der amerikanische Eigenheim-Markt derzeit in eine neue Wachstumsphase eintritt. Im Gegensatz zu Tulsa, Oklahoma, haben wir es hier aber mit einem 20'000-Milliarden-Dollar-Markt zu tun.

Friedman und Ganesh fordern also dazu auf, dass wir Zypern jetzt wieder Zypern sein lassen und uns langsam um den «single most important factor in the global economy» kümmern. Und das wäre der amerikanische Konsument. Für diesen wiederum ist der Häusermarkt fast der wichtigste wirtschaftliche Treiber (zwei Drittel der Amerikaner besitzen ein Eigenheim). 

Und nun sind die Daten in diesem Markt – so rechnen die UBS-Leute vor – enorm ermutigend: deutlich mehr Neubauten; mehr Baugesuche; mehr Liegenschaften-Verkäufe; mehr Arbeit im Bausektor; mehr Eigenheime, die wieder über ihrer Hypothekenbelastung sind.

Fazit: Auch wenn uns das Hin und Her in Europa noch lange beschäftigen wird, sollten sich die Anleger eher auf den fernen Häusermarkt in Amerika achten. «Dass man ihn 2006 ignorierte, erwies sich für viele als teuer», schreiben die UBS-Vertreter. «Ihn heute zu ignorieren, wäre ebenfalls töricht. Denn es sieht so aus, als ob er in den kommenden Jahren der grössten Volkswirtschaft der Welt einen signifikanten Schub geben wird.»

Alexander Friedman / Kiran Ganesh, «Forget Cyprus: Focus on the Big and Slow», CNBC.com — Grafik: Case-Shiller-Index der selbstbewohnten Immobilien in den USA, April 2013–März 2013.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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